Internet in Äthiopien (mit einem Bild)

13 Nov

Bericht von Tom


Im Bild oben seht Ihr unsere letzten drei Tagesetappen von Axum zu unserem derzeitigen Standort Lalibela.

Liebe Go-To-Africa Gemeinde,

Erst einmal möchten wir uns dafür entschuldigen, dass es in unseren letzten Reiseberichten aus Äthiopien so wenige Bilder oder Videos zu sehen gab. Der Grund dafür ist die miserable Internet-Geschwindigkeit hier in Äthiopien.

Es gibt zwar in jeder Stadt Internet-Cafes wie Sand am Meer. Aber, wir haben nun Internet-Cafes in drei verschienenen Städten ausprobiert (in Gonder, Axum und Mekele), und in jeder Stadt gleich mehrere Cafes bzw teilweise auch im Hotel, aber das Frusterlebnis war überall das gleiche: Bilder hochladen ist praktisch unmöglich oder es dauert jedenfalls mindestens 10 Minuten pro Bild. Alle Aktionen, die in Deutschland nur wenige Sekunden dauern (z.B. das Einloggen in unsere go-to-africa Seite), dauern hier gleich mehere Minuten, wenn sie überhaupt gehen. Und wenn man sich dann mal eingeloggt hat, kommen andere Probleme: z.B. nachdem man den USB-Stick mit den hochzuladenden Bildern eingeschoben hat, fordert der Internet-Cafe-Computer einen Neustart, der die Einlogg-Bemühungen der letzten 20 min wieder zunichte macht. Oder der Computer meldet „critically low disk space – please clean up your harddisk immediately“!!! Oder er fordert ein Security-Certificate für sichere Web-Seiten, und ähnlichen Unsinn. Und dann darf man für den ganzen Frust auch noch bezahlen, weil nämlich pro Minute abgerechnet wird…

Da macht es wirklich keinen Spaß, Bilder hochzuladen. Dabei hatte ich für den Reisebericht über unsere Wanderung in den Simien-Bergen ca. 20 Fotos vorbereitet, um sie dem Reisebericht beizufügen. Na ja, vielleicht wird es ja in Addis Abbeba besser mit der Internet-Geschwindigkeit, dann werden wir die bereits vorbereiteten Bilder zu dem Reiseberichten „nachladen“.

Diesen Reisebericht habe ich übrigens über SAT-Phone hochgeladen. Habe die Landkarte oben extra klein gemacht, mal sehen, ob es klappt.

Ansonsten sind wir in den letzten drei Tagen in drei Etappen von Axum nach Lalibela gefahren, davon die letzten 1,5 Tage über eine tolle Schotter-Piste quer durchs Gebirge in Zentral-Äthiopien.

Auf einem Ausflug in die Danakil Wüste mussten wir leider verzichten, weil zu gefährlich. Die Danakil-Depression (oben im Bild süd-östlich von Adigrat) ist der tiefste (-116 m) Punkt Afrikas und gleichzeitig mit knapp 35 Grad DURCHSCHNITTS-Temperatur offiziell der heißeste Ort auf der Welt. Durchschnitt heißt hier Tag und Nacht, Sommer wie Winter zusammengenommen! In der Danakil-Wüste wird Salz abgebaut und mit Kamel-Karawanen in die Stadt Mekele transportiert. Außerdem gibt es dort den weltweit einzigen Vulkan, der seit 1967 ständig aktiv ist und einen permanenten Lavasee hat. Und den kann man entweder zu Fuss oder per Kamel ersteigen. Hört sich toll an, oder? Was nicht so toll ist, dass das deutsche auswärtige Amt für die Danakil eine dringende Reisewarnung ausgesprochen hat, weil dort 2007 und 2008 Touristen entführt worden sind und außerdem Minengefahr besteht. Erst im Herbst 2009 kamen Besucher dort durch Minen uns Leben. Ich dachte, das wären ein paar alte Minen aus dem Eriträa-Krieg, aber die Deutsche Botschaft in Addis Abeba hat mich dann telefonisch aufgeklärt, dass irgend jemand dort in den letzten Jahren neue Minen verlegt hat, evt. um Touristen von einem Besuch der Region abzuschrecken? Na ja, bei uns hat es jedenfalls gewirkt und wir haben uns abschrecken lassen 😦 Schade eigentlich, ich hätte die Hitze gerne in Kauf genommen, um diesen Ort zu sehen und zu erleben. Aber unter diesen Umständen war es natürlich objektiv zu gefährlich.

