Mosambik (jetzt mit Video)

16 Mrz

Reisebericht von Tom

Liebe Go-to-Afrikaner,

nachdem Ihr nun länger nichts mehr von uns gehört bzw. gelesen habt, fragt Ihr Euch vielleicht schon, ob bei uns alles in Ordnung ist? Seit versichert: es ist alles in bester Ordnung 🙂 Wir waren nur die letzten 2 Wochen zusammen mit Marc und Dela unterwegs (einem anderen Overländer-Paar aus Deutschland), und da hatten wir einfach nicht so viel Zeit und Lust, abends Reisebericht zu schreiben, sondern haben lieber die Abende zu viert zusammen am „Braai“ (südafrikanisch für „Grill“) bzw Lagerfeuer verbracht.

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Nun haben sich unsere Reise-Wege aber (erst mal) wieder getrennt und jetzt kommen wir auch endlich mal dazu, den längst fälligen Reisebericht über Mosambik zu schreiben…

Mosambik stand eigentlich nicht auf dem „Plan“ der von uns in Afrika zu bereisenden Länder. Wir hatten Mosambik zusammen mit Angola, Kongo und Nigeria in unseren Köpfen in die Klasse der „schwer zu bereisenden Länder“ einsortiert. Eigentlich wollten wir ab Malawi quer durch Afrika, westlich rüber nach Namibia, wie fast alle anderen Overländer auf der Afrika-Ostroute.

Nun hatten wir aber bereits in Kenia einige gute Reisetipps für Mosambik von Ulla und Theo aus Deutschland bekommen, die wir in der „Dschungel Junction“ in Nairobi getroffen hatten. Die beiden waren schon oft im gesamten südlichen Afrika unterwegs und waren ganz begeistert von Mosambik. Und sie hatten recht, Mosambik ist überhaupt nicht schwierig zu bereisen, sondern ein wunderschönes und unverbrauchtes Reisziel!

All Tracks in Mozambique

Der Zustand der (Haupt-)Strassen in dem von uns bereisten Teil Mosambiks (Mitte und Süden) war ganz hervorragend! Am zweiten und dritten Tag unserer Reise im Land haben wir jeweils fast 400 km am Tag gemacht, was für uns und Rhino recht viel ist.

Die Verständigung in dem überwiegend Portugisisch-sprachigen Land war VIEL einfacher als gedacht, weil inzwischen in der Schule auch Englisch unterrichtet wird und man fast immer jemanden findet, der passables Englisch spricht.

Die Behandlung an den Grenzen und bei Strassenkontrollen durch „Offizielle“ wie Zöllner, Polizisten oder Soldaten war immer einwandfrei und ausnahmslos sehr freundlich! Einmal konnten wir sogar einen als Brückenwärter tätigen Soldaten nach viel Erzählen und Scherzen davon überzeugen, statt Brückenzoll oder gar Bestechungsgeld eine Handvoll Erdnüsse anzunehmen 🙂

Sehr schön war der erste von uns besuchte Ort am Meer, Inhassaro. Dort geht das Leben der Bevölkerung noch seinen vom Tourismus weitgehend unberührten Gang und dort konnten wir am Nachmittag am Strand zusehen, wie das halbe Dorf vom Land aus gemeinsam die Netze einholt und den Fang verteilt.

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Zu unserer allergrößten Überraschung sprach einer der „Fischer“ sogar perfekt DEUTSCH! Es stellte sich dann schnell heraus, dass der gute (auf dem Bild unter links) seit 20 Jahren in Bremen lebt und nun gerade auf „Heimaturlaub“ in Inhassoro war. Da er mit dem „Oberfischer“ (auf dem Bild rechts) natürlich irgendwie verwandt war, bekamen wir zum Abschied von den beiden sogar einen fangfrischen Tintenfisch geschenkt, den Dag abends dann in einer portugiesischen Tomatensosse servierte!

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Nach einer Zwischenstation in Vilankulos sind wir dann (fast immer am Meer entlang) weiter nach Inhambane gefahren, der Palmen-Provinz des Landes – angeblich gibt es dort über 2 Millionen Palmen!

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Dort hatten wir auf dem „White Sands“ Camping-Platz dann auch mal einen ganzen Tag mehr oder weniger Dauerregen, das erste Mal auf unserer ganzen Afrika-Reise bisher.

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Aber schon am nächsten Tag war das Wetter wieder wunderschön und wir konnten am weitläufigen Dünenstrand spazieren gehen. Fast wie in Holland – nur wärmer, etwas weniger los und ein bißchen klareres Wasser 🙂

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Unser nächstes Camp „Bamboozi“ in Tofo war dann nur wenige Kilometer von „White Sands“ entfernt. Wieder durfte unser Rhino unter Palmen stehen – wir hofften immer, dass uns keine Kokosnuss auf die Solarzellen oder durch die Dachluke auf den Kopf fällt! – Nice problem to have, oder 🙂

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In diesem Camp haben wir dann auch Marc und Dela aus Frankfurt (www.africacruiser.de) kennengelernt, die schon einen Monat vor uns aus Deutschland Richtung Afrika aufgebrochen sind, ebenfalls mit Ziel Kapstadt / Südafrika.

