Archive | April, 2009

Preisverleihung Quiz

30 Apr

Hallo liebe Leser,

aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Antworten zu unserem Reisequiz haben wir und entschlossen, diesmal ausnahmsweise 2 erste Preise zu vergeben:

ERSTER Preis für Ingo: für den richtigen „Riecher“ und die gewissenhafte Internet-Recherche!!! Was er mit dieser Antwort alles zu Tage gefördert hat, war selbst uns als intime Kenner der Materie noch nicht bekannt…

Außerdem auch ERSTER Preis für Gerd – für seine Kreativität bei der Findung seiner höchst orginellen Antwort!!!

Beide Preisträger bekommen von uns eine orginal nepalische Gebetsfahne 🙂

Bis bald – bei der nächsten größeren Reise

Tom & Dag

Tom

Dag

Wieder zuhause…

26 Apr

Hallo liebe Leser,

nachdem wir nun wieder gut zuhause angekommen sind, möchten wir anbei eine kleine „Best-Of-Anapurna“ Foto-Sammlung hochladen.

Alles weitere mündlich – Auflösung des Nepal-Quiz folgt natürlich auch noch!

Bis bald

Dag & Tom

Kind beim Abwasch

Händler

Vor dem Pflug

Unsere Reisegefährten

23 Apr

Unsere Reisegefährten – by Thomas (& Dagmar):

Suman (auch „Schumi“ genannt) der Deutsch-sprechende nepalesische Führer: „Alles im Griff!“

Jang-Bu – am Anfang des Treks der „Menschliche Kehrwagen“ – immer am Ende des Feldes anzutreffen. Hat sicher im Laufe des Treks als ein Mountain Guide mit ernomer Erfahrung, optimalen Geh-Tempo beim Aufstieg, grossem Einfühlungsvermögen und immer einem Lächeln auf den Lippen profiliert!

Dagmar – Gear-Freak und Fotographin (alle anderen möglichen Bezeichnungen sind natürlich der unerbittlichen nepalesischen Zensur zum Opfer gefallen)

Marc – mit 33 Jahren der Junior im Feld, aber bereits mit einiger Trekking Erfahrung: „Nur die Harten komm‘ in Garten!“ Dabei immer ausgeglichen, freundlich und hilfsbereit. Bekommt die grosse Gedults-Nadel in Silber verliehen, weil er sich 3 Wochen klaglos ein Doppelzimmer mit Konrad (siehe unten) geteilt hat.

Marion – vermutlich die einzige verheiratete Frau in unserer Gruppe: „Mein Mann ist für so was nicht geeignet!“

Britta – die Triatlon-Frau: „Fit for Fun!“ Hat beim Aufstieg auf den Thorong-La wegen des langsamen Geh-Tempos nicht geschwitzt, sondern gefroren… 🙂

Sabine 1: Krankenschwester aus Bremen – der gute Geist unter allen Trekking Gästen – immer freundlich, ausgeglichen und hilfsbereit!

Sabine 2: ein ordentliches, gewissenhaftes und reinliches Mädchen – sozusagen die Traum-Schwiegertochter… Special: „man kann für alles einen Kurs machen: Fahrrad-Flick-Kurs, am-Stock-geh-Kurs, etc.“

Aynur: die Türkin aus Baden, immer auf dem Suche nach dem Traum-Prinz. Das erste mal auf Trekking – Tour; hat sich mit der Anapurna-Umrundung wohl selbst ein bißchen überforderet. Spruch: „Hach, ist die Ziege/der Hund/das Maultier/Klopapier aber SÜÜÜÜSS!“

Alexa: die Doppelkopf-Queen, aber meistens mit schlechten Karten. Schießt außerdem ALS FOTOGRAPHIN AUF ALLES WAS SICH BEWEGT (ODER AUCH NICHT…)
WAR BEI DER ÜBERSCHREITUNG DES THORONG-LA UNSER „HELD DES
TAGES“ (SIEHE entsprechender REISEBERICHT)

