Rund um den Victoria-See

13 Sep

Reisebericht von Tom

Liebe Go-to-Africaner,

hier mal wieder ein Lebenszeichen von uns. Es ist ja schon drei Wochen her, seit wir unseren letzten Reisebericht „1000 km Offroad“ veröffentlicht haben. Diese 1000 km Offroad in West-Tansania haben wir (ohne weitere Pannen) gut geschafft. Danach haben wir uns dann Ruanda und Uganda angeschaut und sind dann wieder nach Kenia eingereist, wo wir momentan auf unser Äthiopien-Visum warten. Aber nun erst mal schön der Reihe nach…

All tracks in Ruanda&Uganda

Einreise nach Ruanda am 27. August. An der ruandischen Grenze begrüßt uns (außer den sehr freundlichen Grenzbeamten) erst mal ein Schild, was uns gut gefällt.

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Die Einreise nach Ruanda klappt schnell, problemlos und KOSTENLOS: keine Visa-Gebühren, keine „Road-Tax“ und auch sonst keine Touri-Abzocke (wie z.B. die „Carbon Emmission Tax“ in Sambia…). Wir fahren bei bestem Wetter auf TOP Asphalt-Strassen durch ein grünes, sauberes und freundliches Land in die Hauptstadt Kigali.

Ruanda und besonders Kigali beeindrucken uns sehr! Eine saubere und moderne Hauptstadt mit gut geregeltem, nicht zu dichtem Verkehr. Von dem sonst üblichen ost-afrikanischen Verkehrschaos keine Spur. Kigali ist sicherlich die modernste Stadt in Afrika, durch die wir seit Kapstadt gefahren sind. Noch moderner als z.B. Windhuk (Hauptstadt von Namibia). Ob das alles nur durch die überall präsente Entwicklungshilfe ermöglicht wurde, oder ob das Land das aus eigener Kraft geschafft hat, können wir leider nicht einschätzen.

Übernachtung dann auf dem einzigen Campingplatz der Hauptstadt, den „One Love“ Camp. Im Gegensatz zu unseren Ruanda-Erfahrungen bis dahin war der Campingplatz leider schlecht und teuer, wahrscheinlich weil es eben der einzige war…

Am nächten Morgen dann Besichtigung von zwei Völkermord-Gedenkstätten in der Nähe der Hauptstadt – Kirchen, in denen 1994 gemordet wurde und wo heutzutage die Schädel, Gebeine und Kleidung der Opfer „ausgestellt“ sind. Sehr beeindruckend, teilweise hat es uns fast die Luft abgeschnürt, uns vorzustellen, wie vor 17 Jahren in eben diesen Kirchen tausende von Tutsi-Frauen und Kindern bestialisch abgeschlachtet wurden. Da man die Hintergründe des damaligen Völkermordes der Hutu an den Tutsi überall nachlesen kann, erspare ich Euch an dieser Stelle weitere Hintergrund-Informationen.

Nachmittags sind wir dann zum Kivu-See, ganz im Wesen des kleinen Landes, gefahren, durch eine Landschaft, die auch die „Schweiz Afrikas“ genannt wird.

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Am Kivu-See haben wir abends dann leider kein Camp gefunden, weil der einzige Campingplatz dort am See geschlossen hatte. Wir sind dann mit Müh‘ und Not auf dem Parkplatz eines Hotels untergekommen, und wo das Parken auch noch unverschämt teuer war – 15 US$ nur für eine Nacht PARKEN! Und dort hat es dann doch auch tatsächlich abends angefangen zu regnen – unser ERSTER REGEN in Afrika seit 5 Monaten!!! Anfang April hatte es in den südafrikanischen Drakensbergen letztmals geregnet…

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Wir beschließen an diesem Abend, das kleine, dichtbesiedelte aber Campingplatz-lose Ruanda am nächten Tag Richtung Uganda zu verlassen. In Uganda hat es dann öfters geregnet, eigentlich fast jeden Tag am Nachmittag, teilweise geradezu sintflut-artig. Dies werden wir Euch später im Uganda-Video gut zeigen können. Aber, wo es viel regnet, ist auch viel grün, und deshalb ist Uganda für uns eine echte „Bananen-Republik“ – so viele Bananen wie in diesem Land haben wir nämlich noch nirgendwo in Afrika gesehen.