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Das kleine Örtchen Tofo mit Traumstrand war früher ein „Aussteigerparadies“. Heute ist es berühmt als der angeblich beste Ort der Welt, um mit Walhaien zu schnorcheln…

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So haben auch wir vier an zwei Tagen an einer sogenannten „Ocean-Safari“ teilgenommen, um den größten Fischen der Welt für kurze Zeit etwas näher zu kommen. Walhaie fressen Plankon (so wie auch die größten „richtigen“ Wale), und das ist im Meer vor Tofo wohl meistens reichlich vorhanden. Leider wohl nur „meistens“ und nicht „immer“, denn unsere jeweils mehrstündigen „Such-den-Walhai-mit-dem-Schlauchboot-Bemühungen“ waren leider nicht vom Erfolg gekrönt. Wahrscheinlich war den Walhaien die See zu rau – für uns war jedenfall die zweite Ocean-Safari zugleich auch eine „Ocean-Rafting-Experience“, so hoch waren die Wellen und so nass wurde man an Bord auch ohne zu schnorcheln… 🙂

Etwas enttäuscht, aber ansonsten guten Dinge machten wir uns dann auf Richtung Süden, und haben nach drei weiteren Zwischenstopps (u.a. in Mosambiks Hauptstadt Maputo) dann gemeinsam mit Marc und Dela endlich unser „Ziel-Land“ Südafrika erreicht. Dort haben wir dann zu Anfang erst mal eine knappe Woche im Krüger-Nationalpark verbracht, doch dazu mehr im nächsten Reisebericht.

Viele Grüße aus Graskop (etwas westlich des Krüger-Parks)

Tom & Dag

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Mosambik – Video:

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7 Antworten to “Mosambik (jetzt mit Video)”

  1. Rolf 16. März 2011 um 16:45 #

    Recht guter Bericht. Aber hört mal: Erdnüsse statt Brückenzoll! Macht man dies? Mir schwant, Ihr verkauft sogar Heizsonnen in Ghana, oder so. Alles Gute und macht
    ruhig weiter Euer Abenteuer. Rolf.

  2. Ingo 16. März 2011 um 17:54 #

    Was sind denn Overländer?

    PS: Du siehst auf dem Bild ein bißchen aus wie der geschaßte Gutenberg!

    • gotoafrica2010 16. März 2011 um 19:14 #

      Overländer sind „Über Land Reisende“… So bezeichnet man hier in Afrika gerne die motorisierten Landzeitreisenden, so wie uns…
      Tom
      PS: Das ist aber ein Kompliment – der Gutti ist doch noch unter 40, oder 🙂

  3. Jürgen 19. März 2011 um 23:54 #

    Das klingt ja echt einladend – wenn da nur nicht die Mörderpiste von Aethopien nach Kenia im Weg wäre 😀

    Ich lese zur Zeit mehrere Afrika-Berichte parallel, und bin immernoch geteilter Meinung OB wir uns denn die Strapazen antun wollen… Mosambik klingt richtig nach einem Land um mal ‚abzuhängen‘. Und von dem Schlimmsten der Regenzeit scheint Ihr auch verschont zu werden; andere Overlander etwas nördlich haben schon Probleme mit unbefahrbaren Pisten (z.B. auf-abwegen.de).

    ’ne Oecher Klenkes

  4. Karsten Meyer 21. März 2011 um 22:41 #

    Hallo Tom & Dag,
    Vielen Dank für euere Antwort und die Kontaktdaten von Stany und Carina aus Belgien. Der MAN ist ja ähnlich wie euerer und unser „LEO“. Danke nochmal. Ich werde mich mit beiden mal in Verbindung setzen. Vielleicht fahren wir unsere Testfahrt mal nach Belgien. Unsere erwähnte erste Sommertour geht entweder nach Rumänien über die Ukraine oder nach Nordschweden. Das entscheidet sich noch. Aber erst einmal machen wir hier in unserer Gegend die erste off road Testfahrt in das Tagebaugebiet nach Senftenberg an der polnischen Grenze. D ist es auch ein bischen wie in Afrika ; )
    Ich habe euch auf unserer Website wie angekündigt verlinkt.
    Sehr schön – euere Bilder aus Mosambique !

    Viel Freude im Krügerpark wünschen EDEUNDSTEN

  5. peter blümel 23. März 2011 um 10:25 #

    Guten Morgen

    heute morgen brauche ich den Flair der grossen Welt.

    Ich finde das Video klasse und den Bericht auch für Laien

    sehr interessant.

    Liebe Gruesse aus der Stadt der Absteiger.

    Peter

  6. Gerhard Henkel 26. März 2011 um 19:18 #

    Hallo Dagmar und Tom.
    Wie war denn eure Hauptstadtbesichtigung??
    Was sagt ihr jetzt zu Maputo?

    P.S.: Wir hatten noch viele Abenteuer (kein Walhai, Reifenpanne, Skorpionstich und eine kaputte Batterie) und sind jetzt bei Johannesburg, Heimflug am 30.3.
    LG Renate und Gerhard (Casa Lisa)

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