Archive | Januar, 2008

And the winner is…

28 Jan

Unter der unbestechlichen Aufsicht von Benni und Joni, erfolgte unter Zeugen die Ziehung unseres Reisebericht-Votings.
And the winner is… Marion. Herzlichen Glückwunsch zum marokkanischen Essen mit Tom und mir. Die Familie Itjeshorst hatte natürlich auch beste Chancen auf den Gewinn, schließlich waren zwei Lose mit diesem Nachnamen vorhanden. Wir fragen uns jetzt nur noch, wenn die Marion denn mitbringt.
Marion und Gerd haben wir auch schon die Mohamed-Gedächnismedallie für die fleissigsten Blog-User übergeben in Form eines Stroh-Dromedars.
Den eindeutigen Gewinner des Kamel-Quiz können wir jedoch nicht ermitteln. Irgendwie hatte jeder mit der Antwort Recht – bei Autos gibt es vom verschrottsreifen Citroen Visa bis zum Rolls Royce ja auch alles. Wir haben unsere Frage nicht eindeutig genug gestellt (damals fehlt uns noch die entsprechende Dromedar-Erfahrung).
Wolle erhält demnächst noch einen Preis für den besten Limerick.
Allen Lesern ein dickes Dankeschön. Wir freuen uns schon auf den nächsten Urlaub und darauf wieder Reisetagebuch zu schreiben.
Dies ist heute der letzte Eintrag „Tagebuch-Marokko“.
Liebe Grüße sendsen euch Tom & DAG

Marion und Jungs

Reisetagebuch-Voting

21 Jan

Liebe Leser,

seit Samstag sind wir wieder wohlbehalten zu Hause und heute hatten wir schon wieder den ersten Arbeitstag. Kollegen haben zwar gespottet, ich wäre 4 Monate und nicht 4 Wochen (sprich 15 Arbeitstage) im Urlaub gewesen, aber nachdem ich heute noch mein PC Passwort wusste und um Punkt 12 Uhr der Magen auf dem Weg zur Kantine geknurrt hat, glaube ich war der Urlaub einfach noch kurz.

Uns hat das Reisetagebuch in den letzten Wochen super viel Spass bereitet und wir werden wieder berichten, wenn wir die nächste große Reise antreten.

Um unserem Tagebuch noch einen besonderen Abschluss zu geben, möchten wir Euch heute bitten, für den Beitrag zu voten, der Euch am besten gefallen hat! Also, meldet Euch bis zum Freitag den 25. Januar 0:00 Uhr per Kommentar mit dem Betreff/Titel unseres Tagesberichtes.

Am Samstag werden wir dann unter all den Votern, die für den Titel mit den meisten Stimmen gestimmt haben, einen Preis auslosen. Die Auslosung findet unter der unbestechlichen Aufsicht von unseren Jungs Benni und Jonathan statt. Als Preis setzen wir eine Einladung zum marokkanischen Essen bei DAG & Tom aus.

Ausserdem geben wir dann auch den endgültigen Gewinner des Dromedar-Quiz bekannt.

Wir freuen uns wie immer auf Eure Reaktionen – bis Samstag.

Schöne Grüsse aus Aachen + Meerbusch von DAG + TOM

The way home

16 Jan

Durch die leider lange Hin- bzw. Rückfahrt, befinden wir uns jetzt schon auf dem Rückweg. Am 16. geht die Fähre wieder von Tanger ab. Daher wollten wir heute einfach nur einen Fahrtag von Marrakesch nach Tanger einlegen (ca. 600 Kilometer auf Autobahn). An einem solchen Tag passiert ja nichts Spektakuläres fürs Reisetagebuch, daher hat Tom schon mal vorsorglich einen „allgemein gültigen Artikel“ geschrieben über Sanitäres.

Da hatten wir aber die Rechnung ohne den Landy gemacht. Kurz nachdem Tom gesagt hatte „wir liegen ja super in der Zeit“, verspürte die Autorin ein seltsames Schlagen in der Lenkung und ein komisches Geräusch von hinten links. Übrigens bei „Höchstgeschwindigkeit“ von 117,5 Stundenkilometern.

Auf dem Seitenstreifen der Autobahn erst einmal Inspektion des Fahrzeuges vorgenommen und siehe da, beim Reifen hinten links löst sich die Decke. Dann ist wohl mal Reifenwechsel angesagt. Wir sichern dann den Standstreifen auf die deutsche Art mit dem guten Warndreieck und marokkanisch mit ein paar Felsbrocken. Reservereifen runter, Jack-all (der beste Wagenheber der Welt) raus. Der extra vor dem Urlaub gekaufte Defender Adapter passt leider nicht (wer probiert denn so etwas schon aus?). Egal, drunter, Wagen hoch, Reifen ab, Reifen drauf und wenn dann der weltbeste Wagenheber keine Zicken beim Runterlassen gemacht hätte, wäre uns wohl ein neuer Job in der Formel 1 sicher gewesen. Ingenieurtechnisch mit dem Hammer kam dann die Lösung von Tom. Just in dem Moment als alle Probleme gelöst sind, steht die marokkanische Straßenwacht neben uns und sichert unsere Gefahrenstelle mit Hütchen. Hat letztlich alles gut geklappt, wir hatten viel schlimmere Situationen, in denen ein Radwechsel sehr viel schwieriger gewesen wäre.