Der Preis für eine ganze Staude Bananen beträgt übrigens umgerechnet ca. 4 – 5 €.

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Schon bald ging es dann weiter in Richtung der Hauptstadt Kampala, immer scharf am Äquator lang.

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In Kampala und in der netten kleine Nachbarstadt Entebbe (direkt am Victoria-See) haben wir dann ein paar entspannte Tage verbracht. Dort konnten wir uns auch das benötigte Visum für den Nord-Sudan besorgen. Das äthiopische Visum war in Kampala leider nicht zu bekommen. Man riet uns aber auf der äthiopischen Botschaft dort doch tatsächlich, wir sollten doch kurz mal in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba fliegen, dort würde es das Touristen-Visum direkt am Flughafen geben… Die spinnen, die Äthiopier!

Daher sind wir daraufhin in den nächsten Tagen nochmal nach Nairobi/Kenia gefahren, obwohl wir dort auf der „Hinreise“ schon mehrere Tage waren. Aber schon damals hatten wir uns im Camp „Jungle Junction“ in Nairobi sehr wohl gefühlt und nun haben wir von dort aus unsere Reisepässe zu einer Visa-Agentur nach Berlin geschickt, damit diese uns das äthiopische Visa bei der äthiopischen Botschaft in Berlin besorgt.

In der Zwischenzeit, bis unsere Pässe wieder zurück kommen (wir rechnen mit 1 – 2 Wochen), fahren wir Richtung Mombasa und an den indischen Ozean. Dort gibt es noch ein paar tolle Plätze, die uns von anderen Reisenden sehr empfohlen worden sind, die wir auf der Hinfaht nicht gesehen hatten und wo wir uns nun noch ein bißchen „entspannen“ wollen, bevor wir danach mit Riesenschritten Richtung Heimat fahren.

Ihr wißt ja, alles ist relativ: von Südafrika kommend fühlt man sich nämlich in Kenia schon wieder „fast wie Zuhause…“ 🙂

Viele Grüße in die Heimat!

Tom & Dag

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11 Antworten to “Rund um den Victoria-See”

  1. Marion 13. September 2011 um 22:18 #

    Viel Spass in Mombasa! Vielleicht habt ihr Zeit für einen Abstecher an die Südküste- Diani Beach. Dort habe ich 12mal meinen Urlaub verbracht, eigentlich war ich dort schon fast zu Hause. Toller Strand, warmes Meer und die „Bimbos“ sehr freundlich. Jambo buana!

  2. ritazittlau 14. September 2011 um 08:27 #

    JA viel Spass in Mombasa! Marion hat recht zur Südküste- Diani Beach zu fahren es ist super schön. Ich habe zwar nur einmal meinen Urlaub dort verbracht, aber ich zerre heute noch in Gedanken davon. Ja bald ist Eure schöne Zeit in Afrika vorbei wie schnell lebig das Leben ist merkt daran, ich versuche jeden Tag zu geniessen, macht ihr das auch dann ist das Leben schön! Es ist aber nicht immer so einfach, aber wer sagt schon das Das Leben einfach ist. Genug philosophiert ich wünsche Euch eine schöne Zeit.

    Bis bald Rita

  3. Dela und Marc 14. September 2011 um 14:08 #

    Ooooohhhh… Ihr seid unterwegs nach Tiwi Beach!! Was sind wir neidisch!! Genießt die Tage, fallt ruhig ins Zeitloch, grüßt Mango-Man mit dem Fahrrad, Rudi den Beachboy, David den Holzschnitzer, genießt das famose kalte Tusker der Twiga Lodge, leckere Kokosnüsse und Fische, macht riesige Feuer, geht schnorcheln, legt Euch in die kleinen Whirlpools im Riff und geht mit den Hunden spazieren. Lasst es Euch rundum gutgehen, und immer schön pole-pole. Wenn wir könnten würden wir uns sofort ins Flugzeug schmeißen und dazukommen.
    Liebe Grüße
    Dela und Marc

    • daggirod 16. September 2011 um 17:40 #

      Hallo Ihr 2,
      Schön, mal wieder von Euch zu hören! …und Danke für die Tips zu Tiwi-Beach!
      Mit Mango-Man haben wir schon Geschäfte gemacht, Rudi von Euch gegrüßt (ehrlich!), und heute abend gibt es bei uns am Strand fangfrischen Fisch über dem Lagerfeuer. Geschnorchelt haben wir heute auch. Morgen gehts nach Mombasa, und danach zum noch-mehr-schnorcheln nach Wasini-Island.
      Ihr seht, wir befolgen alle Eure Tips 🙂
      Viele liebe Grüße
      Tom & Dag

      • gitjeshorst 17. September 2011 um 12:55 #

        Wasini Islands – mit dem Unterwasser Park? Da waren Marion und ich auch schon mal Tauchen. Danach gab es Königskrabben zum selberknacken in Tomatensoße. War das eine Sauerei – aber lecker!

