Auf Safari im Samburu Nationalpark

8 Dez

Reisebericht von Dag und Tom

Kenia Tracks to Nyanjuki

(Die unten beschriebene Safari ist der „blaue Punkt“ oben im Bild…)

Liebe virtuelle Afrika-Touristen,

erst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare zu unseren Reiseberichten und auch für die vielen anderen eMails von Euch, die wir hier in Afrika erhalten. Es ist schön zu wissen, dass Ihr an uns denkt, auch wenn wir im Moment ziemlich weit weg sind.

Wenn Ihr schreibt, wie winterlich zu Hause das Wetter ist, dann können wir uns das gar nicht vorstellen. Wir haben uns schon mehrfach bewußt gemacht, dass wir hier während unserer Afrika-Reise den „ewigen Sommer“ haben. Hier in Kenia ist es zwar etwas wärmer als in Äthopien, aber es geht fast immer ein leichter Wind und wir haben oft einen strahlend blauen Himmel. Erstaunlicherweise ist es aber nicht ZU heiß, obwohl wir direkt am Äquator sind. Eher wie ein schöner Sommertag in Deutschland! Das liegt bestimmt an der Höhe, in der wir uns hier befinden (ca. 1900 m)

Am vergangenen Sonntag hatten wir ja Nikolaustag (auch das ist für uns wettermäßig nur schwer vorstellbar) und da waren wir auf Safari im Samburu & Buffalo Springs Nationalpark. Erst haben wir überlegt, ob wir das wirklich machen sollen, weil die Eintrittspreise für die Nationalparks in Kenia so hoch sind. Es kostet PRO PERSON 60 US$ Eintritt und dann zusätzlich pro Person noch mal 20 US$ für die einfache Camping-Übernachtung. Zusammen für beide also 160 US$. Zusätzlich kommen nochmal 1000 Kenia-Schilling für das Fahrzeug dazu (ca. €10), aber letzendlich waren wir froh, dass wir mit unserem Rhino-Schwergewicht überhaupt den Park befahren durften. Das soll nämlich nicht in allen Parks möglich sein, teilweise sind LKW wohl von den Safari-Fahrten ausgeschlossen.

Einfahrt in den Samburo NP

Was hier die Eintritte für die Parks in Ostafrika kosten, ist schon enorm. Den Kilimandscharo werden wir wahrscheinlich nicht besteigen, da wollen die Tansanier angeblich nämlich 1000 US Dollar pro Person „als Eintritt“ haben und die Gorillas in Uganda werden wir wohl auch fallen lassen, da will man ca. 500 US Dollar dafür haben, dass man ca. zwei Stunden pro Person in der Nähe der Gorillas verbringen darf. Ausserdem muss man für den Besuch bei den Gorillas den genauen Besuchstag schon Monate im voraus reservieren. Haben wir nicht und soviel zahlen wollen wir auch nicht.

Aber der Besuch im Samburu Nationalpark, das hat sich trotz des saftigen Eintritts-Preises schon gelohnt, wahrscheinlich auch, weil es unser erster Nationalpark in Ostafrika war. Der Park gilt als besonders tierreich, weil die Umgebung eigentlich recht trocken ist und deshalb alle Tiere zum Fluss kommen müssen, der mitten durch den Park verläuft. Das Eintritts-Ticket war 24 Stunden lang gültig, so dass wir am Tag vorher (Sonntags) mittags reingefahren sind. Nachmittags sieht man eigentlich nicht so viele Tiere. Die beste Zeit dafür ist eigentlich morgens und abends. Aber schon als wir in den Park kamen, haben wir Giraffen, „nur“ zwei Zebras (wir dachten eigentlich das sind Herdentiere), viele Dikdik-Antilopen, Thomson-Gazellen, Springböcke, Giraffenhalsantilopen, Strausse, Krokolile und jede Menge Elefanten gesehen. (Die Tiernamen wissen wir deshalb so genau, weil wir ein Tierbestimmungsbuch mithaben…)

That is africa

Esel im Streifenanzug

Blick aus dem Fahrerhaus

Ach ja, Affen gab es natürlich auch jede Menge:

Mami, die gucken so..

