Spuren im Sand – mit Rätsel

3 Jun

Reisebericht von Gerd

Und schon wieder vergeht die Zeit wie im Fluge. Gerade noch in der Wildnis der Blutkuppe, jetzt schon in der deutschesten Stadt außerhalb der Bundesrepublik: Swakopmund!

Doch bevor wir Swakopmund erkunden, gehen wir auf botanische Entdeckungstour, die wir mit den Lesern als kleines integriertes Rätsel teilen möchten: Um welche Pflanze handelt es sich im folgenden Bild, und was hat die spezielle Haltung des Protagonisten zu bedeuten? Hinweis: die sandigen Ebenen eines Teils der Namib-Wüste sind überzogen mit diesen manchmal SEHR alten Gewächsen.

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Die erste richtige und vollständige Antwort wird mit der Ernennung zum Oberbotaniker ersten Ranges vor der britischen Botanischen Gesellschaft belohnt.

Swakopmund, was für ein Gegensatz zu Lüderitz. Hier ist richtig was geboten, die Geschäftswelt fest in deutscher Hand, die Strassen und Bürgersteige mit Strassenlaternen erhellt. Die Strassen abseits der Hauptstrassen sind aus salzwassergebundenem Sand gebaut. Echte deutsche Gasthäuser bis hin zum piekfeinen Hotel Hansa, welches seit Eröffnung im Jahr 1905 nur 4 Tage geschlossen hatte, bieten den von „zuhause“ gewohnten Service.

Unser Campingplatz „Zur alten Brücke“ ist sehr modern, unser Stellplatz bietet top gepflegten Rasen und ein eigenes Badehaus. Das Wellenrauschen des Atlantik tost in unseren Ohren. Alles tip-top, aber nicht sehr gemütlich. Egal, abends reservieren wir einen Tisch im Brauhaus, wo es Erdinger Weissbier und eine ordentliche Haxe gibt. Man(n) spricht deutsch.

Doch dann der Schock: Beim Rangieren mit dem Rhino fällt Dagmar auf, das der hintere linke Reifen doch sehr schlapp aussieht. Die Prüfung des Luftdrucks bestätigt den (schleichenden) Plattfuss. Das fehlte mir noch in meiner „Gerd goes Africa“ Hitliste. Die Lösung des Problems wird auf den nächsten Morgen vertagt. Gut, dass wir in einer Stadt sind. Übrigens, bisher dachte ich, die Lindenstrasse gibt es nur im Fernsehen – weit gefehlt!

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Durch den Genuss von Erdinger Weissbier in Kombination mit dem allseits beliebten Kameldornbier, auch eine Art Weizenbier, fällt das Aufstehen am nächsten Morgen schwer: Erst um 08 Uhr quält sich der erste Abenteurer aus dem Bett.
Während Thomas mit den Jungs von Dunlop Reifen repariert, gehe ich mit Dagmar shoppen. Dabei fehlt selbstverständlich weder der Kaffee Latte noch die Tageszeitung mit den lokalen und internationalen News.

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Am späten Vormittag machen wir uns dann auf Richtung Windhoek. Wegen der grossen Entfernung wollen wir im „Hochlandnest“, etwa 100 km vor Windhoek, übernachten. Wir fahren durch das wildromantische Khomashochland. Die Hinweisschilder am Strassenrand sagen steile An- und Abstiege auf einer mehr oder weniger guten Schotterpiste voraus. Der Rhino leistet Schwerstarbeit und wir kommen nur langsam voran, viel zu langsam. Bevor es dunkel wird, so gegen 17 Uhr, müssen wir daher ein „Bushcamp“ mitten in der Wildnis finden.

Nachdem dieser Standplatz gefunden ist, werden die Sicherheitsprozeduren für die bevorstehende Nacht besprochen:

  1. Standplatz nach Spuren von Raubtieren im Sand absuchen – tatsächlich finden wir Spuren von Hyänen und Leoparden. Das vorher gesichtete Warthog machte auch einen eher unfreundlichen Eindruck mit seinen grossen Hauern.
  2. Umgebung in etwa 1 km Umkreis nach Spuren von Zivilisation erkunden. Thomas läuft los und vermeldet: Fehlanzeige!
  3. Feuerholz sammeln. Dabei unbedingt feste Schuhe und Handschuhe anziehen, um sich gegen Schlangen und Skorpione zu schützen. Das mache ich als Lagerfeuerwart.
  4. Feuerstelle mit herumliegenden Steinen bauen. Das ist Frauensache.
  5. Die Bäume rund um die Feuerstelle nach Baumschlangen absuchen und immer einen Hut tragen. Das ist für Thomas und mich einfach.
  6. Feuer machen, um genug Glut für das bevorstehende Grillfest zu Dritt zu haben. Das Feuer hält auch die grossen Tiere ab. Wer sich umdreht ist feige.
  7. Nachtwache und Feuerschüren ist dank der Panzerwände des Rhino nicht nötig – Hurra!
  8. Vor dem Schlafengehen Feuerstelle mit Sand abdecken, damit es während der Nachtruhe nicht zu einem Buschbrand kommt.