So setzen wir dann unsere Fahrt nach Tanger fort. Tom hatte uns gestern Abend ja schon unser Wunschhotel telefonisch reserviert. Das „La Tangerine“ hatten wir auf unserem Spaziergang mit Yussuf gesehen und später hatte auch dieses Schweitzer Pärchen sehr begeistert davon erzählt.

Angekommen im Hotel können wir die Begeisterung teilen. Der alte Riad wurde von einem deutsch-marokkanischen Pärchen 2001 gekauft und 4 Jahre lang restauriert. Jetzt gibt es 10 Zimmer, die alle sehr schön eingerichtet sind. Unser Zimmer liegt zum Hafen hin und über eine Treppe kommt man auf die Schlafempore. Dem Bett gegenüber ist das Fenster mit Blick über das Meer auf Gibraltar. Es steht sogar ein Fernglas da, damit man die Schiffe beobachten kann. Wir machen dann abends noch einen Gang in die Medina, versorgen euch im Internetcafe mit 3 neuen Berichten und uns später dann noch in einer Suppenküche für 1,50 Euro mit drei Tellern sehr leckerer Suppe.

Morgen werden wir dann noch einmal ein wenig durch die Stadt laufen, gegen Mittag zum Hafen runter fahren, ausdeklarieren und dann abends mit der Fähre um (hoffentlich) 19.00 Uhr wieder starten in Richtung Sete.

Dies ist daher der letzte Bericht aus Marokko und unseren „Urlaubs-Abschluss-Bericht“ erhaltet ihr dann am Sonntag.

Bis Sonntag, Ihr treuen Leser. Gruß DAG

Sanitaires – eine kurze Abhandlung über Duschen in Marokko

15 Jan

Eine kurze Abhandlung über Duschen in Marokko. Natürlich stellt sich zuerst einmal das Existenzproblem: Zustand A) es gibt eine Dusche oder Zustand B) es gibt keine.

Zustand B) haben wir als Touristen nie angetroffen, selbst auf allen Campingplätzen wo wir waren, war Zustand A) dominant. Ein Großteil der marokkanischen Bevölkerung muss sich aber nach wie vor mit Zustand B) arrangieren. Die Lösung dafür in der marokkanischen Stadt ist der HAMMAN (öffentliches Waschhaus, Details dazu siehe letzter Bericht meiner Begleitung). Die Lösung auf dem Lande ist uns nicht bekannt.

Den Zustand A) es gibt eine Dusche kann man weiter unterteilen in die Zustände A1) es gibt warmes Wasser; den Zustand A2) es gibt nur kaltes Wasser oder den in Marokko zu 95% dominanten Zustand A3) es sollte eigentlich warmes Wasser geben, aber durch widrige äußere Umstände (kein Gas, mangelnder Wasserdruck seitens der örtlichen Wasserwerke, Boiler kaputt, etc) gibt es im Moment nur kaltes Wasser. Dieser Zustand A3) tritt bevorzugt morgens zwischen 7 und 11 Uhr auf.

Gelegentlich (meist in Luxus-Riads) tritt auch noch der Zustand A4) auf: es gibt warmes Wasser, aber unvermittelt und plötzlich wechselt die Wassertemperatur entweder in den einstelligen Bereich oder über 75 Grad Celsius.

Ausgehend von dominanten Zustand A3) (es sollte eigentlich warmes Wasser geben, aber durch widrige Umstände gibt es im Moment nur kaltes Wasser) kann man weiter unterteilen in Zufluss- und Abfluss-Probleme.

Der in Marokko dominante Zustand scheint A3.I) zu sein: es kommt ein bisschen Wasser aus dem Duschkopf. In extremen Situationen (z.B. in Wüstencamps) kommt es auch schon mal zum Zustand A1.II): es kommt warmes Wasser aus dem Duschkopf, aber nur tröpfchen-weise… Auch recht selten anzutreffen ist der Zustand A3. III) oder A1.III), wo ein kräftiger kalter oder warmer Wasser-Strahl den Duschkopf verlässt.

In diesem Zustand (A3. III oder A1.III) kann man gelegentlich auch noch das Abfluss-Problem beobachten. Dies tritt immer dann auf, wenn der Wasserzufluss den Wasserabfluss deutlich übersteigt. Dieser Zustand (In Europa gemeinhin auch als „Abfluss verstopft“ bezeichnet) kann schnell zu Überschwemmungen führen, wenn nicht zeitnah angemessene Gegenmaßnahmen ergriffen werden (z.B. „Wasser an, Einduschen, Wasser aus, Einseifen, Wasser an, Abduschen, Wasser aus“; oder ähnliche taktische Maßnahmen).