Angelika – unser „Enfant Terrible“: mit zig Outfits, Kajal- und Lippenstift auf Trekking-Tour 🙂 Hatte sich ihren Urlaub wohl „irgendwie anders“ vorgestellt. Gibt gerne die hilflose Frau. Hat sich in der zweiten Hälfte der Tour aber zusammengerissen. Spruch: „Jessas Maria!“

Konrad – mit 67 Jahren der schon ein bißchen tatterige, aber unerbittliche Reise-Senior, der schon überall war: „Das ist alles ambivalent!“

Thomas (by Dagmar): zweiter Vorname nicht Udo sondern Reinhold, immer ein Mantra auf den Lippen.

Unsere Guides

Unsere Träger

Poon Hill und Quiz

22 Apr

Mittwoch, den 22. April-2009, Bericht von Thomas:

Liebe Leser,

wie Ihr ja sicher schon gemerkt habt, ist es mit der Internet-Cafe Verbreitung hier in Nepal doch nicht so weit her wie gedacht. Ihr habt es ja daran gemerkt, dass unsere Bericht alle immer „stoßweise“ hochgeladen werden. Unsere Reise neigt sich nun dem Ende zu und es gab zwar 2 oder 3 mal entlang des Weges durchs Himalaya-Gebirge Internet-Cafes, aber entweder waren diese geschlossen, oder es gab gerade keinen Strom oder keine Internet-Verbindung. Oder wenn alles gegeben war, dann war die Leitung so langsam, dass es ewig mit den Hochladen der Bilder dauerte.

Daher kommen jetzt gegen Ende der Reise eben fast alle Berichte auf einmal….

Gestern war mit Abstand der anstrengenste Tag NACH der Überschreitung des Thorong-La Pass vor 5 Tagen: es ging von Tatopani auf 1200 m(Tato = heiss, Pani = Wasser; also der Ort mit dem heissen Quellen, in denen wir uns auch gewärmt haben) weit hoch nach Ghorepani auf 2900 m, also insgesamt schlappe 1700 hm über 7 h reine Gehzeit. Das ganze am Anfang durch den nepalischen „Dschungel“ bei Temperaturen von ca. 30 Grad (in der Höhe wurde es dann etwas kühler…) – da wurden bei uns allen die Schweissdrüsen schon mal ganz gut durchgespült!

Aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall: denn so brauchten wir heute morgen VOR dem Sonnaufgang (und VOR dem Frühstück) um halb fünf nur nochmal schlappe 300 hm hochsprinten, um auf dem Poon Hill zu stehen (3200 m); angeblich der beste Aussichtspunkt in ganz Nepal. Tatsächlich war die Sicht auf die westliche nepalische Bergwelt bei Sonnenaufgang dann auch grandios: das gesamte Dhaulagiri-Massiv und das gesamte Anapurna-Massiv mit zwei Achttausendern und diversen 7000ern lagt uns quasi „zu Füssen“ (NA JA, EIN BISSHEN HOCHSCHAUEN MUSSTEN WIR DANN DOCH NOCH…). Das ganze Spektakel wurde dabei nicht nur von unserer Gruppe andächtig beobachtet, sondern außerdem noch von ca. 150 anderen Sonnenaufgangs-Anbetern… War aber trotzdem eine sehr schöne und eindrucksvolle Szenerie.

Danach ging es dann wieder runter in die Lodge, waschen, packen, frühststücken und dann auf dem angenehmen 1/2 Tages Treck 1400 hm runter nach Tirkedunga, wo wir uns jetzt befinden.

Heute abend ist das „Abschiedsfest“ von unseren Trägern, die uns morgen nachmittags verlassen werden. Übermorgen geht es dann mit einer Propeller-Maschine von Pohkara nach Kathmandu, wo wir nochmal 1 1/2 Tage Zeit für Besichtigungen und zum Shopping haben, bevor wir Samstags abends wieder über Doha zurück nach Frankfurt fliegen werden.

