Archiv | Oktober, 2010

Äthiopien – Erste Eindrücke

31 Okt

Reisebericht von Tom

Tracks Ethiopia

 

Auf Äthiopien haben wir uns nach dem Studium unseres Reiseführers mental vorbereitet als ein Land, in dem alles anders ist. Die Sprache ist anders – nämlich Aramäisch als „Hauptsprache“ unter den 70 (!!!) anderen gesprochen Sprachen. Na ja, eine neue Sprache hat man ja in den meisten Ländern, also was solls…

Die Schrift ist auch anders, nämlich so ähnlich wie das indische Sanskrit. Aber da wir von der arabischen Schrift auch nicht die Bohne verstanden haben, verschlechtert sich unsere Situation in dieser Hinsicht wenigstens nicht 🙂

Die Zeit ist auch anders. Im Jahre 1582 wurde nämlich in der gesamten christlichen Welt der bis dahin etablierte Julianische Kalender abgelöst durch den Gregorianischen Kalender. Nur die Äthiopier haben diesen Zirkus damals nicht mitgemacht und daher gilt hier immer noch der Julianische Kalender – und der ist 7 Jahre hinter unserem Kalender zurück. Wir haben hier also gerade das Jahr 2003. „Neujahr“ wird hier jeweils am 11. September „unserer Zeitrechnung“ gefeiert.

Zusätzlich hat das Jahr hier nicht 12 Monate, sondern 13. Daher auch der Werbeslogan der äthiopischen Tourismusbehörde: „Ethiopia – 13 month of sunshine“. Davon haben 12 Monate jeweils 30 Tage und der 13. Monate hat 5 Tage (oder 6 im Schaltjahr).

Zu allem Überfluss ist auch noch die Uhrzeit anders. Ich bin z.B. morgen früh im 3 Uhr zum Internet verabredet (dann funktioniert es hoffentlich endlich…). Das ist aber nicht mitten in der Nacht, sondern um 9 Uhr morgens unserer Zeit. Warum? Weil in Äthiopien die Zeit um 6 Uhr morgens (also ungefähr bei Sonnenaufgang) bei Null beginnt und dann 12 Stunden läuft. Um 18 Uhr abends (also ungefähr bei Sonnenuntergang) fängt man dann wieder neu bei Null an.

Außerdem ist in der Äthiopischen Zeitrechnung die kleinste Zeiteinheit 5 Minuten. Man sagt also nicht „es ist 7 Minuten nach 3“, sondern es wird immer auf die nächsten vollen 5 Minuten aufgerundet, in diesem Fall also 3 Uhr 10. Ob das dann tagsüber oder nachts ist könnt Ihr Euch ja mal überlegen 🙂

So weit also die Theorie…

In der Praxis erreichte uns vorgestern abends (noch im Sudan) die SMS eines unserer Reisebekannten: „Es gibt Probleme an der äthiopischen Grenze. Ruf Deine Botschaft an.“ Nach unserer telefonischen Nachfrage stellte sich heraus, das man an der vor uns liegenden Grenzstation das „Carnet de Passage“, welches quasi das „Visium“ für unser Fahrzeug ist, generell nicht akzeptiert, bzw. als nicht ausreichend erachtet. Zusätzlich sollten wir eine Art Garantieerklärung unserer Deutschen Botschaft beibringen, dass wir unser Fahrzeug nicht in Äthiopien verkaufen werden. Totaler Quatsch, weil GENAU DAS garantiert ja das,

mit einer hoher Geldbürgschaft belegte Carnet, aber was solls. An der Grenzstation ist auf äthiopischer Seite ein neuer Chef und der will wohl erst man zeigen wer Chef im Ring ist. That’s Africa!

Die 2 Tage vor uns fahrenden Deutschen sind da erst mal in den A.. gekniffen, weil die deutsche Botschaft in Addis Abbeba hierauf auch in keinster Weise vorbereitet war; die Armen durften also ein oder zwei Tage an der äthiopischen Grenze übernachten, bis die Garantieerklärung der Botschaft endlich da war.

Wir haben es da Dank der „Vorarbeit“ und der rechtzeitigen Warnung der anderen Deutschen Reisenden viel leichter. Gestern vormittag mit Frau Werner von der Deutschen Botschaft in Addis Abbeba telefoniert, dann unsere Bitte nochmal per eMail schriftlich formuliert (die eMail konnten wir Dank Sat-Phone problemlos abschicken), und ca. 3 h später hatte uns Frau Werner schon die Garantieerklärung per eMail zugeschickt. Jetzt war nur noch in nächsten sudanesischen Kaff ein Internet-Cafe mit Drucker zu finden (was auch nicht immer so einfach ist), und schon waren wir die ERSTEN Reisenden an dieser Grenzstation, die die geforderte Garantie-Erklärung der Botschaft sofort vorweisen konnten, und nicht von der unerwarteten Forderung der Grenzer „kalt erwischt“ wurden. SMS, Handy, eMail, Sat-Phone und Internet sei Dank! Der Fortschritt ist auch in Afrika nicht aufzuhalten!!!

