Richtigstellung

5 Jul

Beitrag von Marike & Knud

An dieser Stelle ist es uns eine erfreuliche Pflicht, den vorangegangenen Beitrag „Mist? Wetter? in Schottland?“ zu berichtigen. Wie uns unlängst zugetragen wurde, handelt es sich bei der besuchten Sehenswürdigkeit weder um King George als Namensgeber, noch um Schottland. Scheinbar ist uns da ein fataler Irrtum unterlaufen, der unter anderem das Geschlecht des britannischen Herrschers einschließt. Das besuchte Weltnaturerbe waren die von Livingstone für die westliche Welt entdeckten und nach Königin Vicki benannten Viktoria Wasserfälle.

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Tag 1: Anreise

Nach einer mehr oder weniger abenteuerlichen, dafür aber umso teuereren Anreise durch das Ende des Caprivi-Zipfels nach Sambia (Double-Entry Visa, Carbon Tax, Zoll für das Auto, Versicherung und Straßenmaut oder Gebühr usw.), gelangten wir in die Obhut eines lustigen Briten (könnte auch ein Schotte gewesen sein) auf der Livingstone Safari Lodge. Zum Abendessen gab es Eintopf (wie fast immer, weil wir nur einen Topf haben), aufgewärmt über dem Feuer. Das hatte auch einen Grund: unser Gas war nämlich leer und Sonntags war weder in Namibia, noch in Sambia ein mehr oder minder professioneller Gasbefüller zu finden. Also ging es schnell ins Bett, da der folgende Tag ja recht anstrengend zu werden versprach.

Tag Zwei: Nässe

Morgens sind wir gegen 04:00 Uhr Ortszeit aufgewacht, um in unserem Zelt erstmal die Eiszapfen von der Decke zu pflücken (kann man ja abends noch für Cuba Libre verwenden). Sonst hätte die Gefahr einer innerzeltlichen Dachlawine bestanden. Kurz: es war frisch.

Nach einem schnellen Frühstück haben wir das Verhalten der Einheimischen imitiert und uns zum Auftauen erstmal in die Sonne begeben. Echt kalt dieses Afrika!! Aber dann ging es frohen Mutes zum langersehnten Zielort. Das Auto haben wir vor der Polizei geparkt und Maik I. damit beauftragt es vor den gemeingefährlichen Pavianhorden zu schützen.

Dank der britisch/schottischen Instruktionen haben wir dem inneren Drang widerstanden, sofort dem Lockruf des gewaltigen Donners zu folgen und sind den Sambesi erstmal ein paar Schritte flußaufwärts gegangen.

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Sah alles sehr idyllisch aus, fast wie an der Mecklenburgischen Seenplatte. Leider hatten wir kein Faltboot dabei, um ein bißchen paddeln zu gehen. Dann aber ging es los: Regenjacken aus- und alle nicht wasserdichten Fotoapparate eingepackt und ab in die Fluten.

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Zum Glück war noch eine Bildaufzeichnugsmaschine übrig (HiHi).

An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, daß die findigen Sambesianesen (oder so ähnlich) (find ich jetzt fast weng ignorant von Dir!) (Ist aber doch nicht böse gemeint) (Jetzt seid mall alle still!?!) Regenmäntel für einen geschätzten samborischen Tageslohn (1 US$) an Touris vermieten. Natürlich nur an die, die es versäumt haben sich vernünftig vorzubereiten und dafür ein Übermaß an akzeptierten Devisen mitführen (eigentlich nur US$). Zum Glück hatten wir unseren eigenen mehrfach verwendbaren Spritzschutz am Mann (oder der Frau!) (Jetzt sei nicht so pingelig!) (Ruhe!?!).

Über eine Brücke mit kachelmanscher Niederschlagswahrscheinlichkeit von weit mehr als 90% ging es dann quasi mitten in den Wasserfall.

Der Abstieg in die Sambesi-Schlucht, durch den nahezu schon tropischen Urwald, ermöglichte nicht nur einen fantastischen Blick von unten auf einen Teil der Fälle, sondern auch die gemeinsame Wegbenutzung mit Affenjungmüttern.