So, und nun ganz am Schluss der Reise-Berichte kommt für die treuesten der treuen Leser, die bis hierher durchgehalten haben (wie immer) unser

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* REISEQUIZ: *
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3 Fragen:
1) Welche National-Fahne ist auf dem Bild anbei abgebildet?
2) Welche Symbole sind auf der Fahne drauf?
3) Was ist die Bedeutung dieser Symbole?

Als Preis für den oder die erste/n, der alle 3 Fragen richtig beantworte, setzen wir ein original nepalisches Trekking-Souvenir aus (was das ist, ist aber noch geheim…)!

Namaste Nepal UND Bis bald in Deutschland!

Thomas & Dagmar

Morgenstand hat Gold im Mund...

Sonnenaufgang im Himalaya

Muss man mal erlebt haben

20 Apr

Montag, den 20. April 2009, Bericht von Dagmar:

Muss man mal erlebt haben!

…so kann man unsere Strecke zwischen Kagbeni und Jomson beschreiben. Bei ca. 35 Grad wandern 10 deutsche Irre einen halben Tag durch ein riesiges Flussbett und brechen sich ständig fast die Gräten an den Steinen.

Ankunft in Jomson. Ich hatte mir so viel davon versprochen. Aus Berichten „kannte“ ich die Stadt und doch erwartete uns nicht die Magie einer Stadt, die Start für soviele Expiditionen war, sondern nur eine nüchterne, staubige Stadt mit Flughafen.

Mittagessen. Danach Start zu unserer „Expedition“. Zwei Jeepkopien von Mahindra werden auf dem Dach mit unserem Gepäck beladen.
Dann erfolgt die Verteilung der Passagiere. 2 Fahrer, 6 Sherpa, 2 Führer und 10 Gäste – das sind pro Fahrzeug 10 Personen. In Nepal funktioniert das. Also fahren wir los, raus aus der Stadt über Marpha, Tukuche nach Ghasa. Die Strasse gibt es erst seit 3 Jahren. Wer nun aber eine asphaltierte Strecke erwartet hat, liegt falsch. Die alte Handelsroute durch das Kali Gandaki – Tal war früher der Transportweg zwischen Tibet und Nepal, auf dem Salz aus demTibet und Reis und Gerste aus Nepal transportiert wurde. Seit der Besetzung Tibets durch China 1959, kam der Handel völlig zum Erliegen. Aufgrund der geologischen Situation werden feste Brücken nur vereinzelt möglich sein. Das bedeutet, dass uns nun eine anstrengende Fahrt von 3 Stunden für 27 Kilometer erwartet, auf der es durch Bachläufe und über übelste Wege mit großen Steinen geht.

Tom und ich sitzen vorne neben den Fahrer auf der linken Seite, denn in Nepal herrscht Linksverkehr. Aus dem Lautsprecher schallt laut nepalische Musik und während der nächsten 3 Stunden werden wir feststellen, dass unsere Fahre nur diese ein Kassette besitzt. Hinter uns sitzen Konrad und Angelika, unsere Reise-Senioren. Holperend geht es zur ersten „Flussdurchquerung“. Von der Rückbank kommt ein stöhnendes „Jesses Maria“ und nach erolgter Durchfahrt eine Geschichte die mit “ also damals im Pantanal…“ anfängt. Ist recht lustig und Tom und ich zwinkern uns zu, wenn wir das nächste Schlagloch sehen und das nächste „Jesses Maria“ erwartenen. Uns macht es richtig Spass, denn die Strecke wären wir auch gerne mit dem Landy gefahren.

Der Klopfer des Tages ist allerdings ein kurzer Stopp in Kalopani, wo uns Janbu mitteilt, dass man von hier aus eigentlich den Anapurna 1 sehen kann. Aufgrund von Wolken war aber leider nichts zu sehen. Dann kommt von der hinteren Sitzbank „Wo muss ich denn gucken? Rechts oder links?“ Zur Erklärung warum Tom und ich fast aus dem Auto gefallen wären, ist zu sagen, dass wir seit rund 10 Tagen um das Anapurna-Massiv latschen und die 8000er immer links von uns sind. Aber wer weiss, vielleicht haben die Yeties die Berge ja über Nacht versetzt.

