Führerpflicht in der Wüste

3 Okt

Artikel von DAG

Desert Net Cafe

Nachdem wir nun ein paar Tage in der Oase Siwa verbracht hatten, wollten wir weiter. Weiter heiكt hier allerdings nur ein Mِglichkeit. 400 Kilometer durch die Wüste in die nنchste Oase. Laut unsere Landkarte aus dem Jahr 2009 ist die Straكe allerdings „under construction“ – was auch immer das über den Zustand aussagen mag. Interessant allerdings, dass auch bei zehn Jahre نlteren Karten, die Straكe mit diesem Zustand benannt wird.

Da hieك es also ein paar Erkundigungen einzuholen und bald war klar, dass wir auكer einer offiziellen Genehmigung auch einen Führer für die Strecke benِtigen würden. Das passt uns eigentlich gar nicht. Wir sind absolut top ausgestattet mit GPS, Karten und Satellitentelefon und sehen eigentlich keinen Sinn darin, einen Führer zu nehmen. Unser Verdacht, dass die Behِrden damit nur Geld machen wollen, bestنtigte sich dann auch in diversen Gesprنchen.

Als wir dann nach langem Suchen dann endlich in einem Wohnhaus in der ersten Etage das Büro gefunden haben, spricht der Beamte sogar ein wenig englisch. Permit – kein Problem kostet 100 ؤgytische Dollar (12,50 Euro). Führer – kein Problem, kostet 120 US Dollar für einen Tag plus Rückreise. Damit haben wir allerdings ein Problem. Wir wollen keine 120 Dollar dafür zahlen, dass wir eigentlich keinen Führer haben wollen. Wir verlassen unerledigter Dinge das Büro und diskutieren ein wenig darüber, was wir machen sollen, als sich ein نgyptischer Junge einmischt und fragt ob er helfen kann. Es spricht super gut englisch und bietet sich im Laufe des Gesprنches dann für 50 Dollar an, uns in die Oase Baharia zu begleiten. Also nehmen wir ihn mit ins Permitbüro und stellen ihn als unseren Führer vor.

In Deutschland wنre jetzt zu erwarten, dass der Junge abgelehnt wird, weil er kein offizieller Guide ist oder weil er nicht mit der Behِrde zusammen arbeitet. So aber nicht in ؤgypten. Kein Problem, Sie erhalten Ihre Genehmigung „over night“, dann kِnnen sie morgen früh fahren. Da sind wir echt baff. Er füllt dann zwar noch die üblichen Formulare mit 25 Durchschlنgen aus, aber nach rund einer Stunde ist alles erledigt. Gut gelaunt verabreden wir uns dann mit dem Führer Ali für den den nنchsten morgen um 7 Uhr vor dem Permit-Büro. Wir erledigen noch ein paar Einkنufe, als von hinten jemand „Tom“ ruft. Es ist Ali, der im normalen leben nicht Guide sondern „Donkey-Taxi-Driver“ ist und zusammen mit seinem Bruder einen Eselskarren besitzt. Der war uns vorher schon in der Stadt aufgefallen, weil er so schِn bemalt war und die Aufschrift „ECO very friendly, 4 x 4 Taxi“ trنgt. Damit zeigt er uns dann sein Dorf bei Nacht und es erstaunt uns, dass wir doch noch nicht alle Gassen kannten.
 
Welch ein Stress dann am anderen Morgen. Um um 7 Uhr im Dorf zu sein, müssen wir um 5.45 Uhr aufstehen und dafür müssen wir uns den Wecker stellen. Verschlafen wنlzen wir uns aus dem Bett und es gibt auch nur einen Kaffee statt des sonst üblichen Frühstücks. Sachen zusammenpacken, Fahrrنder montieren, Tisch und Stühle zusammen bauen und als wir dann endlich losfahren, ist es natürlich schon nach 7 Uhr. Zwanzig Minuten zu spنt stehen wir dann vor dem Büro und wer ist nicht da – Ali. „O.k. – wir waren zu spنt, aber das kann doch einmal passieren, da hنtte Ali doch noch ein wenig warten kِnnen!“ denken wir ein wenig als wir losfahren, um ihm zu suchen.

Nach 10 Minuten kommt er frِhlich winkend auf einem Moped gefahren. „Late? No, you are not to late, too early!“ sagt uns Ali dann, als wir uns entschuldigen. In der Nacht zuvor wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt, was wir aber nicht wussten. Dann ist ist doch alles gut.