        Viel Spass
        Gerd

  4. Ingo 15. September 2011 um 22:02 #

    He, da gibt es ja noch ein Video auf Youtube, dass ich noch gar nicht gesehen habe. Mit Kommentaren von Dagmar. Man bekommt darüber eine Infomail, wenn man den Kanal von tomtom652010 abonniert.

    Und zu „fast zu Hause“ habe ich auch ein ähnliches Beispiel: Ich war vor vielen Jahren mal in Südfrankreich. Auf der Rückfahrt habe ich mich kurz nach der Grenze hinter Mulhouse dann in Deutschland schon fast wie zu Hause gefühlt.

    • gotoafrica2010 16. September 2011 um 17:48 #

      Hallo Ingo,
      ja, das ist unser Sambia-Landesvideo, aber da gibt es noch Probleme mit dem Seitenverhältnis. Wir haben es in 16:9 produziert, aber youTube meint es wäre 4:3 und verzerrt es daher. Dieses Problem hatten wir leider schon mehrmals. Ist besoonders ärgerlich, wenn man nach Wochen endlich ein Internet Cafe findet, was schnell genug ist, um ein Video hochzuladen, dann wartet man ca. 1 h auf das Hochladen im Internet Cafe und dann stellt man fest, dass es von youTube im falschen Seitenverhältnis angezeigt wird…. Aber manche Sachen sind in Afrika eben etwas schwieriger und anstrengender als Zuhause… 😦
      Wir werden es aber nochmal probieren, eine neu kompilierte Version des Videos hochzuladen und dann, wenn alles geklappt hat, gibt es auch einen „offiziellen“ Reisebericht darüber auf http://www.go-to-africa.de
      Viele Grüße vom Tiwi-Beach
      Tom & Dag

  5. Gabi 16. September 2011 um 16:30 #

    Hallo ihr 2,

    noch ein paar Tage und ihr habt Jahrestag, sagt mir mein Küchenkalender. Ein ganzes Jahr on the road, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Dazu bietet doch Diani Beach das geeignete Ambiente, wie Dela und Marc berichten. Ich wünsche euch entspannte Tage dort!!!

    Herzlichst, eure Gabi

  6. Rolf 19. September 2011 um 14:21 #

    Der Bericht ist gut, wie eigentlich immer. Was mir aber fehlt, sind einige Worte über den Victoriasee und seine hier sehr gern gegessenen Barsche. Oder hattet Ihr kein Jagdglück, wie damals Dagmar und ich am Fatmomake? Da standen wir ja am Fluss, in Mitten der kleinen Samenjungs. Die zogen, nur mit Kordel und Haken, riesige Lachse raus und hielten sie strahlend in ihren Händen und wir nur unser gerade, für sündhaft teures Geld erworbenes Angelzeug. Gute Reise wünscht Rolf.

  7. Gabi 20. September 2011 um 20:42 #

    Liebe Dagmar, lieber Thomas,

    heute seid ihr auf den Tag genau 1 Jahr unterwegs!!!
    Nun dauert es nicht mehr lange, bis ihr wieder zurück in der Heimat seid, wo eure Familie sich schon auf eure Rückkehr freut.

    Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und gute Weiterreise wünscht euch
    eure Gabi

  8. Rolf 23. September 2011 um 17:16 #

    Dies habe ich weiter oben vergessen.: Ihr seid immer wieder für eine Überraschung gut. Beweisen die Angeberfotos „Globusbuckelei“ und „Äquatorumfassung“, daß Ihr am Äquator in Uganda und in Kenia wart, sagen sie auch: bei einer Weltreise trifft man an vielen Stellen auf diese Linie. Werden da etwa Wünsche verraten? Dann plant und spart mal schön! Gute Zukunft. Rolf.

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