Garantieerklärung Äthiopien

Gestern dann also unsere erfolgreiche Ausreise aus dem Suden (ca. 2 h) und Einreise nach Äthiopien (nochmal 3 h, weil dort zwischendurch an der äthiopischen Grenze gerade Mittagspause war). Und geschafft…

In Äthiopien ändert sich dann das Bild auf den Strassen unmittelbar. Menschen und Kühe, Ziegen, Schafe überall. Anscheinend findet hier gerade der Almauftrieb statt – oder ist es der Alm-Abtrieb? Egal, jedenfalls gehört die Strasse hier ganz klar nicht nur den motorisierten Verkehrteilnehmern, sondern auch den Zweibeinern und vor allen den Vierbeinern.

Toll ist außerdem, dass es wieder SCHILDER gibt! Sogar solche, die wir lesen können. Es ist nämlich alles ZWEISPRACHIG, im Aramäisch und Englisch. So wissen wir Dank der Ortsschilder sogar meistens, wo wir sind. Im Sudan hatte es nämlich fast gar keine solchen Orts- oder Hinweis-Schilder gegeben, so dass man meist nur raten konnte, in welchem Ort man nun gerade war oder in welche Richtung man an wichtigen Kreuzungen abbiegen mußte.

Außerdem geht es in Äthiopien gleich mal STEIL bergan. Innerhalb von ca. 150 km (2 h) steigt die Strasse von ca. 600m auf über 2000 m an.

 

Das äthiopische Hochland ist wirklich überwältigend grün. Die Regenzeit dauert hier von ca. Juli bis Sep. Nun im Oktober ist also alles schön deftig grün! Dag ließ sich sogar zu der Bemerkung hinreissen: „Fast wie in der Eifel hier“. Nun wißt Ihr also, wie es in Äthiopien aussieht 🙂

Die Menschen auf den Strassen sind alle sehr freundlich, ständig wird uns von jung und alt zugewunken. Dag kommt sich schon wieder vor wie die Queen auf Staatsbesuch, weil sie wie diese auch ständig ihren Untertanten zurückwinken muß 🙂

Tom mit Kids

 

Und die Temperaturen? Die sind Dank der Höhe über 2000 Meter auch wieder im „grünen Bereich“. Haben letzte Nacht erstmals seit 4 Wochen wieder mit Bettdecke geschlafen, so frisch war es. Freude!

Unser aktueller Standort ist Gonder. Hier bleiben wir erst mal ein paar Tage, bevor wir dann ins äthiopische Hochgebirge zum Trekking aufbrechen wollen. Dort wollen wir uns dann auch an unserem ersten afrikanischen 4000er versuchen – der Ras Dashen, mit 4554 m der höchste Berg Äthiopiens. Hoffentlich reicht unsere Rest-Kondition noch aus; immer nur das Gaspedal durchtreten ist nämlich nicht gerade das beste Ausdauertraining 🙂

Bis bald

Tom & Dag

 

PS: Wir haben heute herausgefunden, dass das Trekking wahrscheinlich bis zu 10 Tage dauern kann. Daher bitte nicht wundern, wenn es nach diesem Reisebericht erst mal für 2 Wochen oder so keine weiteren Reiseberichte von uns gibt – das bedeutet dann nur, dass wir gerade zu Fuss in der Internet-freien Bergwelt Äthiopiens unterwegs sind.

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Sudan – here we are!

29 Okt

Hitze und Staub, das waren unsere Begleiter für 2.000 Kilometer durch den Sudan. Gastfreundliche Menschen sind uns immer wieder begegnet, aber so richtig eingelebt haben wir uns nicht. Daher war es eigentlich mehr eine „Durchfahrt“ als eine richtige Reise. Hier nun ein paar Eindrücke die wir mit unserer Videokamera eingefangen haben.

Sudan Rätsel

28 Okt

Aus dem Sudan gibt es diesmal ein Bilderrätsel. Hier sind zwei Fotos von denen wir wissen möchten, auf was hier ein Hinweis gegeben wird. Gewertet wird diesmal die schnellste richtige Antwort und unter allen Antworten die originellste. Wir sind gespannt auf Eure Antworten. Die Preise kommen diesmal aus Äthopien.

Liebe Grüße von Dag & Tom

Sudan – good times are over?

28 Okt

Bericht von Dag

Wie toll es doch klingt „Wir sehen uns im Blue Nile Sailing Club in Khartoum“. Denn so verabschieden wir uns von den anderen „Overlandern“ der Aswan-Wadi Halfa Fähre. Sie alle haben, bestimmt genau wie wir, schon viele Bücher gelesen, die besagen, dass sich an diesem Ort die Travellerszene trifft und jeder kennt die GPS-Koordinaten.