Zusammen fahren wir zur Polizei, wo wir unsere Genehmigung abholen sollen. Den Beamten steckt wohl noch die Zeitumstellung in den Knochen, denn hier empfنngt uns eine allgemeine Schlنfrigkeit. „Yes, Permit ready. But you have to wait“. Angeblich sollen zwei weitere Fahrzeuge mitfahren. Auكer „today“ wird nicht ganz klar wann. Wir holen dann erst einmal das Frühstück nach, als ein Toyota Landcruiser eintrifft. Dann geht es plِtzlich auch mit zwei Fahrzeugen, allerdings müssen wir dafür einen recht verschwitzten Soldaten mitnehmen. Na ja, wir haben ja noch Platz für noch zwei weitere Passagiere.

Und los geht es. Der Landcruiser gibt schon mal so viel Gas, dass wir ihn gar nicht mehr sehen und unsere beiden Gنste geben das Kommando. Kurz hinter dem Dorf befindet sich dann der erste von 7 Checkpoints. Wir halten an, der Soldat nimmt unser Permit und geht mit einer Platistiktüte unter dem Arm zu den Soldaten. Die freuen sich und lachen, wir bekommen eine Unterschrift und weiter geht es zum nنchsten Posten. Dort das gleiche Spiel. Wir brauchen noch einen weiteren Posten bis wir kapieren, dass der Soldat den Sold für die Auكenposten bringt. Hier wird das Gehalt halt noch nicht so hنufig überwiesen. Auكerdem freuen sich die Auكenposten über jeden der vorbei kommt und mit dem man sich mal kurz unterhalten kann, denn bei tنglich über 40 Grad Hitze mitten im Nichts der Wüste ist das hier nicht gerade der angenehmste Job. Vielleicht nicht richtig stressig, aber die Jungs sind hier rund zwei Monate, bis sie wieder nach Hause dürfen.

Wir arbeiten uns von Posten zu Posten vor. Teilweise hat die Strecke Autobahnqualitنt, dann ist sie Rüttelpiste, manchmal ist sie gar nicht vorhanden und wir pflügen uns durch den Sand. Rhino erledigt seine Aufgabe mit Bravour und zusammen mit Tom, sind sie für mich natürlich „die Helden des Tages“. Kurz vor Sonnenuntergang, nach rund 10 Stunden Fahrzeit erreichen wir dann erschِpft die Oase Baharia. Jetzt wissen wir, was eine Oase ist! 

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10 Antworten to “Führerpflicht in der Wüste”

  1. Gerd 3. Oktober 2010 um 20:57 #

    Hallo ihr Nachfahren von Laurence von Arabien,

    Da seid ihr ja nun richtig ins Abenteuer eingestiegen und die Umstellung von europäischer Ordnung in das afrikanische geordnete Chaos und die Zeitrechnung im Morgenland scheint ja auch zu klappen. Schön, dass es Euch gut geht und gut, dass ich zuhause bin. Ich liebe Ordnung und Pünktlichkeit.
    Die Bilder sind mal wieder toll – geben einen guten Eindruck von euren ersten Tagen im Land der Pharaonen…

  2. m0ng00se 4. Oktober 2010 um 01:56 #

    Hi Guys,

    Andre, Lindsay, Delilah (motorbikes) and Peter (Land Rover) here from the Alexandria ferry.

    We just completed the Western Desert route and it was tough, especially on the bikes. So hot, sometimes unbearable. We are in Aswan now, booked on the ferry to Sudan tomorrow.

    Good luck with the rest of your trip …

    Andre
    http://uk2za.wordpress.com

  3. Ingo Girod 4. Oktober 2010 um 09:51 #

    Danke für die Koordinaten der Oase Baharia(28°20’29.64″N, 28°49’11.88″E) Bei Google Earth kann ich mir direkt ein paar zusätzliche Bilder (Panoramino-Photos in den Ebenen einblenden) ansehen, wie es bei euch aussieht – die schwarze Wüste.

  4. blognovizin 4. Oktober 2010 um 12:49 #

    Ich muss Euch wirklich mal ein Kompliment machen für diesen Blog. Ich kannte dieses Medium ja nun noch nicht so richtig und finde es genial, wie wunderbar man Euch hier vom Sofa aus auf Eurem Abenteuer begleiten kann. Die Fotos sind toll, die Texte richtig gut geschrieben: Ihr könntet aus diesem Reisebericht auch eine Serie in Geo oder so machen, finde ich.
    Bitte weiter so !!