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Dazu kommt eine kleine Komplikation. Die nächste Dusche bzw. Toilette sind so etwa 200km in beide Richtungen entfernt. Und da wird aus dem Camping Rookie ein Adventure Profi: Der Spatengang bei Nacht! Dicke Lampe zur Abschreckung mitnehmen, Schaufel raus und Loch in den Sand, Toilettenpapierhalter an die Hand, Stirnlampe an und schon geht es los. Hoffentlich sind weder Warthog noch Hyäne in der Nähe unterwegs…

Die Nacht überrascht dann auch mit noch nicht da gewesener Frische. Als ich am Morgen aus meinem Schlafsack krieche, zeigt das Innenthermometer im Rhino 7 Grad an. In meiner Suite ist es noch ein wenig frischer. Also schnell Kaffee machen, Mehrschichtjacke an und ab auf die Piste.

In Windhoek kommen wir dann am frühen Nachmittag an – auch hier ist Feiertag (Christi Himmelfahrt) und es geht beschaulich zu. Heute Abend dann das grosse Finale: Eine heisse Dusche, gefolgt von einem Galadinner im NICE (Namibia Institut for Culinary Education), in der die Spitzenköche für die Luxuscamps ausgebildet werden. Ein rundes Programm!

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5 Antworten to “Spuren im Sand – mit Rätsel”

  1. Caroline 3. Juni 2011 um 16:28 #

    Hallo Rätsel-Team,

    die Pflanze sieht aus wie eine Welwitschie, entdeckt von Friedrich Welwitsch (Österreicher…) und sie kommt u.a. in dem Wappen der Stadt Swakopmund und auch in dem Wappen Namibias vor. Und der Protagonist verbeugt sich in Ehrfurcht vor ihr, weil sie schon mehrere hundert Jahre alt ist – sie kann nämlich über 2.000 Jahre alt werden, hat aber leider nur 2 Blätter (vielleicht fotografiert er sie auch).

    Richtig ?

    Bis bald, die Caro

  2. Marion 4. Juni 2011 um 14:19 #

    Mir ist es jetzt relativ egal, wie die Pflanze heisst, ich habe sowieso gewonnen, weil mein Gatte wohlbehalten und übersprudelnd wieder zu Hause angekommen ist. Habe die Berichterstattung aber jetzt nach 3stündigem Erzählmarathon unterbrochen. Ich wusste gar nicht, dass Gerd soooo viele Worte hat. Mein Dank an DAG Tom, dass sie ihm so wunderbare Erlebnisse und (Spaten) Abenteuer ermöglicht haben. Heute Abend gibt es Biltong in 2 Geschmacksvarianten:-)

  3. Rolf 4. Juni 2011 um 15:13 #

    Sehr gut „Cori’s“, wie mir scheint, richtige Lösung. Selbst wenn Cori ihre Brötchen durch Arbeit im Bereich Botanik verdient, gebührt ihr der Preis und schmälert nicht ihre Leistung.
    Zur Fotografenhaltung. Dem Gerd ist die fleischfressende Eigenschft der Pflanze bekannt; vor der er sich fürchtet und durch Abstandhaltung schützt. Der Schutz hat geholfen, denn gerade sehe ich, Gerd ist wohlbehalten von seiner Safari zurück in Meerbusch. Fein so! Rolf.

  4. gitjeshorst 5. Juni 2011 um 12:41 #

    Hallo zusammen,

    die Rätselkommission trifft sich in den nächsten Tagen mit der Britischen Botanischen Gesellschaft, um über eine Bewertung der eingereichten Antworten zu beraten. Das Ergebnis wird zeitnah hier im Blog veröffentlicht.

    gez. Vorsitzender der Rätselkommission

  5. ritazittlau 7. Juni 2011 um 16:50 #

    Hallo

    Ich lese gerne die Berichte aus Afrika aber genauso gerne lese ich die Kommentare, ich finde es einfach toll.

    Bis Bald Rita

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