Angekommen in der Lodge, stellt sich heraus dass die Gruppe unter „Ermüdungserscheinungen“ leidet und die Leidensfähigkeit nachlässt. „Ich kann kein Zimmer im ersten Stock haben, da ist es soweit bis zum Klo“. „Aber im neuen Haus sind die Zimmer viel schöner“. Uns gefällt unsere Doppelbett-breite Schachtel. Wenn sich Britta und Sabine in der Schachtel nebenan umdrehen, hat man allerdings das Gefühl, sie liegen mit bei uns im Bett.

Nett ist auch der Schrei unseres weiblichen Reise-Oldies, der quer durch das Haus hallt. Alexa und ich eilen herbei. „Dieses Tier lag unter meinem Kissen!“ Sie hält uns ein Wesen, gehüllt in eine Plastiktüte hin. Langsam öffnet sie die Hand. Drin sitzt eine kleine 4 cm große Kakerlake. „Ach so ne Kakerlake“ sagen Alexa und ich aus einem Mund. Unverständlicher Blick auf der anderen Seite. Ich glaube in den Augen unserer Reiseseniorin sind wir echte Freaks. Am nächsten Morgen haben wir dann auch noch Zimmerbesuch: eine Gottesanbeterin auf dem Kopfkissen und eine fette, haarige, streicholzschachtelgroße Spinne die in meinem Halstuch geschlafen hat.

Man kann einiges erleben in Nepal und mit unseren Mitreisenden.

Stillleben

Nepalische Landys

Die körperliche Verfassung auf dem Trek

18 Apr

Bericht von Dagmar:

1. Tag: wir gehen von 823 auf 930 Meter. Alles im grünen Bereich, man läuft sich ein und ordnet das Equipment. Es ist heiss und wir gewöhnen uns schon einmal daran, 5 Liter pro Tag zu trinken.

2. Tag: es geht weiter auf 1.341 Meter. Viel auf und ab. Pfade mit großen Steinen. Bei den Anstiegen geht der Puls teilweise auf 165.

3. Tag: Anstieg auf 1.943 Meter. Wie am Tag zuvor rund 6 Stunden Gehzeit. erstmals mit Stöcken gegangen. Auf den Puls geachtet, daß er nicht über 145 geht. War heute total euphorisch.

4. Tag: Aufstieg auf 2.713 Meter und keine Besonderheiten. Erstaunlich, dass wir keinen Muskelkater haben. Schlafe ab jetzt auf dem Rücken mit einem hohen Kissen. Bin erstmals auf fast 3.000 Meter und merke die Höhe noch nicht.

5. Tag: Laufen ist fast schon Routine. Beim Anstieg auf 3.185 Meter merke ich erstmals, dass ich kurzatmig werde. Wir hängen abends noch einen Auf- und Abstieg von 150 Metern dran (Besuch eines Tempels).

6. Tag: Jetzt geht es auf 3.500 Meter. Komme mit der Höhe gut klar, bin abends jedoch von 9 Stunden laufen recht kaputt.

7. Tag: Es geht auf 4.650 Meter (Generalprobe für den Pass). Heftiger Anstieg, der Puls geht aber nicht über 145. Ab 4.300 Meter habe ich erstmals Kopfschmerzen. Bei 4.650 Meter angekommen habe ich sehr starke Kopfschmerzen. Dann wird mir plötzlich von den Knien aufwärts ganz flau. Mir ist schlecht und mein Magen fühlt sich an, als würde ein kalter Stein drin liegen. Wir brechen schnell zum Abstieg auf. Als ich bei 4.400 einmal muss, habe ich das Gefühl, es sprengt mir das Hirn. Ab 4.300 geht es mir wieder besser. Da wir uns beim Abstieg verlaufen, wir der Abstieg auf 3.500 durch einen engen Geröll-Canyon sehr anstrengend und plötzlich versagen mir die Beine und bei einem Puls von 125 hyperventiliere ich. Kurze Rast, habe Probleme mit dem Gleichgewicht. Im Hotel brauche ich eine Stunde um wieder o.k. zu sein. Ich trinke eine Flasche Cola und esse ein Snickers.