Wir sind dann wie gesagt über eine sehr schöne Bergpiste nach Lalibela gefahren, wo wir heute nachmittag angekommen sind. Morgen wollen wir dann hier die berühmten Felsen-Kirchen besichtigen, die um 1200 n.C. teilweise aus einem einzigen Stück Granit gehauen worden sind (auch der Innenraum der Kirchen und die Wanddeko etc sind auf dem einen Granitblock gehauen). Die Kirchen gelten deshalb auch als das 8. Weltwunder. Über unsere Eindrücke dort werden wird dann in unserem nächten Report berichten.

Viele Grüße aus Lalibela

Tom & Dag

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3 Antworten to “Internet in Äthiopien (mit einem Bild)”

  1. Elke 14. November 2010 um 15:10 #

    Hallo ihr zwei,
    jetzt wirds aber richtig gefährlich! Der heißeste Punkt auf dem Planeten – wer will da denn hin??? Ich würde einen großen Bogen drum herum machen!
    Ich wusste ja, dass meine Angst um euch nicht völlig unbegründet ist, denn eine ausgeprägte Bereitschaft, Risiko einzugehen, steckt ja in euch beiden drin. Gut zu lesen, dass dann der Verstand (den soll der Steinbock ja in entscheidenden Situationen einsetzen) die Oberhand bekommt, wenn es zu gewagt wird!
    Außerdem gibt es zu Hause eine Menge Leute, die euch unversehrt wiederhaben wollen!!
    So, genug der Ratschläge eines Sicherheitsapostels.
    Noch eine Menge unvergesslicher Erlebnisse wünscht euch Elke.

  2. Ingo 14. November 2010 um 22:56 #

    Wieder ein interessanter Bericht der mich wieder dazu veranlasst, genauere Infos über die Region zu recherchieren.
    Die Elke kann ich allerdings beruhigen – als heißesten Ort der Erde wollen auch noch andere, z.B. das Death Valley oder ein Ort in der libyschen Wüste für sich in Anspruch nehmen. Außerdem werden in die Dakil Wüste auch viele Touren, bzw. Safaris angeboten; man wäre also nicht der erste, der hierhin fährt.
    Trotzdem sind Tagestemperaturen über 50°C natürlich nur was für Leute mit entsprechender körperlicher Verfassung.
    Und Minen braucht man natürlich auch nicht unbedingt im Urlaub – es sei der der Kugelschreiber ist alle.
    Kurz zum Verständniss: Dakil liegt in der tropischen Zone. Hier herrscht ein Tageszeitenklima. Frühling, Sommer Herbst und Winter finden hier also nicht statt. Wer es genauer wissen will schaut nach dem Unterschied zwischen Jahres- und Tageszeitenklima, bzw. nach der Klimaklassifikation nach Troll/Paffen.
    Das mußte ich als Geograph mal loswerden.
    Übrigens: Hier ist es zur Zeit auch totaaal interessant. Heute ist hier ein Sack Kartoffeln umgefallen!!

  3. Rolf 16. November 2010 um 13:30 #

    Hallo Ihr Beiden!
    Nun spielt die Musike mal so richtig mit, sagt der Berliner, wenn es erlebnisstark ist. Ich denke, Ihr seid mitten bei der Musik dabei. Haut weiter kräftig auf
    die Pauke. Wünscht Rolf..

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