Sollte man mal das Glück haben, eine warme Dusche (Zustand A1.III) zu erwischen, bei der die Zufluss-Menge auf die Abflusskapazität abgestimmt ist, können eigentlich nur noch zwei oder drei Kleinigkeiten das Duschvergnügen schmälern:

• Kleinigkeit i): mangelnde horizontale Absicherung gegen Spritzwasser – technische Ausführung z.B. als Duschvorhang oder Duschkabine. Beide Optionen scheinen in Marokko völlig unbekannt zu sein
• Kleinigkeit ii) fehlende Halterung für den Duschkopf, so das man sich das blöde Ding manuell über den Kopf oder die restlichen Körperteile halten muss. Kleinigkeit ii) kann allerdings elegant durch Duschen zu zweit entschärft werden.
• Kleinigkeit iii) die warme Dusche wird durch die Begleitung solange blockiert, bis sie in den Zustand A2) („kommt nur noch kalt“) übergegangen ist

As salâmu alekûm!

Thomas

PS:

Natürlich können einige bei den Duschen beobachteten Zustände auch auf die Notdurftverrichtungsanlagen (aka „Klo“) übertragen werden. Hierauf möchte ich aber aus sanitären Gründen nicht im selben Detail eingehen wie bei den Duschen. Nur soviel: es kommt praktisch nur Zustand A) vor – gibt eigentlich immer ein Klo!

Das Temperaturproblem ist in diesem Fall nicht relevant.

Probleme mit dem Wasserzufluss auf dem Klo treten in Marokko ab und zu mal auf, können aber gemeinhin durch Öffnung des Spülkastens und ein bisschen rumfummeln schnell und unkompliziert gelöst werden.

Falls mal kein automatisierter Wasserzufluss (Spülkasten) vorhanden ist (auf Campingplätzen oft anzutreffen) ist die manuelle Spülmethode anzuwenden: Wassersammelgefäß („Eimer“) unter Wasserhahn auffüllen und manuell spülen (siehe Foto).

Probleme mit dem Wasserabfluss beim Klo sind uns in Marokko zu unserer freudigen Überraschung nicht untergekommen!

Sanitaires

In den Suqs von Marrakesch

14 Jan

Heute Morgen wollten wir eigentlich mal ein wenig länger schlafen, aber der einzige Nachteil unseres wunderbaren Hotels ist leider, dass die Zimmer auf den Innenhof raus gehen. Und da steht ein Telefon. Erster Anrufer 7.50 Uhr. Was soll es, ist immer hin gute 2 Stunden später als vom Muezzin geweckt zu werden. Kaum treten wir aus dem Zimmer, werden wir gefragt, ob wir das Frühstück auf der Dach-Terrasse einnehmen wollen. Wollen wir sehr gerne. Und in der Sonne sitzend lassen wir es uns dann schmecken mit Spiegelei, Baguette, frisch gepresstem Orangensaft, warmen Fladen und Orangenmarmelade. Da fängt der Tag doch schon mal gut an. So schlendern wir dann später durch die Gassen: vom der Gasse der Lampenhändler, zu den Babusch-(auch die Hausschlappe genannt)Händlern, zu den Schnitzern- und Teppich-Händlern. Alles ist bunt, riecht fremdartig und ständig fahren kleine Mopeds durch die Gassen. Hier preist einer seine Waren lautstark an, der nächste zupft einen am Ärmel „hier gutte Preis“ und dort tönt laut orientalische Musik.

Einen besonders erfolgreichen Kauf tätigen wir im Porzellan-Geschäft bei einem Berber. Der gute Mann versteht unser Französisch und kann uns endlich die Frage aller Fragen beantworten: WAS KOSTET EIN GUTES DROMEDAR? „Ist gaanz einfach, ist wie Auto. Altes Auto, kleine Preis; junges Auto, große Preis!“ strahlt er uns an. „Und was ist das so in Dirham?“ „10.000 für altes, aber gutes Dromedar und so 20.000 Dirham für junges starkes (und wahrscheinlich männliches Dromedar; Anmerkung der Autorin)“. Froh und erleichtert, endlich die Antwort gefunden zu haben, verlassen wir das Geschäft und der Inhaber fragt sich wahrscheinlich, ob alle Deutschen so verrückt sind.

Dann zurück zum Hotel, wir haben ja noch den Termin im Hamman. Die Hamman haben in der arabischen Welt eine lange Tradition und gehören genauso wie die Moschee zu jeder Stadt. Die rituellen Waschungen sind religiöse Pflicht der Moslems und da auch heute noch viele Häuser nicht über fließendes Wasser verfügen, werden sie immer noch stark genutzt. Im traditionellen Hamman gehen die Frauen in der Regel tagsüber baden und die Männer am Abend und in der Nacht. Kinder gehen zusammen mit ihren Müttern baden und man sieht es dann auch erste Aufklärungsstunden für die Jungs an.

Bei uns hier im Riad dürfen Tom und ich allerdings zusammen ins Hamman. Ähnlich einer Dampfsauna ist der kleine Raum, vollständig aus Tadelat (marokkanischer Glattputz für Wände besonders in Nassräumen, sehr aufwendig in der Verarbeitung und daher bei uns in Deutschland fast unbezahlbar) mit einer geheizten Pritsche in der Mitte. Unsere Badefrau fängt erst einmal mit mir an. Dann weiß Tom wenigstens was auf ihn zukommt. Zuerst wird man sozusagen von Hand geduscht. Wunderbar warmes Wasser wird aus einer Schale mehrfach über den Körper geschüttet. Dann wird man mit einer Seife mit Eukalyptusgeruch am ganzen Körper eingerieben. Es folgt eine Bürstenmassage, die auch den letzten Wüstenstaub aus den Poren holt.

