Archiv | April, 2009

Dritter Tag, in Dharapani

11 Apr

Tja, wie Ihr sicherlich schon gemerkt habt, stockt es ein bißchen mit unserem Nachschub an Tagesberichten. Dies liegt ganz einfach daran, dass die Internet-Cafes hier sehr dünn gesäht sind. Das nächste soll angeblich in Chame sein, leider noch ein Tagesmarsch entfernt. Dann sollte es uns hoffentlich möglich sein, die Berichte und ein paar Bilder der letzten Tage hochzuladen.

HEUTE möchten wir es nicht versäumen, Wolle ganz herzlich zum Geburtstag zu gratulieren! Wolle, unser Trek würde Dir bestimmt auch sehr gut gefallen. Vielleicht läßt Du Dir so einen Urlaub dann NÄCHSTES Jahr von Elke zum Geburtstag schenken – dieses Jahr kannst Du ja an Deinen „Hausberg“ in der Schweiz (dem Eiger) schon mal ein bißchen üben – muss ja nicht gleich die Nordwand sein…

Der heutige Wandertag war wieder sehr schön, aber insgesamt recht ähnlich wie gestern. Allerdings ohne Unwetter am Ende!

Gastbeitrag von Aynur:
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Eine Sache sollte man noch erwähnen:
Entlang des Marsyangdi Fluss werden Bemühungen sichtbar eine Strasse zu bauen. Zeitweise waren Sprengarbeiten des Militär zu beobachten bzw. das Bergvolk arbeitet mit den Händen „im warsten Sinne“. Die Strasse ist die große Hoffnung der Bergbauern alle Dinge des Alltages einfacher zu transportieren deswegen arbeiten sie nur für Mahlzeit und Unterkunft. Und haben immer ein Lächeln auf den Lippen und das obligatorische „Namaste“.

Kinder-Chor

...ohne Worte

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In unseren Adern fliesst Nudelsuppe!

11 Apr

Montag, den 6. April:

Generalstreik-das heisst, es geht generell nichts. Also auch kein Bus in die Stadt. Dann müssen wir halt ein Alternativprogramm zur geplanten Tempelbesichtigung machen: wandern. Rund ums Hotel zum Hausberg. Bei fast jedem Haus werden wir von Kindern fröhlich mit Namaste begrüsst. Auf dem Hausberg gibt es auch einen Tempel nämlich für Fruchtbarkeit (keine Sorge wir haben nichts geopfert). Auf diesem kleinen Spaziergang lernt man dann auch schon mal die „Mitwanderer“, sprich die kennen, mit denen man in den nächsten Wochen fast alles teilen wird ausser Zahbürste, Schlafsack und Freund. Jeder ist übrigens mit einer Digi-Kamera ausgerüstet, einer analog. Gottseidank keiner mit Filmkamera. Das Fotoverhalten einiger lässt allerdings zu wünschen übrig. Da muss man nicht fragen, ob man fotografieren darf, bei besonders „tollen“ Objekten wie „alte Frau mit schwerer Last“ stellt man sich auch mal gerne in der Reihe auf und schiesst das Objekt ab. Mir hat das zwar „das eine oder andere tolle Bild gekostet“, ich mag das so aber nicht.

Dienstag, 7. April: Heute Fahrtag mit dem Kleinbus. 250 Km in 6 Stunden, so die Ansage von unserem Führer (ein Nepali namens Schumi). in der Tat haben wir dann allerdings noch 1,5 Stunden mehr gebraucht wegen Stau und Reifen- panne. Die Landschaft ist subtropisch und so sind dann auch die Temperaturen, heiss und ein wenig schwül. Bei bis zu 35 Grad im Bus zu sitzen ist jetzt zwar nicht spassig, aber wenn es demnächst am Thorong La Minusgrade hat, dann würde man sich über ein wenig Wärme freuen.

Hotel in Bensisahar eher so „na ja“, besonders die Toilette ist der Hit (Nähere Angaben spare ich mir… – Anmerkung von Thomas: akuter Brechreiz nur durch Zuhalten der Nase zu bekämfen…). Abendessen gut: Dhal Bat (Linsen mit Reis).

Mittwoch, 8. April: erster Wandertag. Wecken 6:45, da freut man sich ganz besonders, wenn man die Nacht wegen Hundegebell und schreiender Kinder so richtig gut geschlafen hat. Frühstück 3 Toasts mit Eier-Omlett – lecker! Entlang des Flusses Marsyandi zur ersten Hängebrücke. Wir schleppen uns langsam zu unserem nur 13,5 km entfernten Ziel, Ngadi. 4 Liter Wasser getrunken, die Hitze von 30 Grad verlangt ihren Tribut. Nette Mittagsrast in Bhulbule (Karte
folgt). Danach noch einmal gut 1 Stunde bis Ngadi. War heute mehr Materialtest als anstrengend (13,5 Km, Aufstieg 400 hm, Abstieg 250 hm).