    • daggirod 4. Oktober 2010 um 20:20 #

      Hallo Silke, vielen Dank fuer Deinen lieben Kommentar – so etwas freut das Schreiberherz. Wenn Du magst kannst Du ueber den Share-Button auch anderen den Bericht, der dir gefaellt weiterempfehlen.
      Gruesse aus dem Internetcafe (mit mindestens 6 Augenpaaren, die mir neugierig ueber die Schulter schauen) aus der Oase Baharia

  5. Marion 5. Oktober 2010 um 21:44 #

    Ich schliesse mich meiner liebsten Schwägerin an, so bequem vom Sofa aus die Welt bzw. zunächst noch Wüste zu erkunden, hat doch was.
    LG aus dem langsam verherbsteten Meerbusch!

  6. Rolf 7. Oktober 2010 um 10:53 #

    So wird man also zum Transporteur von Staatsknete. Da ich Euch keine Mafiaverbindung nachsagen kann, denke ich,
    ist dem verschwitzten Bänker und der Kohle nichts Ernst-
    liches geschehen.
    Machts gut, wir wünschen weitere erlebnisreiche Zeiten.

  7. ali 9. Oktober 2010 um 16:19 #

    Thomas hello how are you
    And hello to Dkama
    I hope you are well
    I hope to return to Siwa was again
    With children

    ali siwa

    • alisiwa 10. Oktober 2010 um 23:42 #

      Alexander der Große bei einem Besuch in der Oase Siwa

      Gewonnen durch Alexander den Großen nach Ägypten erobert, und gründete die Stadt Alexandria, fiel ihm um den Tempel des Amun in Siwa Fame besuchen durchdrang die Aussichten für die antike Welt als Ganzes, und im Winter aus von 331 n. Chr. Alexander Prozession Alexandria, begleitet von einigen seiner Kameraden mit Armee-Einheiten Position des Westens Baratonim (Marsa subtrahiert) zwischen jetzt und dann nach Süden in den Namen der Karawanenstraße als Sultan bekannt. Und sagt uns, dass Tage nach dem Wasser, die mit ihr durchgeführt und packte alle Panik und Hora, wie sie wollen, aber das wurde Providence mit regen Gzizp beschlossen, dass diese Region regen sind selten, voller Hraarham Senior Flut, aber nach severalDays weht ein schwerer Sandsturm aus dem Süden und verloren Wahrzeichen Road und plötzlich erschien ihnen beiden Vögel fliegen in den Himmel, im Falle einer Bestellung Alexander, dass der Konvoi folgte, der sprach: Dies sind die Propheten des Amun und Orientierung, und ging nach Siwa Es scheint, dass Alexander nicht sagen, die Priester des Amun, über diesen Besuch und er scheint überrascht, als er das Volk von Siwa und die Priester des Amun, und der Konvoi kommt in Säge Fall out Priester ihm an der Pforte empfangen und begleitete ihn bis zum Tempel des Amun und der Tür fanden die Priester lädt ihn ein, um die Eremitage des Innern kommen Amon gleichen Nutzen für die Person zu konsultieren, Ort und scheint von ihm kommen Glück und Zufriedenheit, und als er fragte ein Mann und was dann passiert ist, und weigerte sich, etwas von diesen Geheimnissen zu offenbaren, und kündigte an, er wird nicht nur zu seiner Mutter weitergegeben werden, starb aber vor seiner Ankunft, und war in seiner Brust vergraben und versteckt Geheimnisse, Amon auftreten

  8. ali 9. Oktober 2010 um 16:29 #

    الى كل محبى الرحلة فى انحاء العالم ايكم توماس
    من المانية وهو شخص محترم ولدية سيارة جميلة
    واننى سعيد التعرف اليع وكانت رحلة جميلة وحلو

    وكانت الرحلة من مصر الى افريقاء
    وطبعا هذة رحلة طويلة جدا
    الرحلة يدات من الاسكندرية الى مرسى مطروح الى سيوة الى الوحات البحرية والى الصحراء البيضة الى الصحراء السوداء الى الاقصر الى اسون الى امكان كثيره
    اتمنى لك التوفيق

    على من سيوة

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