Wahrscheinlich zum wieder versiegeln der Poren, werde ich dann von der Nasenspitze bis zu den Zehen mit Schlamm eingerieben. Tom grinst und meint, ein Foto wäre jetzt nicht schlecht. Aber darauf muss die Nachwelt leider verzichten, die feuchte Luft hätte der Kamera nämlich gar nicht gut getan ;-). Nachdem Tom sich der gleichen Prozedur unterzogen hat, darf auch ich grinsen. Mit dem Schlamm sieht er echt noch besser aus, als ob er gerade vom catchen käme. Zum Abschluss bekommt man noch schön die Füße abgetrocknet, die Schlappen gereicht und wird wieder in den Bademantel gewickelt. Und selbst Tom meint, das wäre ja wohl echt ein klasse Gefühl.

So frisch gereinigt machen wir noch ein paar Einkäufe und nehmen das Abendessen wieder auf der Fressmeile ein. Dann noch ein Gewürztee mit „Lebkuchen“ und trotz ein wenig Regen am Abend, war das wieder ein sehr schöner und erlebnisreicher Urlaubstag.

Bonne nuit – DAG

…aber das Frühstück war gut.

13 Jan

Noch einer weiteren „naja-Nacht“ im Hotel in Tazenakht (ich schmücke das hier mal nicht weiter aus), weiter Richtung Marrakesch. Wir haben uns dafür entschieden den gleichen Pass, nämlich den Tizi-n-Tichka, zu fahren den wir auch schon auf der Hintour gefahren sind, da dieser schnell und gut zu befahren war. Der andere Pass Tizi-n-Test ist landschaftlich zwar wesentlich schöner, aber sehr engkurvig und somit nur langsam befahrbar. Da in diesem Land immer der Größere siegt, wären wir allen alten Mercedes 200 zwar überlegen, aber die LKW… Da wir so schnell wie möglich nach Marrakesch wollen, haben wir auch noch das Tanken vergessen und sind vor dem Pass noch mal zurück zur Tankstelle gefahren: 60 Kilometer Umweg.

In Marrakesch angekommen, erstmal wie ein guter deutscher Tourist, die Touristeninformation gesucht. Steht schließlich die Adresse im Reiseführer. Wir sind dann auf der richtigen Strasse und brauchen nur noch die Hausnummer zu finden. Nachdem wir jetzt fast alle Anwohner der 4-spurigen Straße und alle Polizisten kennen, endlich auch die Touristeninformation gefunden, die aber leider heute (und nur heute) geschlossen ist. O.k., dann suchen wir uns halt ein Zimmer auf die marokkanische Art. Wir fahren zum größten touristischen Platz der Stadt und deponieren dort erst einmal unser Auto. Tom drückt dem Parkwächter, der fast blind ist, dann die verlangten Dirham in die Hand mit den Worten „schön aufpassen, ist gutes Auto“. Zu Fuß zum Platz der geköpften „Djamaa el-Fna“ und ungefähr 7 hundertstel Sekunden später, spricht uns der erste an. Nein, wir wollen nicht in den Hamman (Badeanstalt), sondern ein Zimmer. „Ein Zimmer – no Problem“ „Aber wir wollen ein gutes Zimmer…“ No Problem – ist gutes Zimmer“. Na, gehen wir mal mit. 1. Strasse rechts, links in die Gasse, dann wieder links, zweimal rechts, in gaaanz kleine Gasse (hier sind dann auch keine Menschen mehr), dann noch mal rechts: unscheinbares Haus, die Türe geht auf und AHHH… Wir stehen wieder einmal staunend in einem Riad und werden freundlich mit Tee empfangen. Hier gibt es nur 4 Zimmer und alles sieht sehr nett aus. Noch bevor wir das Zimmer gesehen haben raunt Tom: „ das nehmen wir“. Sehr fragender Blick meinerseits. „Guck mal hier gibt es Heizpilze…“ Ach, daher weht der Wind. Aber auch die Zimmer stellen sich als warm und mit wirklich heißer Dusche heraus. Zum Preis von 95 Euro für das Zimmer inklusive Frühstück und halbstündigem Besuch des Hamman, ist der Preis für uns in Ordnung. „Nous prenons le chambre“. Darauf gibt es natürlich erst mal wieder einen Tee.

Ein wenig haben wir uns in diesem Urlaub schon an die labyrint-artigen Gassen gewöhnt und wir finden ohne Probleme wieder zum Auto zurück.