Die Lodge ist sehr ursprünglich und einfach, hat uns sehr gut gefallen. Wände und Zimmerdecke aus rohem Holz. Die Dusche im Hof mit Warteschlange, das Klo zwar ohne Warteschlange, aber dafür auch nur eines für das Hotel mit 15 Zimmern.

Donnerstag, den 9. April – Bericht von Thomas:
Heute erster „richtiger“ Wandertag: 13,5 km, 900 hm Auf- und 500 hm Abstieg.
Start nach einem guten Frühstück um 7:30 Uhr bei schönstem Sonnenschein. Der sollte uns auch 98% unseres Weges begleiten. Ein toller Tag durch die nepalesischen Subtropen, immer hoch über dem rauschenden Bergfluss imTal (wo auch sonst?), über mehrere abenteuerlich schwankende Hängebrücken, vorbei an Wasserfällen über viele 100m und dazu immer wieder freundlich mit „Namaste“ grüßende Nepalesen! Die Gruppe wandert gut zusammen, es waren keine Ausfälle oder Streitereien zu verzeichnen.

In der Mittagspause durfte ich mich bei einem jungen Nepalesen als IT-Computer-Support-Person versuchen: er bekam sein (natürlich gecracktes) Microsoft Office nicht ans laufen. Irgendwie habe ich es dann aber geschafft, und er konnte an seiner PowerPoint-Präsentation „Education in Nepal“ weiterbasteln.

Gegen Ende des Wandertages legte unser Bergführer dann deutlich an Tempo zu, weil er bei unserer nächsten Lodge sein wollte, bevor das drohende Gewitter ausbrach. Und das haben wir dann auch gerade so geschafft – ca. 5 min nachdem wir unsere recht netten Zimmer bezogen hatten, brach das Unwetter los und die Welt drohte unterzugehen. Als mich Dag dann fragte „Und was machen wir bei einem Erdrutsch?“ fiel mir als erste Maßnahme nur „festhalten“ ein 🙂

Aber soweit wird es wohl nicht kommen – hoffe ich, den es regnet immer noch, inzwischen tropft es sogar in der Mitte unseres Raums ein wenig durch die Decke… Meistens dauern diese Bergunwetter ja nicht SO lange, oder???

Gepäck

Hängebrücke

Kulturland

Anreise und Kathmandu

6 Apr

Heute schreiben wir den ersten Bericht aus Kathmandu. Nach erfolgreicher aber anstrengender und langer Anreise sind wir heute (Sonntag) morgen in Nepals Hauptstadt gelandet und haben jetzt schon die ersten Eindrücke (und Ausrüstungs-Stücke) gesammelt. Aber wie immer schön der Reihe nach:

Anreise aus Aachen nach Frankfurt Airport per Bahn (ICE) sehr angenehm. In Frankfurt am Airport dann bei Qatar Airways am Check-In erst mal Bombenalarm (kein Scherz!). Aber nachdem Hasso nichts erschnüffeln konnte, durften wir dann doch noch einchecken…

Flug bis Doha recht nett (6h). Dann 6h Wartezeit in Doha – totlangweilig. Auf dem Flug von Doha nach Kathmandu wurde dann um 2 Uhr nachts erst nochmal ein 3 Gänge Menue serviert. Habe abgelehnt und stattdessen einen 3-fachen Gin-Tonic bestellt, damit ich (Thomas) besser schlafen kann. Nach 1 h war mir dann leider SO schlecht, dass ich gar nicht mehr schlafen konnte 🙂

In Kathmandu wurden wir dann alle (11 Personen) abgeholt und in einen Bus verfrachtet, in dem man uns dann als erstes mal eröffnet hat, dass „unser“ Hotel in Kathmandu-City leider ausgebucht sein ……………. und man ins deshalb auf ein Hotel 45 min ausserhalb „upgegraded“ hat. Dieses Hotel, in dem wir jetzt sind, war dann auch wirklich wunderschön, aber erst mußten wir ja noch mit dem Bus quer durch die City dort hinkommen. Das hat uns dann gleich auch einen ersten Eindruck von Kathmandu vermittelt und man konnte bei der Fahrt wirklich sehen, dass Nepal zu den ärmsten Ländern der Welt gehört – die City ist laut, dreckig, wuselig, chaotisch, usw. Insgesamt noch mal eine Stufe „schlimmer“ als dass, was wir in Marokko letzes Jahr schon erlebt hatten. Wie sagte meien Liebe doch so treffend während der Busfahrt zum Hotel: „Hier würde M.I. aus MB-B. bestimmt schon während der Busfahrt die Kretze kriegen 🙂

Im Hotel angekommen, waren wir alle sehr überrascht, wie es inmitten dieses Drecks und Elends so eine schöne Hotelanlage geben kann – 5* mit Sonnenterasse, Super-Aussicht, Schwimmbad, riesige & schöne Zimmer usw.

Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel haben wir uns dann mit dem Bus nochmal zum Nachmittags-Stadtbummel in die Stadt fahren lassen. Als wir dann mitten in der Stadt (d.h. im Zentrum des ganzen Chaos) aus dem Bus aussteigen durften, kam ich mir schon ein bißchen vor wie „auf dem Mond“. Der Gestank war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend und die Geräuschkulisse dem angepaßt. Ich dachte nur „Captain Kirk an Brücke – please beam me up“, aber Scotty antwortete leider nicht.

Wir also von der Hauptverkehrsstrasse rein in die „Fussgängerzone“ (dort fahren dann „nur“ noch Fahrräder, Mopeds und Ritschkas) und dann wurde es auch langsam schon besser… wahrscheinlich hatten wir und einfach schon ein bißchen an die „spezielle Atmosphäre“ gewöhnt!

Nach einigem Suchen haben wir dann auch unser eigentliches Ziel gefunden, nämlich den Stadtteil mit den ganzen Outdoor-Ausrüstuns-Geschäften (hier soll sich ja seinerzeit schon Sir Edmund Hillary eingekleidet haben…). Dort wurden wir dann auch recht schnell fündig und konnten noch fehlendes Equipment und Land-Karten nachkaufen. Die dort angebotenen Markenartikel sind natürlich alle gefälscht, kosten dafür aber auch nur ca. 10 – 20% des Ladenpreises in Deutschland. D.h. zum Beispiel eine NorthFace GoreTex Jacke kostet dort nur ca. 40 Euronen statt wie bei uns 400!

Auch viele andere Sachen kosten nur ca. 10% des Preises in Deutschland (kleine Flasche Cola am Kiosk 15 Cent)

Bei des Rückfahrt mit dem Bus sind dann alle fast eingeschlafen und die unvermeidlichen Bodenwellen im quasi ungefederten Bus hauten einige Leute (im Wortsinn) aus den Sitzen 🙂

Abendessen war 1A & super-lecker, besonders das Bier dazu (siehe Bild) aus der 0,65 l Flasche!

„Namaste“ und bis die Tage!

Hochspannung

Tempel

Kinder

Erster Eintrag von Thomas!

3 Apr

So, jetzt schreibe ich auch mal meine ersten Test-Eintrag – und starte gleich mal mit einer netten Anekdote 🙂

Wie Ihr Euch vielleicht vorstellen könnt, ist man auf eine solche Himalaya-Reise natürlich BESTENS vorbereitet, wenn man eine „Event-Managerin“ als Partnerin hat.

Körperlich zwar nicht so ganz (im Winter Joggen ist wirklich schwer…), aber natürlich wissen wir Dank ausfürlicher Literaturrecherche schon fast ALLES über Nepal (ich hole das dann auf dem Flug nach, siehe Buch-Foto anbei) und natürlich sind wir EQUIPMENT-mäßig einfach SPITZE ausgestattet.

Besonders stolz war Dagmar, dass sie die komplette Reiseapotheke wie im abgebildeten „Handbuch der Expeditionsmedizin“ beschreiben für uns zusammengestellt hat!

Nur als ich dann gestern darauf hinweisen konnte, dass diese Apotheke LAUT BUCH für eine Himalaya-Expedition mit 150 Trägern gedacht ist, mussten wir beide doch herzlich lachen!!!

Wir sind nämlich nur zu zweit! :-)))

Na ja, jedenfalls haben wir für den Fall der Fälle alles dabei … (Ich hätte ja nur ein Päckchen Aspirin mitgenommen 🙂

Bis morgen oder wenn wir das nächste Mal weider „am Netz“ sind…

Liebe Grüße

Thomas

Nepal-Handbuch

Alles dabei...

Bags are packed, ready to go!

3 Apr

Liebe Leser unseres Reisetagebuches

es ist wieder soweit, wir machen uns mal wieder auf. Für 3 Wochen werden wir die Yeties besuchen und wir werden sicherlich auch wieder viel interessantes berichten können. Morgen früh geht es mit dem zug von Aachen Hauptbahnhof nach Frankfurt mit dem ICE und um 11:55 Uhr fliegen wir dann nach Doha um dann nach Kathmandu weiterzufliegen.
Wir melden uns dann aus Kathmandu.
Liebe Grüße Dag & Tom

Unbekannter Kopf