Jungle Junction in Nairobi

12 Dez

Reisebericht von Tom

Hallo Ihr Lieben,

die letzten 4 Tage haben wir hier in Nairobi in der „Jungle Junction“ verbracht. Dies ist so eine Art „Globetrotter und Afrika-Fahrer“ Treffpunkt, der von dem Deutschen Chris vor Jahren eingerichtet worden ist. Bevor wir nun morgen weiterfahren, wollen wir heute abend nun nochmal einen Reisebericht von hier absetzten…

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Chris ist angeblich selbst als Motorradfahrer vor einigen Jahren in Nairobi „gestrandet“ und hat dann aus der Not eine Tugend gemacht und auf seinem Grundstück die Jungle Junction etabliert. Heute ist der Treff besonders unter Motorradfahrern sehr beliebt, wohl auch weil Chris (als Ex-BMW Mechaniker) zusätzlich zu dem „Hotel“ und „Camp“ auch noch eine gut organisierte Motorrad-Werkstatt auf dem Gelände hat. Und dies wissen natürlich die von Norden kommenden Motorrad-Fahrer sehr zu schätzen, weil die nach der „Moyale-Isiolo-Route“, die wir ja in einem der letzten Reiseberichte beschrieben haben, oft ein bißchen was an ihren Kisten zu reparieren haben…

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Das „Klima“ in der Jungle Junction ist sehr nett, man trifft viele interessante Reisende und außerdem gibt es kostenlosen (d.h. im Übernachtungspreis enthaltenen) Internet-Zugang per WLAN. Wir können hier sogar im Rhino bequem per WLAN im Internet surfen, Reiseberichte hochladen, eMails bearbeiten und Skypen (wenn auch mit ein paar Einschränkungen – nicht wahr, Marion? 🙂 , und dies haben wir dann auch ausgiebig genutzt. Ein bißchen schrauben am Rhino mußte natürlich auch sein – so haben wir hier z.B. mal einen Ölwechsel machen können.

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Der ein oder andere von Euch wir vielleicht schon mal gehört haben, dass Nairobi weltweit eine der Städte mit der höchsten Kriminalitätsrate ist – Spitzname „Nairobbery“. Das war uns auch sehr wohl bewußt, als wir in die Stadt reingefahren sind. Unser „Hotel“, die Jungle Junction liegt in Nairobi im Stadtteil Lavington, was ganz klar ein „besserer“ Stadtteil ist. Hier in „unserem“ Stadtteil wohnen offensichtlich wohlhabende Leute in teuren Häusern auf grossen Grundstücken hinter hohen, mit Stacheldraht bewehrten Mauern. Eine sehr „amerikanische“ Shopping-Mall, in der mal alles kaufen kann, was das Herz begehrt, gibt es hier im Stadtteil auch.

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Paradoxerweise habe ich mich gerade wegen dieses demonstrativen Sicherheitsbedürfnisses zum ersten Mal in Afrika nicht sicher gefühlt. Fast alle „Locals“ wohnen hinter hohen Zäunen, verlassen Ihr Grundstück nur per Auto mit verriegelten Türen und steigen erst auf dem bewachten Shopping-Mall Parkplatz wieder aus – wir wissen das, weil wir nun schon zweimal zu Fuss zur Shopping Mall gegangen sind! Diese Gefühl ,hier „draussen“ zu sein (d.h. auf der Strasse, nicht „hinter“ der Mauern auf dem Grundstück oder „im“ Auto) erzeugt hier im Stadtteil ein gewisses Gefühl der Unsicherheit. Uns ist bisher natürlich nichts passiert, sonst würde ich den Bericht ja nicht so schreiben…

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Interessanterweise hatte ich dieses Gefühl der „Unsicherheit“ nicht, als wir gestern in Nairobi in der Nähe der Innenstadt bzw im Industriegebiet waren (wir mußten dort en paar kleine Ersatzteile für den Rhino beschaffen). Dort wohnen die „Locals“ nämlich nicht hinter Mauern und Stacheldraht und wir konnten uns ganz normal auf der Strasse bewegen, ohne uns irgendwie „komisch“ zu fühlen. Hat dieses „Normal-Gefühl“ etwa getrogen?

Merkwürdig, dass gerade dieses demonstrative Sicherheitsbedürfniss der Locals bei uns im Stadtteil dieses Gefühl der Unsicherheit bei mir erzeugt… Was meint Ihr, könnt Ihr das nachvollziehen?

Viele Grüße

Thomas

PS: Der Strassen-Verkehr ist hier in Nairobi übrigens auch nicht „ohne“. Ich habe bisher noch keine Stadt erlebt, auch nicht anderswo in Afrika, wo so aggressiv und so „auf dem Millimeter“ ohne Rücksicht auf Verluste gefahren wird. Zum Glück verschafft uns der Rhino auch hier im Strassenverkehr eine Art „natürliche Autorität“ 🙂

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Eine Antwort to “Jungle Junction in Nairobi”

  1. Rolf 13. Dezember 2010 um 15:34 #

    Wenn ich in Zukunft unten in der Soers am Hochsicherheitsgefängnis vorbei fahre, da ist ja auch alles mit Stacheldraht versperrt, denke ich bestimmt an die Nairobibilder. Rolf.

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