Nachdem wir bisher immer gleich das Zimmer mit Halbpension gebucht haben, was hier sehr üblich und auch immer gut war, wollten wir diesmal uns in den Garküchen verpflegen. Auf dem Platz der Geköpften ist die Fressmeile. Wir nehmen Platz auf der Biergarnitur und der „Kellner“ liest uns erst einmal die Karte von oben bis unten vor. Wir nehmen Brochette (Fleischspieße) und Gemüse-Couscous – beides super lecker und frisch zubereitet. Zum Preis von zusammen 9 Euro sind wir super satt. Entlang der Gasherde auf denen es überall kocht und brutzelt, finden wir dann auch die Meile der Süßwarenhändler. Hier trinke ich glaube ich den leckersten Tee meines Lebens, scharf und süß und wunderbar nach orientalischen Gewürzen schmeckend. Dazu gibt es eine braune Masse mit Sesam garniert, die wie weicher Lebkuchen schmeckt.

Auf dem Platz treffen sich nicht nur die Touristen. Dieser Platz ist auch wichtig für die Einheimischen, den hier lauschen Sie gebannten den Geschichtenerzählern und Wahrsagern. Musikanten spielen auf und manch einer wagt das Glücksspiel. Schlangenbeschwörer und Wasserverkäufer runden das malerische Bild ab.

Weniger malerisch war allerdings, dass Tom plötzlich sein Handy vermisste – war ihm im Gewühl aus der Jackentasche geklaut worden. Danach war uns ein wenig die Lust auf Stadt und Menschen vergangen und wir sind zurück in unsere wohlige Herberge.

Beslôma – DAG

Off-Road Tag

12 Jan

Tja, heute durfte ich dann endlich mal den Landy seiner standesgemäßen Bestimmung zuführen: OFF-ROAD! Die Wahl fällt wegen unserer mangelnden Off-Road Erfahrung und fehlendem GPS auf eine der kürzesten Pisten die unsere Reiseführer hergibt: angeblich „nur“ 88 km Piste ab Zagora.

In Zagora ohne Probleme den Einstieg zur Piste gefunden, es geht nämlich erst einmal auf der Teerstrasse Richtung Flughafen (sehr praktisch!). Nach dem Abzweig zum Flughafen hört es dann schlagartig auf mit der Teerstrasse und die Weite des marokkanischen Wüstensandes liegt vor uns.

Am ersten Abzweig fragen wir sicherheitshalber erst mal eine paar zufällig anwesende Bauarbeiter, ob dies auch die Richtige Piste in Richtung Bleida sein. Die Herren kratzen sich erst mal am Kopf (und noch woanders) und dann gibt uns einer wild gestikulierend zu verstehen, dass die Piste nach Bleida GAAANZ woanders lang laufen würde. Völligen Blödsinn, wie sich im Laufe der nächsten ½ Stunde Wegsuche und nochmaligen Nachfragen bei Einheimischen Touareg rausstellt. Wir waren bereits auf der richtigen Piste… (Wenn wir ein GPS gehabt hätten, hätten wir das natürlich auch gleich gewusst… aber so neumodisches Zeugs haben die Touareg ja auch nicht…)

Also geht’s weiter. Ich lasse es erst mal ein bisschen zu forsch angehen – rein geschwindigkeitsmäßig… Bei der ersten größeren Bodenwelle verteilt sich erst mal der Inhalt unserer Vorratskisten auf dem Boden des Landy. Dagmars Blick wird „kritisch“… Ich sag noch: „wenn das mit der Piste schlimmer wird, drehen wir lieber wieder um“ und fahre ab da ein bisschen vorsichtiger ?

Aber dann geht es ganz gut. Ebene Piste, ab und zu mal Sand-Felder, die aber „mit Schwung“ durchpflügt werden. Es gibt immer wieder (alle 20 min oder so) Leute am Wegesrand, die wir nach der Richtung fragen können – die stimmt aber, ganz grob wenigstens. Die Sandpiste wandelt sich zusehends zur Stein-Piste. Nach ca. 2 Stunden beginnt das Gebirge. Es geht also im wahrsten Sinn des Wortes aufwärts.

An einer Gabelung ist es unmöglich zu sagen, ob wir rechts oder links rum müssen. Sieht beides schlecht aus. Da rechts in der Ferne ein alter Ford Transit auf der Strasse steht und da ein paar Leute dabei stehen, fahren wir rechts – da können wir wenigstens nachfragen. Im Nachhinein war es ein Segen für den Fahrer des uralten Ford Transit, dass wir uns so entschieden haben, der war dort nämlich OHNE BENZIN liegen geblieben. Endlich kommen unsere Reserve-Kanister mal zum Einsatz (wenigstens einer). Der Havarist ist überglücklich und bedankt sich 1000x für die Hilfe. Außerdem lässt er uns wissen, dass wir „nach Tasla“ auf der falschen Piste sind. Also fahren wir die 2 km bis zur fraglichen Gabelung zurück und nehmen den anderen Abzweig.

Kurz danach wird die Strasse nicht nur noch steiniger, steiler und schmaler, sondern ist auch noch von einer tiefen Mittelrille vom ablaufen Wasser durchzogen. Aber der Landy zieht eben auch durch! Trotzdem: wenn wir nicht vor 10 Minuten gefragt hätten, würde ich wetten, dass wir auf der falschen Piste sind.