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Des Rätsels Lösung – Ägypten

24 Okt

Liebe Rätsel-Freunde,

wir wissen, es war diesmal wirklich schwer. Auch wir haben zwei Nächte gebraucht, bis wir wussten, was diese seltsamen Geräusche macht. Es waren (leider) keine Feneks, Affen und auch keine Vögel, es war ein SCHAAFS-Bock. Vom Dach des Rhinos konnten wir über den Zaun ein Foto machen, welches wir als Beweis beifügen. Somit konnte dieses Rätsel von Euch zwar nicht gelöst werden, wir versprechen aber ein neues aus dem Sudan. Dann setzen wir einen Preis für die erste richtige Antwort und für die originellste Antwort aus. Also, immer dran bleiben! Liebe Grüße sendet DAG

Faehre des Grauens

24 Okt

Reisebericht von Tom

Ihr kennt doch bestimmt alle die Horror-Berichte über die asiatischen oder afrikanischen Fähren, die zu 500% überladen sind und dann auch noch untergehen? Unsere Fähre über den Assuan-Stausee von Ägypten nach Sudan war eine aus dieser Kategorie…allerdings ist sie (noch) nicht untergegangen. Von daher ist der   reisserische Titel dieses Reiseberichts vielleicht etwas übertrieben, aber zumindest erhöht er bestimmt die Klick-Rate, oder? Wer die ganze Geschichte lesen möchte, kann nun gerne unten weiterlesen.

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Bye Bye Ägypten – Hello Sudan

17 Okt

Hallo zusammen,

wir melden uns heute Abend das letzte Mal aus Ägypten, morgen geht es per Fähre über den Assuan-Stausee ab in den Sudan.

Rückblickend betrachtet war Ägypten ein relativ einfaches Reiseland, wenn man mal von der etwas komplizierten, weil bürokratischen, Einreise absieht. Wir haben alles ganz gut geschafft und es hat uns hier gut gefallen. Die Hauptprobleme oder Überraschungen für uns waren die Verständigungsprobleme an Anfang und die Bullenhitze am Ende hier in Assuan (tagsüber bis zu 45 Grad im Schatten, nachts 35 – 30 Grad).

Ägypten ist als zweitstärkste Wirtschaftsmacht in Afrika (nach Südafrika) ganz klar KEIN Entwicklungsland, sondern ein Schwellenland. Interessant ist auch, dass der Ägypter sich nicht als Afrikaner fühlt, sondern als Araber. Oft haben wir hier in Ägypten den Spruch gehört: „Ach, nach AFRIKA wollt ihr!“, wenn wir von unserem nächsten Reiseland Sudan erzählt haben.

Der Sudan wird für uns als Reiseland sicherlich etwas schwieriger werden, aber „Let’s see!“, das ist ja gerade das Abenteuer. Bitte wundert Euch nicht, wenn es jetzt hier auf der Seite nach der Flut der Reiseberichte in den letzten Tagen für ca. 2 Wochen etwas ruhiger werden wird. Im Sudan werden wir wahrscheinlich vor der Hauptstadt Khartoum kein Internet-Cafe finden. Evt. können wir Reiseberichte per Sat-Phone hochladen, aber dann erst mal ohne Bilder.

Auf der Seite „MAP“ könnt Ihr aber immer verfolgen wo ungefähr im Sudan wir gerade sind. Das Support Team zuhause (Ingo, Gerd, Zecke) wird von uns ca. alle  zwei Tage  unsere GPS-Koordinaten per Sat-Phone SMS bekommen und dann unseren aktuellen Standort auf der Seite MAP entsprechend aktualisieren.

Um den Internet WLAN-Luxus in unserem Hotel hier in Assuan nochmal richtig auszunutzen, hat Dag ein Ägypten-Video produziert, welche einige Momente der letzten drei Wochen sehr schön einfängt.

Viel Spaß damit:

Maas Salama

Dag & Tom

Ägypten-Rätsel

16 Okt

MAP ist jetzt aktiv

15 Okt

Auf der Seite MAP ( HIER klicken oder oben rechts im Startfenster) könnt Ihr ab sofort unsere tatsächliche Reiseroute und unseren letzten gemeldeten Standort nachvollziehen.

Die neusten Tracks aus dem gerade bereisten Land und Informationen zu unserem aktuellen Standort findet Ihr ganz oben auf der Seite. Danach weiter unten Land für Land die Tracks der vorher bereisten Länder.

Viele Grüße

Tom

Arabischkurs für Anfänger

14 Okt

Bericht von Dag

Dag in Aswan am Staudamm

Es ist höflich auf Reisen immer ein paar Brocken in der Landessprache zu sprechen. Das zaubert so manches Lächeln in das Gesicht des Gegenüber und macht manchmal auch Dinge möglich, die vorher nicht möglich waren. Da es sich bei unserer jetzigen Ägyptenreise ja nicht um unsere erste Reise in ein arabisch sprechendes Land handelt, hatten wir ein paar Begriffe ja schon drauf, die weiteren haben wir in den letzten Wochen gelernt (Ingo, danke noch einmal für den Hinweis auf die Internetseite).

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