8. Tag: Heute wieder ein wenig Nasenbluten gehabt. Liegt wohl an der Höhe, der trockenen Luft und der Anstrengung. Abends erstmals ein wenig Muskelkater auf der Oberschenkel-Vorderseite (vom langen Abstieg Tags zuvor) und wieder Kopfschmerzen. Wir befinden uns nun auf 4.176 Meter.

9. Tag: Beim Anstieg auf 4.450 Meter läuft eigentlich alles gut. Der Weg ist beschwerlich, aber o.k. Jedem steckt die Angst vor morgen in den Knochen, „werde ich den Pass schaffen?“

10. Tag: Der Tag auf den alle gewartet haben: die Überschreitung des Thorong La. Aufstieg von 4.450 auf 5.416 Meter und dann wieder Abstieg auf 3.800. Wegen der Höhe und des frühen Weckens (3:00 Uhr) habe ich schlecht geschlafen. Aufstieg in der Dunkelheit, bekomme die Atmung nicht richtig hin. Bin zu warm angezogen. Nach der ersten Teestation auf 4.800 wird es etwas besser. Der Aufstieg geht weiter im Schneckenschritt. Dann endlich nach 4 Stunden ist der Pass erreicht. Mir laufen die Tränen über das Gesicht. Endlich geschafft! Aber dann liegt noch der lange und anstrengende Abstieg vor uns, mit fast 6 Stunden, der mir 2 blaue große Zehnägel beschert. Nun liegen noch 6 weitere Trekkingtage vor uns und die Besteigung des Poon Hill mit 3.194 Metern.

Warnung

Dag macht Bubu

Thorong-La

17 Apr

Freitag, den 17. April; Bericht von Thomas:

Über den Thorong-La
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Am Abend vor dem Aufstieg geht es schon früh um 20:30 Uhr ins Bett. Da wir schon um 2:30 nachts wieder raus müssen, haben wir natürlich vorher schon alles an Equipment gekramt. Außerdem habe ich schon alles angezogen was ich für den Aufstieg brauche, außer Goretex-Hose und Jacke und Stiefel.

Dies hat leider zur Folge, dass es in meinem Schlafsack ein bißchen zu eng wird 🙂 Kalt ist es trotzdem – also wird die ersten 4 h erst mal nicht geschlafen, weil nicht müde, zu hoch, zu kalt und zu eng….

Um 2:30 dann wecken. Da ich den Brustgurt sowieso schon anhabe, kann ich auch gleich mal den Ruhepuls messen: 65, nicht schlecht dafür, dass wir in 4500 m Höhe sind.

Beim Abmarsch um 3:15 Uhr fühle ich mich top-fit. Die Kopflampen vor und hinter uns ziehen sich wie an der Perlenschnur aufgereiht dem Berg hoch. Unser Guide Jang-Bu gibt seinen fast meditativ langsamen Schritt vor, und im nu (nach ca. 1 h) sind wir auf 4900 m.

Dort nimmt das Unglück dann seinen Lauf. Unsere Aynur, die sich schon am Vortag nicht wohl fühlte, bricht erschöpft zusammen. Aber, nach einer kleinen Ruhepause im High-Camp mit heissem Tee, gibt Aynur Ihren Rucksack an einem Träger ab und trottet zu unser aller Überraschung direkt hinter Jang-Bu weiter den Berg HINAUF.