So aber geht es erst immer weiter bergauf und danach ebenso steil und schmal wieder bergab (logisch, oder?). Damit haben wir den schwierigsten Teil der Strecke hinter uns. Auf der anderen Seite des Berges erwartet uns ein schöner Palmenhain, den wir durchfahren.

Allmählich zieht es sich. Wir sind nun schon 3 ½ h unterwegs mitten auf einer Strecke, für die ich insgesamt maximal 3 h eingeplant hatte. Es geht wieder bergan, dann bergab, usw. Die Piste folgt für lange Zeit einem Flussbett. Zum Glück haben wir wenigstens den Kompass, der uns sagt, dass wir GAAANZ grob in die richtige Richtung unterwegs sind, nach Nord-Westen. Ein paar Hirtenmädchen am Wegesrand bestärken uns durch wildes Gestikulieren in unserem Gefühl: Richtung „passt schon“. Zum Dank bekommen sie zwei Kugelschreiber geschenkt und freuen sich riesig.

Als wir beide denken „jetzt muss doch endlich das Ende der Piste kommen“ kommen wir zu einem Bergbau-Gebiet. Laut unseren 1:1.000.000 Karte wird hier Kupfer abgebaut. Deshalb hatten auch die Felsen entlang der Piste immer wieder mal so grünlich geschimmert (oxidiertes Kupfer). Mit Blick auf der Friedhof direkt neben den Bergwerk bemerkt meine Liebe ganz trocken, dass der Bergbau hier in Marokko wohl auch nicht ganz ungefährlich sein…

Blöd nur, dass auf unserer Karte der Kupferbergbau erst bei der Mitte der Strecke eingezeichnet ist… Aber wenigstens sind wir (immer noch) auf der richtigen Piste. Also: Gas! Inzwischen habe ich den Landy ganz gut im Griff (meine ich wenigstens) und mein Fahrstil wird wieder ein bisschen verwegener. Meine Navigateuse schweigt. Ich frage sie, ob es ihr übel wird, was sie aber verneint. Dann muss ich mich wieder aufs fahren konzentrieren… ?

Dann endlich: nach 120 km Piste kommen wir wieder auf eine Teerstrasse – zurück in der Zivilisation – dachten wir. Allerdings sind die nächsten 40 km auf dieser Strasse fast noch schlimmer als vorher – so eine schlechte Teer-Strasse habe ich noch nie befahren. Teilweise ist sind rechts und links der Teerstrasse wieder Pisten rausgefahren worden, die deutlich besser als die ehemals geteerte Mittelspur sind.

Nach 4 ½ Stunden und 160 km hat das Offroad-Abenteuer dann (leider) ein Ende. Hat zwar VIEL längern gedauert als gedacht, war aber ein Riesen-Spaß und am Landy ist auch noch alles heil. Nur von innen ist der Wagen ein wenig verstaubt – Off-Road Patina!

Die restlichen Kilometer über die normale Strasse verlaufen problemlos. Leider kommen wir vor der Dunkelheit nicht mehr bis zu unserem Ziel-Ort, so dass wir uns in einem kleinen Nest am Rande der Strasse wieder ein schäbiges kleines Hotel suchen müssen. Ist aber dann doch nicht ganz so schlimm wie das „Hotel Economique“.
„That’s Life“ und As salâmu alekûm!

Thomas

DAG: Nach so einem Bericht, erwarte ich aber jetzt erste Kommentare der Landy-Fahrer unter Euch ?. Gruss.

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Wüsten-Camp

11 Jan

Heute (Samstag, den 12. Jan) gibt’s mal zwei Tages-Berichte auf einmal. Das liegt daran, dass wir gestern Abend in einem Wüsten-Camp nahe der algerischen Grenze waren und wir dort tatsächlich das erste Mal in diesem Urlaub abends keinen Handy-Empfang hatten…

Aber nun wie immer erst mal der Reihe nach: gestern Morgen von Zagora gestartet. Der besondere Service dieses Campingplatzes war diesmal nicht das frische Brot, sondern eine Hängematte sowie Tisch und Höckchen aus Holz für jeden Camper. Spaziergang durch die Stadt und suche nach DEM Schild: 52 Tage mit dem Dromedar nach Timbouctou. Zagora war früher nämlich eine wichtige Karawanenstadt.

Danach auf nach M’Hamid, unser südlichster Punkt, nahe der algerischen Grenze (Grenze vermint) zu dem zweiten Sandwüstengebiet in Marokko, dem Chegaga. Gerade angekommen, fängt uns direkt ein Einheimischer ab, der uns zu einem Campingplatz (den hatten wir vorher auch schon „ausgewählt“) bringt. „Here End of road“, über kleine Piste zum Camping. Mmh, o.k. hier stehen Palmen, es gibt einen kleinen Platz, ist das der Campingplatz? Ist uns zu basic; da kann man wieder einmal sehen wie sehr Beschreibung und Wirklichkeit von einander abweichen können.

