Kamel-Quiz

10 Jan

Liebe Leser!

Heute (Donnerstag, den 10. Jan) sind wir von Merzouga am Erg Chebbi nach Zagora im Draa-Tal gefahren. Ca. 300 km hauptsächlich durch Steinwüste. Trotz dieser vielleicht etwas eintönig erscheinenden Kurzbeschreibung war heute ein sehr interessanter Tag.

Los ging es mit einer morgendlichen Dromedar-Tour. Um 5:10 Uhr (kein Tippfehler) erstes Wecken durch den Muezzin. Unglaublich, was diese modernen, im Moschee-Turm installierten Megafone an Lautstärke so hergeben… Nachdem ich dreimal kurz „Schlummern“ in die Nacht gebrüllt habe, verstummt der Sing-Sang und wir dürfen noch mal 20 Minuten weiterträumen. Aber um 5:30 Uhr geht es tatsächlich schon wieder los! Passt uns aber ganz gut, weil um 6 Uhr unsere bestellte „Sonnenaufgang-in-der-Wüste-mit-Dromedar-Tour“ losgeht.

Wir werden dann auch pünktlich von unserem Führer Said begrüßt, der uns durch die Dunkelheit zu zwei prächtigen Dromedar-Bullen führt. Da wir uns die arabischen Namen der beiden leider nicht merken können, nennen wir sie „Schoko“ und „Vanille“ (Nomen est Omen: einer ist braun und der andere Sandfarben).

Schnell aufgesessen, und los geht’s mit unseren beiden Wüstenschiffen unter dem Sternenzelt, ab in die Wüste. Nach 45 Minuten sind wir an unseren Ziel angekommen – die große Düne halblinks. Wir setzen uns also auf die Düne und warten auf den Sonnenaufgang.

Die folgenden 30 Minuten Wartezeit werden mir wahrscheinlich als die kältesten seit 1946 in Erinnerung bleiben. Trotz 1) Ski-Unterwäsche 2) Fleece-Pullover 3) Sweatshirt 4) Gore-Text Windstopper Jacke 5) Handschuhen 6) Mütze 7) Balaclava ist es einfach a…-kalt.

Als dann um 7:15 Uhr die Sonne sich endlich blicken lässt, beschließen Schoko und Vanille genau in diesem Moment, selbstständig den Heimweg anzutreten. Natürlich ohne uns (die zahlenden Gäste), aber auch ohne ihren Herrn und Gebieter Said. Nachdem dieser nun erstmal damit beschäftigt ist, die beiden Burschen wieder einzufangen, haben wir genügend Zeit, den Sonnenaufgang zu genießen und auch noch ein paar Fotos zu machen.

Nun, als Schoko und Vanille wieder unter Kontrolle sind, haben wir vor dem Heimweg noch Muße für ein kleines Schwätzchen mit dem Führer und beglückwünschen ihn dazu, wie gut seine beiden Tiere doch gehorchen.

An dieser Stelle wir es nun auch Zeit, das gelernte Wissen über Land und Leute (und Dromedare) an Euch weiterzugeben. Deshalb an dieser Stelle ein kleines Quiz: (Nein, ich frage jetzt NICHT nach dem Unterschiede zwischen Kamelen und Dromedaren – das setzen wir mal als bekannt voraus…). Vielmehr setzen wir ein Original-Dromedar aus Zagora als Preis aus, für die richtige Beantwortung BEIDER folgender Fragen:

1) Einfach: Wie alt wird ein Dromedar (+/- 5 Jahre)?
2) Schwer: Was kostet ein kräftiger Dromedar-Bulle in Marokko in Dirham (10 DH = ~ 1 Euro)? Kleiner Tipp: Said hat mir wahrscheinlich etwas vom Kamel erzählt, als er mir weismachen wollte, seine beiden Viecher würden 1 Mio. DH PRO STÜCK kosten)
Nach der Dromedar-Tour und dem Zusammenpacken ging es dann „back-on-the-road“. Erster Zwischenstopp war in Rissani, einem alten Karawanen-Stützpunkt, an dem heute gerade Markttag war. Zumindest der Teil des Markts, wo das Gemüse/Gewürze/Tiere/Krimskrams verkauft wurde, war immer noch genau so wie vor 100 Jahren (behauptet jedenfalls unser Reiseführer…). Den Teil des Markts mit den Nokia-Handys dagegen gab es vor 100 Jahren wahrscheinlich noch nicht?.

Fast noch besser als der Marktplatz war aber der direkt daneben befindliche „Esel-Parkplatz“. Da die Händler von nah und fern zu dem Markt zu einem großen Teil noch mit Eseln anreisen, müssen sie die Tierchen natürlich während des Markts irgendwo parken! Die Tiere hatten dort sehr viel Spaß, es war die Ganze Zeit ein munteres Grunzen, Beißen, Treten und sich-im-Dreck-wälzen im Gange. Teilweise wurden die Esel sogar übereinander geparkt, so dass sich ein mancher stolzer Besitzer einer Esel-Stute in 9 Monaten über ein kleines Mitbringsel vom Markt freuen dürfte ?

Nach dem Markt ging es weiter quer durch die Wüste gen Westen, nach Zagora. Auf dem Weg dorthin haben wir dann auch zum ersten Mal wilde Dromedare gesehen. Die Tiere fraßen um Rande der Strasse, waren aber gar nicht scheu, sondern sogar recht fotogen, so dass bei uns echtes Safari-Feeling aufkam.

In Zagora angekommen, suchten wir den Camping-Platz auf, der uns von unseren neuen Bochumer Freunden empfohlen worden war, und dort campen wir nun unter Palmen. Tres bien!

Heute Abend gab es vom besten 1-Flammen-Meisterkoch diesseits des Äquators ein köstliches Dinner: erst Basmati-Reis mit Rinder-Rouladen und süßen Gurken, und als Nachtisch amerikanische Pan-Cakes mit Ahorn-Sirup, direkt am Tisch zubereitet! Ich bin jetzt so satt, dass ich noch nicht mal mehr „papp“ sagen kann!

Liebe Grüße und As salâmu alekûm!

Thomas

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