Ca. um 6 Uhr kommen wir dann beim 2. High-Camp auf 5100 m Höhe an. Dort liegt Aynur bereits in dem Armen von einigen Kameradinnen auf der Bank in der Hütte. Kurz vorher war sie zum zweiten Mal zusammengebrochen, und diesmal geht es für sie definitiv NICHT mehr weiter. Die Guides versuchen, Aynur in die für Notfälle mitgeführte und eilig aufbebaute Überdruckkammer zu verfrachten. Aber sie weigert sich (Platzangst?), und deshalb wird sie danach auf ein Pferd gesetzt. Ob das Pferd dann Berg-hoch oder Berg-runter gehen soll, ist nicht ganz klar und in der Hektik auch nicht richtig nachzuvollziehen… Spielt aber auch keine Rolle, da Aynur sich nicht auf dem Pony halten kann und daher auch dieser Rettunsversuch abgebrochen werden muss.

Als letzte Lösung nimmt einer der Nepalis Aynur dann im Huckepack auf den Rücken und trägt (!) sie bergab. Ihre Zimmergenossin und Freundin Alexa steigt mit ab und berichtet nachher, dass sich auf dem Weg Berg runter zum Ausgangspunkt auf 4500m dann zwei Träger immer abgewechselt und so den Abstieg über 600 hm in deutlich weniger als 1 h geschafft haben!

Unter angekommen geht es Aynur dann schon wieder etwas besser. Nach ca. 2 Stunden Wartezeit am Hubschrauberlandeplatz kommt der bestellte Hubschrauber und bringt Aynur ins Krankenhaus nach Kathmandu, aus dem sie schon ab Abend des selben Tages entlassen werden wird.

Zurück zu unserem Aufstieg: natürlich sind wir alle recht geschockt über Aynurs Zustand und die dramatische Rettungsaktion; aber dass wir weiter aufsteigen werden, steht nie in Frage. Um ca. 7 Uhr geht weiter, diesmal in kleinen Gruppen. Ich gehe natürlich zusammen mit Dagmar, die ein langsames, aber stetiges Tempo vorgibt. Die letzten 100 hm ziehen sich (wie immer) wie Kaugummi, aber ca. 9 Uhr haben wir es geschafft. Der „Einlauf“ auf dem Pass ist wie beim Marathon, und wir haben dabei beide Freudentränen in den Augen…

Wir verbringen dann ca. 1 h am Gipfel (äh, Paß), hängen unsere nepalische Gebetsfahne neben all die anderen und machen unzählige Gruppen- und andere Erinnerungs-Fotos.

Um 10 Uhr geht es dann zum Abstieg, der sich mit 1600 hm über 4 1/2 h dann wirklich EWIG hingezogen hat. Für mich war der Abstieg fast noch anstrengender als der Aufstieg, weil Dagmar als zähe Bergziege auch dort ein recht flottes Tempo vorgab.

Nach einer ausführlichen Mittagspause sind wir dann um 16 Uhr in unserer Lodge im Mukhtina angekommen.

Der „Held des Tages“, unsere Alexa, ist pünktlich zum Abendessen um 19 Uhr auch wieder zu uns gestossen. Sie war ja zusammen mit Aynur wieder zum Ausgangspunkt zurückgekehrt. Nachdem der Hubschrauber abgeflogen war (ca. 11 Uhr) machte sie sich zusammen mit den ebenfalls abgestiegenen Guide Jang-Bu ERNEUT auf dem Weg über den Pass. Aber beide hatten nun bereits 600 hm Auf- und Abstieg in den Knochen, und sie waren 8 h hinter der „normalen“ Zeit. Deshalb mussten sie sich sogar noch beeilen, um den Paß vor Einbruch der Dunkelheit um 18:30 geschafft zu haben!

Für Jang-Bu als Bergführer war das natürlich kein größeres Problem, und ein entsprechendes Tempo legte er dann beim erneuten Aufstieg auch vor. Aber Alexa hat es irgendwie geschafft mitzuhalten, auch wenn sie sich auf dem Paß mit eigenen Worten „wie im Nirvana“ fühlte. Deshalb war sie für mich am Höhepunkt unserer Trekking-Tour der „Held des Tages“!