Also leitet uns unser „Führer“ zu seinem Büro in der „Stadt“. Er hätte auch ein Camp, das sollten wir uns doch mal angucken. Da könne man im Berberzelt schlafen. Das hatten wir ja noch nicht. Also los. Kleine Landy-Teststrecke über Sand und Piste. Camp einsam in den Dünen gelegen und sehr liebvoll eingerichtet. Hier bleiben wir und bestaunen wieder einmal einen fantastischen Sonnenuntergang. Danach wird nur für uns und für ein Paar aus Agadir angekommen (300 km Entfernung), Harira (Hülsefrüchtesuppe), Tajine mit Huhn und Salzzitronen und Oliven (hatten wir zwar schon mal, aber die hier war die leckerste), danach Obst.

Leider fällt wegen Holzmangel das Feuer in der Mitte der Zelte aus. Wir setzen uns dafür auf die Berberteppich unter diesen tollen Sternenhimmel und zählen die Sternschnuppen. Später gibt es noch in einer kleinen Hütte Gesang und Musik der Berber. Übrigens gibt es hier im Camp keinen Strom. Alles ist mit Kerzen beleuchtet. Als Tom abends zum Duschen ging, da hat er das mit Stirnlampe und Laterne gemacht. Echt romantisch.

Gute Nacht im Nomadenbett verbracht, morgens servieren die noch müden Berber ein kleines (aha, daher „petit dejeuner“) Frühstück. Danach ab auf die Piste. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn heute ist „Thomas-Wunschtag“. Der nächste Bericht „Off-Road Tag“ ist deshalb wieder von Tom.

Gruß DAG

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Kamel-Quiz

10 Jan

Liebe Leser!

Heute (Donnerstag, den 10. Jan) sind wir von Merzouga am Erg Chebbi nach Zagora im Draa-Tal gefahren. Ca. 300 km hauptsächlich durch Steinwüste. Trotz dieser vielleicht etwas eintönig erscheinenden Kurzbeschreibung war heute ein sehr interessanter Tag.

Los ging es mit einer morgendlichen Dromedar-Tour. Um 5:10 Uhr (kein Tippfehler) erstes Wecken durch den Muezzin. Unglaublich, was diese modernen, im Moschee-Turm installierten Megafone an Lautstärke so hergeben… Nachdem ich dreimal kurz „Schlummern“ in die Nacht gebrüllt habe, verstummt der Sing-Sang und wir dürfen noch mal 20 Minuten weiterträumen. Aber um 5:30 Uhr geht es tatsächlich schon wieder los! Passt uns aber ganz gut, weil um 6 Uhr unsere bestellte „Sonnenaufgang-in-der-Wüste-mit-Dromedar-Tour“ losgeht.

Wir werden dann auch pünktlich von unserem Führer Said begrüßt, der uns durch die Dunkelheit zu zwei prächtigen Dromedar-Bullen führt. Da wir uns die arabischen Namen der beiden leider nicht merken können, nennen wir sie „Schoko“ und „Vanille“ (Nomen est Omen: einer ist braun und der andere Sandfarben).

Schnell aufgesessen, und los geht’s mit unseren beiden Wüstenschiffen unter dem Sternenzelt, ab in die Wüste. Nach 45 Minuten sind wir an unseren Ziel angekommen – die große Düne halblinks. Wir setzen uns also auf die Düne und warten auf den Sonnenaufgang.

Die folgenden 30 Minuten Wartezeit werden mir wahrscheinlich als die kältesten seit 1946 in Erinnerung bleiben. Trotz 1) Ski-Unterwäsche 2) Fleece-Pullover 3) Sweatshirt 4) Gore-Text Windstopper Jacke 5) Handschuhen 6) Mütze 7) Balaclava ist es einfach a…-kalt.

Als dann um 7:15 Uhr die Sonne sich endlich blicken lässt, beschließen Schoko und Vanille genau in diesem Moment, selbstständig den Heimweg anzutreten. Natürlich ohne uns (die zahlenden Gäste), aber auch ohne ihren Herrn und Gebieter Said. Nachdem dieser nun erstmal damit beschäftigt ist, die beiden Burschen wieder einzufangen, haben wir genügend Zeit, den Sonnenaufgang zu genießen und auch noch ein paar Fotos zu machen.

Nun, als Schoko und Vanille wieder unter Kontrolle sind, haben wir vor dem Heimweg noch Muße für ein kleines Schwätzchen mit dem Führer und beglückwünschen ihn dazu, wie gut seine beiden Tiere doch gehorchen.

An dieser Stelle wir es nun auch Zeit, das gelernte Wissen über Land und Leute (und Dromedare) an Euch weiterzugeben. Deshalb an dieser Stelle ein kleines Quiz: (Nein, ich frage jetzt NICHT nach dem Unterschiede zwischen Kamelen und Dromedaren – das setzen wir mal als bekannt voraus…). Vielmehr setzen wir ein Original-Dromedar aus Zagora als Preis aus, für die richtige Beantwortung BEIDER folgender Fragen:

1) Einfach: Wie alt wird ein Dromedar (+/- 5 Jahre)?
2) Schwer: Was kostet ein kräftiger Dromedar-Bulle in Marokko in Dirham (10 DH = ~ 1 Euro)? Kleiner Tipp: Said hat mir wahrscheinlich etwas vom Kamel erzählt, als er mir weismachen wollte, seine beiden Viecher würden 1 Mio. DH PRO STÜCK kosten)
Nach der Dromedar-Tour und dem Zusammenpacken ging es dann „back-on-the-road“. Erster Zwischenstopp war in Rissani, einem alten Karawanen-Stützpunkt, an dem heute gerade Markttag war. Zumindest der Teil des Markts, wo das Gemüse/Gewürze/Tiere/Krimskrams verkauft wurde, war immer noch genau so wie vor 100 Jahren (behauptet jedenfalls unser Reiseführer…). Den Teil des Markts mit den Nokia-Handys dagegen gab es vor 100 Jahren wahrscheinlich noch nicht?.