Was geht denn hier ab

Abends wurde die „Ausbeute“ dann mit einem Kaffern-Büffel und ganz zuletzt sogar mit einem Leoparden gekrönt!

Der Beweis - ein Leopard

Wir haben dann natürlich auch im Park übernachtet, das ist mit dem Rhino ja ideal. Das Camp lag ganz toll direkt am Fluss und wird angeblich von Rangern bewacht… Abends haben wir schön draußen am Fluss gesessen und natürlich ein richtiges Lager-Feuer gemacht. Um uns herum dann die Laute der Nacht – das war wirklich sehr eindrucksvoll.

Abendstimmung am Fluß

Später sind wir dann unserem Rhino wortwörtlich „aufs Dach gestiegen“ und haben mit unserem Taschenlampen-Suchscheinwerfer den Fluß und das Flussufer abgesucht. Und da haben uns dann doch tatsächlich die Augen der im Wasser liegenden Krokodile angeleuchtet!

Später dann kam sogar ein Elefant zu uns ans Camp. Wir konnten ihn schon auf der anderen Seite des Flusses am Ufer sehen mit unserer Super-Leuchte (der Fluss war ca. 30 m breit). Dann ging er durchs Wasser zu uns und hat auf unserer Seite des Ufers angefangen, die Bäume zu rupfen. Das war vielleicht laut… Na, wir saßen ja ziemlich sicher auf unserem Rhino. Um ihn nicht zu sehr zu beunruhigen, haben wir die Lampe immer wieder ausgemacht, was das Ganze recht unheimlich gemacht hat. Dann plötzlich ist das Fress-Geräusch recht nah und wir machen die Lampe an, da steht der Elefant noch keine 10 Meter (ehrlich, keine Übertreibung!!!) von unserem Rhino entfernt. Als wir ihn dann aber angeleuchtet haben, fand er das doof und ist wieder abmarschiert. Das war ein tolles Erlebnis!

Vom Dach aus haben wir dann noch eine Falbkatze gesehen (das ist die Mutter aller Hauskatzen). Am anderen Morgen sind wir dann vor dem Sonnenaufgang um 5:30 Uhr aufgestanden und nach einem schnellen Kaffee dann um kurz nach 6 Uhr losgefahren (früher darf man nicht durch den Park fahren). Noch immer keine Löwen – wir waren ein wenig entäuscht, als wir dann „nur“ noch die gleichen Tiere wie am Vortag gesehen haben. Die ganze Zeit auf kleinen Wegen offroad zu fahren war echt anstrengend, so dass wir dann irgendwann am Vormittag keine Lust mehr hatten und uns eine Pausen-Stelle direkt am Fluss gesucht haben. Wir haben uns dann einfach oben auf dem Rhino gesetzt und nur die Landschaft genossen.

Aussichtsplattform

Hin und wieder kam ein Affe vorbei und wir haben dann sogar oben noch unsere Frühstücks-Sandwiches vertilgt, als dann doch noch ein Elefant vorbei kam. Und noch einer und noch einer und dann war eine ganze Herde von rund 30 Elefanten (große und kleine) rund um unseren Rhino. Teilweise kamen sie unserem Fahrzeug so nah, dass Dag sich ins Fahrerhaus verzogen hat und Tom die dreistesten Rüsselträger ein bißchen wegscheuchen mußte. Das war dann aber auch kein Problem. Sie haben gefressen, sind am Fluss gewesen, haben getrunken oder uns nur neugierig betrachtet. Nach gut einer Stunde haben sie sich dann langsam vom Acker gemacht. Das war natürlich unser ganz persönliches Safari-Highlight.

Elefanten am Fluss

vom Rhino alles im Blick

Tom und Tusker

Am Nachmittag nach der Safari haben wir dann noch ein paar kleine Reparaturarbeiten am Rhino erledigt (Tom kommt im Augenblick kaum aus dem Monteuranzug raus, ist echt die Seuche) und gestern sind wir dann nur 80 Kilometer weiter gefahren nach Nanyuki und jetzt sind wir am Äquator!!!