Namaste & Bis bald!

Thomas

Von Dagmar: Hallo Rolf, zu Deinem Namenstag die besten Grüße von uns. Wir haben mehrfach versucht Dich zu erreichen, um Dir zu gratulieren und Dir zu berichten, dasss wir es geschafft haben, aber leider haben wir keine Telefonverbindung bekommen (unsere Handys funktionieren nämlich hier nicht).

Tom auf 5000

Beweis

Am Pass

Auf dem LAAAANGEN Abstieg

Der Tag vor dem Thorong La

16 Apr

Donnerstag, den 16. April 2009, Bericht von Thomas:

Heute sind wir zu unseren höchsten Lager aufgesteigen, dem „Base Camp“ namens Thorong Pedi (Pedi = Alm) auf 4500 m. Ist allerdings eine Yak-Alm, und von diesen urzeitlich anmutenden Rind-Viechern haben wir heute auch einige gesehen und natürlich auch begeistert fotographiert.

Insgesamt war der Tag heute relativ „easy“, Aufstieg von 4100 auf 4500m in nur 4 h, d.h. mittags waren wir schon im Basecamp und heute nachmittag können wir uns ausruhen, bevor es in der Nacht um 3 Uhr früh losgeht. Auffällig war heute die Ruhe während des Aufstiegs. Teilweise glich das fast schon einer Prozession 🙂 … Was vielleicht auch damit zu tun hat, das die meisten schon gedanklich morgen beim „grossen Tag“ sind.

Ich selbst fühle mich total fit und bin sehr gut akklimatisiert, d.h. an die Höhe angepasst. Dagmar ebenso. Leider geht es einem Mitglied der Gruppe (Aynur) seit unserer Ankunft im BaseCamp nicht gut (Symptome der Höhenkrankkeit), sie hat sich erst mal hingelegt und wir hoffen alle, dass es ihr bis heute abend besser geht und wir morgen alle gemeinsam den höchsten Pass der Welt in Angriff nehmen können!!!

Namaste!

Thomas

Annapura-Massiv

Makaber...

Zwei Naechte in Bhraka

15 Apr

Dienstag, den 11. April 2009, Bericht von Thomas:

Nach nun 7 Tagen Trekking sind wir nun wirklich in Zentrum des Himalaya (und unseres Treks) angekommen: im Tal des Marsyangdi Nadi (M. Fluss), der nördlich des Annapurna-Massivs fließt.

Die Berge, die wir hier hautnah erleben sind zwischen 7000 und 8000 m hoch (der höchste, den wir im Moment sehen ist der Annapurna II: 7937 m). Die Berge sind so nah und so gigantisch – wenn mir jemand sagen würde, dass dies die höchsten Berge der Erde sind, würde ich das sofort glauben…

Heute haben wir quasi als „Eingehtour“ für unsere Überschreitung des Thorong La (La = Pass, mit 5400 m höchster Pass der Welt) in 3 Tagen eine Tour von unserer Lodge in Bhraka (3500 m) zum „Ice Lake“ auf 4700 m unternommen (gleicher Ab- wie Aufstieg). Nach alpinen MASSSTÄBEN (d.h. in Europa) ENTSPRICHT DIES IN ETWA DEM AUFSTIEG VON DER Hütte unterhalb der AIGUILLE DE MIDI Seilbahn AUF DEN MONTBLANC!!!

Ich bin selbst überrascht, dass wir das alle (aus unserer Gruppe) geschafft haben! Außer den obligatorischen Kopfschmerzen und Übelkeit bei einigen (wegen der Höhe) gab es keine größeren Verluste. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wir alle durch unseren langsamen Aufstieg von anfangs 800 m auf nun 3500 m (über 6 Tage) so hervorragend akklimatisiert sind!