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Nach mehreren Naß- und Trockenphasen war das Fazit des Tages: Sehr beeindruckend, imponierend, einmalig, gigantomanisch naß, und überhaupt. Plus ein Kupferarmband von Maik II. der uns kurz und heimlich nach Simbabwe und zurückschmuggelte.

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Da der sambilische Staat an diesem wunderschönen Montag einen spontanen Feiertag eingeschoben hatte um sich über das Ableben des Ex-Präsidenten zu freuen (glauben wir zumindest), gab es schon wieder kein Gas und das Abendessen fiel spärlich bis spartanisch aus: Chips und Bier im Auto, weil das zweitere draußen drohte seinen Aggregatszustand in fest zu ändern.

Tag Drei: noch mehr Nässe

Nach einer weiteren arktischen Nacht und ein paar glücklichen Zufällen reichten unsere finanziellen Mittel gerade noch aus, um den offiziellen Weg nach Simbabwe zu wagen. Allerdings nur zu Fuß, da sich so die Gebührenflut minimieren ließ. Also das Auto wieder zur Polizei gestellt und in die Obhut von Maik III., der sich selbst auch gerne Elvis nennt, gegeben.

Und wieder der absolute Wahnsinn nur ein bischen touristischer; so mit Absperrungen vor den Steilklippen und befestigten Wegen. Auf einmal haben wir fast schon erschrocken bemerkt, daß wir bisher nur etwa ein Viertel der bis zu 700 Liter pro Sekunde gesehen hatten.

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Um es kurz zu machen: Massiv beeindruckend, sehr imponierend, absolut einmalig, ultra gigantomanisch naß, und überhaupt halt so.

Und dann? Fast ganz plötzlich und kaum vorhersehbar? Sind fast selbst erstaunt gewesen?

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Zurück zu unserem weißen Beschützer nach Kongola, Namibia.

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5 Antworten to “Richtigstellung”

  1. Marion 5. Juli 2011 um 17:33 #

    Der Bericht ist super, habe sehr gelacht. Schön, dass die Langeweile von gigantischer Feuchtigkeit abgelöst wurde 🙂

  2. Maike 5. Juli 2011 um 21:52 #

    Hoffe, ihr seid wieder trocken! 😀 Und endlich mal was erlebt!

  3. Johannes Schley 5. Juli 2011 um 23:15 #

    Hallo Ihr vier, ich hab gestaunt über die neuen Autoren. Alle Achtung, das ist ja toll und Abwechslungsreich. Ich habe mich aber über das Foto im oberstem Teil sehr gewundert, da sind plötzlich wieder Fahrräder hinter dem Reserverad auf dem white rihno. Waren die nicht in Tansania verschenkt wurden? Oder sind das Neue? Weiterhin gute und möglichst pannenfreie Reise weiterhin wünsch ich Euch.
    Bis dann es grüßt Johannes

    • gotoafrica2010 6. Juli 2011 um 13:16 #

      Hallo Johannes,
      das hast Du aber scharf beobachtet mit den Fahrrädern! Es gibt aber eine einfache Erklärung: unsere Webseite hat seit ein paar Wochen eine neue Funktion, dass nämlich als „Header-Bild“ nun nach den Zufallsprinzip eins der bisherigen Landes-Header-Bilder ausgesucht wird. Die Header wechseln nun also, je nach Web-Seite! Nun sind also ab und zu auch die „alten“ Header aus Ägypten, Sudan, Äthiopien usw zu sehen, und da waren die Fahrräder ja noch drauf…

      Wir sind aber weiterhin SEHR froh, dass wir die Fahrräder nicht mehr dabei haben – bei unseren zahlreichen Reifenpanen waren die Dinger einfach extrem unpraktisch…

  4. Gabi 5. Juli 2011 um 23:43 #

    Liebe Marike, lieber Knud,

    echt amüsant, Euer Bericht! Besonders über die Kuba-Libre-Eiszapfen und die Miet-Regenjacken habe ich schallend gelacht.
    Freut mich, dass die „unendliche Langeweile des Seins“ in Afrika ein Ende hat und ihr endlich mal was erlebt.

    Herzlichst
    Eure Gabi

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