Die Reparaturen sind zwar immer nur Kleinigkeiten wie irgendwas schweißen, abgescherte Bolzen, die ersetzt werden müssen, rausgerappelte Schrauben etc. Also nie ernsthafte Sachen wie „Zylinderkopfdichtung undicht“ oder „Spezial-Ersatzteil muss eingeflogen werden“, aber langsam nervt es ein wenig. Sind wohl alles noch Nachwirkungen von der über 300 km langen Mega-Rappel-Strecke in Nord-Kenia. Und als dann gestern morgen sogar der Motor vom Rhino etwas schlecht lief und nicht richtig gezogen hat, da hatten wir natürlich sofort den Hals voll. Lag aber zum Glück „nur“ am schlechten (d.h. mit Wasser versetzten) Diesel, den wir in Moyale getankt haben, denn als wir auf den Ersatz-Tank umgestellt haben, lief der Motor sofort wieder ganz normal.

In Nanjuki haben wir dann gestern ein schönes Camp gefunden und hier ruhen wir uns erst mal ein wenig aus. Gestern abend waren wir schon mal in Internet-Cafe in Dorf, um die Reiseberichte einzustellen, die sich bis dahin angesammelt hatten. Ging eigentlich ganz einfach, in den zwei Stunden im Internet Cafe gab es nur drei (!!!) Stromausfälle… Und das Hochfahren der Rechner danach dauerte immer ca. 10 -15 Minuten, weil die Teile von Anno Tobak waren 😦

Und heute können wir auch mal wieder ein wenig an den Videos arbeiten, die demnächst auf unserer Go-To-Africa-Seite online gehen sollen.

Viele liebe Grüße aus Nanyuki senden

Dag und Tom

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4 Antworten to “Auf Safari im Samburu Nationalpark”

  1. Rita 8. Dezember 2010 um 14:41 #

    echt ein toller Bericht erinnert mich an meine safari vor 17 Jahren man denkt immer daran es war einfach toll

    Bis bald eure Rita in Gedanken bei Euch

  2. Rolf 8. Dezember 2010 um 17:38 #

    Wenn ich die gut eingefangenen Bilder sehe und den feinen Bericht lese, dann ist mir klar, warum man auf Safari geht.
    Es ist sicher ein großartiges Ereignis, das Geschilderte so hautnah zu erleben. Auf Grund Eurer guten Schilderung
    ist ein großes Stück vom Erlebnis auch für den Internet-
    nutzer dabei. Macht darum weiter so. Rolf.

  3. Micha 9. Dezember 2010 um 16:14 #

    Oh Ihr armen nur so wenig wilde Tiere 🙂 Ich stell mir das ganze als Europäer ziemlich unwirklich vor ,man hockt im vertrauten Womo und um einen herum ist alles anders .
    Ja auch bei mir liegt wieder Schnee ,mein Magirus sieht sehr winterlich aus .Schade hätte gerne ein Foto angehängt.
    Na dann weiter gute Reise, seit froh das Ihr nur kleine Probleme mit dem Rhino habt .

    Gruß Garfield

  4. Ulrike 12. Dezember 2010 um 17:56 #

    Hallo, Ihr Weltenbummler !
    Jetzt hatte ich endlich mal die Zeit, mir Eure Reiseberichte und Fotos in Ruhe anzusehen ! Ich bin begeistert ! Was für tolle Erlebnisse Ihr da habt ! Auch wenn die Reise irgendwann einmal zu Ende sein wird : das, was Ihr gesehen habt, das kann Euch keiner nehmen. Es ist bestimmt ein Kontrast und eine Bereicherung, für einen längeren Zeitraum mal in einer komplett anderen Welt zu leben. Das würde ich auch gern mal machen – und da das im Moment nicht geht, freue ich mich, an Eurer Reise teilhaben zu können ! Bleibt gesund und munter !

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