Die tägliche Routine (siehe Bericht von Dagmar) hat sich inzwischen gut eingespielt, das Wetter ist ganz hervorragend (morgens strahlend blauer Himmel und im Laufe des Nachmittags zieht es sich ein wenig zu), die Gruppe paßt recht gut zusammen und so sehen wir alle dem „Höhepunkt“ des Treks in 3 Tagen recht zuversichtlich entgegen.

Abschließend möchte ich hier meiner lieben Mutter Helga, die heute Geburtstag hat, ganz HERZLICH zum selbigen zu gratulieren. Dagmar und ich wünschen Dir viel Freude am heutigen Tag und hoffen, das unser Gemeinschaftsgeschenk gut bei Dir angekommen ist! Liebe Mutti, das hättest Du wohl auch nicht gedacht, dass Dein Thomas im Gebirge mal so „hoch hinaus“ kommt, oder?

Bis bald – Namaste!

Thomas & Dagmar

Panorama

Grosse Kulisse

Brillenspiele

Ein Tag im Leben eines Trekkers

15 Apr

Bericht von Dagmar:

Wecken erfolgt durch das „Natural Wake-up-Light“ (das offen lassen der Vorhänge) so gegen 5:30 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen. Die ersten Hähne krähen. Wir dösen im gekoppelten Schlafsack noch weiter bis 6:30 Uhr, offizielles Wecken durch den nepalischen Führer.

Aufstehen. Es ist kalt in der ungeheizten Lodge. Zähne putzen im Hof am Brunnen, eventuell noch kleine Katzenwäsche. Anstellen am Hock-Plums-Klo. Tagesrucksack packen mit Regenjacke, Handschuhen, Mütze und Fleece. Das Trinksystem mit 2 Litern Wasser füllen, Müsliriegel und Traubenzucker einpacken. Danach die Tasche für den Träger packen und um 7:00 Uhr vor das Zimmer stellen. Frühstück im Gemeinschaftsraum mit Müsli, Pfannkuchen und Ei. Dazu Kaffee oder Tee.

Um 8:00 Uhr Aufbruch. Wandern ungefähr bis 10:00 Uhr, Coca Cola trinken und Toilettenpause. Weiter ungefähr bis 13:00 Uhr. Mittagessen „dhal bat“, Reis mit Bohnen. Ausruhen und weiter nach ungefähr einer Stunde. Vorher noch das Trinksystem mit weiteren 2 Litern auffüllen. Nächste Toilettenpause gegen 15:00 Uhr. Weiter laufen bis ca. 16.30 Uhr, dann kommen wir an der Lodge an.

Unser Träger hat unsere Tasche schon in unser Zimmer gestellt und erwartet uns mit dem Schlüssel vor dem Zimmer. Schlafsäcke auspacken, trockene und saubere Sachen rausnehmen. Wenn eine Dusche vorhanden ist, darauf hoffen dass noch nicht alles warme Wasser weg ist. Sonst holt man sich in der Küche eine Schüssel und wäscht sich im Zimmer. Meist legen wir uns noch für eine Stunde aufs Bett, schreiben Tagebuch oder lesen.

Um 19:00 Uhr trifft man sich dann wieder im Gemeinschaftsraum zum Abendessen. Immer gibt es zuerst eine Suppe, dann ein Hauptgericht und Nachtisch. Je nach Lodge ist auch das Essen mal gut und mal weniger gut, aber immer nahrhaft und frisch zubereitet. Nach dem Essen lesen wir mal Geschichten vor oder spielen Karten. Die anderen unterhalten sich oder gehen zwischen 8:30 – 9 Uhr ins Bett.

Seit rund einer Woche sind wir nun zusammen unterwegs und bisher hat es untereinander gut geklappt. Während des Tages geht man immer wieder mit einem anderen Partner den Weg und es entwickeln sich interessante Gespräche (wenn man die Puste dazu hat, je nach Höhe 🙂 .

Massenveranstaltung...

On the road again