Fast noch besser als der Marktplatz war aber der direkt daneben befindliche „Esel-Parkplatz“. Da die Händler von nah und fern zu dem Markt zu einem großen Teil noch mit Eseln anreisen, müssen sie die Tierchen natürlich während des Markts irgendwo parken! Die Tiere hatten dort sehr viel Spaß, es war die Ganze Zeit ein munteres Grunzen, Beißen, Treten und sich-im-Dreck-wälzen im Gange. Teilweise wurden die Esel sogar übereinander geparkt, so dass sich ein mancher stolzer Besitzer einer Esel-Stute in 9 Monaten über ein kleines Mitbringsel vom Markt freuen dürfte ?

Nach dem Markt ging es weiter quer durch die Wüste gen Westen, nach Zagora. Auf dem Weg dorthin haben wir dann auch zum ersten Mal wilde Dromedare gesehen. Die Tiere fraßen um Rande der Strasse, waren aber gar nicht scheu, sondern sogar recht fotogen, so dass bei uns echtes Safari-Feeling aufkam.

In Zagora angekommen, suchten wir den Camping-Platz auf, der uns von unseren neuen Bochumer Freunden empfohlen worden war, und dort campen wir nun unter Palmen. Tres bien!

Heute Abend gab es vom besten 1-Flammen-Meisterkoch diesseits des Äquators ein köstliches Dinner: erst Basmati-Reis mit Rinder-Rouladen und süßen Gurken, und als Nachtisch amerikanische Pan-Cakes mit Ahorn-Sirup, direkt am Tisch zubereitet! Ich bin jetzt so satt, dass ich noch nicht mal mehr „papp“ sagen kann!

Liebe Grüße und As salâmu alekûm!

Thomas

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Kaltes Land unter heißer Sonne

9 Jan

…so nennen die Marokkaner ihr Land. Das können wir seit heute wirklich bestätigen. Heute zum ersten Mal tagsüber so 25 Grad, Sonne und azurblauer Himmel mit nicht einem Wölkchen. Morgens nach dem ersten Wecken durch den Muezzin um 5.30 Uhr noch mal ein wenig eingenickt. Wir wissen jetzt auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass bei der Wahl des Standortes des Campingplatzes auch die Lage der Moschee zu beachten ist.

Kaum saßen wir beim Frühstück und wollten gerade das Brot auftoasten, als unser Campingplatzbesitzer Ibrahim mit frischem Fladenbrot vorbeikommt (natürlich in einer schwarzen Plastiktüte). Cést tres bien! Nach ausgiebiger Stärkung zu Fuß auf die große Düne marschiert. Einen Schritt hoch, halben wieder zurück – aber die Aussicht hat uns wirklich belohnt. Vor uns reiht sich Düne an Düne, hinter uns das flache grauschwarze Land begrenzt von den Bergen. Super Erlebnis. Wieder unter angekommen, erst einmal 2 Kilo Sand aus jedem Schuh geholt. Den mussten wir dann später auch an einigen Stellen aus dem Landy holen, als Tom dann a la Gaston Rahier durch das Desert geheizt ist. In der Nähe gibt es eine Senke mit Wasser in der Flamingos sein sollen. Aber leider haben wir nur einige Canard (für die Nicht-Franzosen: Enten) gesehen. Zum Abend noch einmal auf die Düne und von dort den Sonnenuntergang geguckt. Tom hat dann die Kamele für morgen früh klar gemacht und Ibrahim tauchte dann wieder wie gerufen mit frischem Tee auf.

Seit wir campen komme ich auch endlich mal zum kochen: Vorspeise: Penne Arabiata mit Huhn, Haupt: Sülze mit Countrykartoffeln und Gurken und als Nachtisch Apfelkompott mit Banane. Die werten Leser die mich sonst als Schiffskoch kennen, mögen bitte bei dem Menü berücksichtigen, hier gibt es nur eine Flamme, keinen Backofen gibt und der „Kühlschrank“ ist eher begrenzt. Frische Sachen sind hier auch eher schwierig. Tom mag hier nie beim Metzger einkaufen??!! Also „Finetuning“ des Dosenfoods.

Heute Abend früh in die Heia, morgen um 5.30 Uhr weckt uns der Muezzin und es geht auf die Kamele.

Gute Nacht DAG

P.S. Tom, bei der nächsten Sahara-Expedition kommen wir übrigens auf das Angebot der Schneeschuhe zurück, was hier geboten wird ist jetzt nicht so neuester Stand (Foto anbei).