Live-Berichterstattung aus dem Sandsturm

30 Sep

Bericht von Tom

Liebe Leute,

Ihr werdet es nicht glauben, aber wir berichten hier LIVE (per SAT-Phone Daten-Upload) aus einem Sandsturm. Dies ist kein PR-Gag!!! Um uns herum braust der Sturm, wir sitzen sicher im Rhino, es ist nur „ein bißchen“ heiss und wir dürfen natürlich kein Fenster auch nur einen Spalt breit aufmachen. Uns läuft hier drinnen die Suppe runter und draussen tobt der Sturm und sandstrahlt unseren Rhino. Aber nun erst mal der Reihe nach:

Heute war es tagsüber schon ganz schön heiß. Aber als Wüsten-Anfänger kann man natürlich nicht so richtig einschätzen, ob das „normal“ ist. Aber da wir den größten Teil des Tages (jedenfalls die Mittagshitze) Reisebericht-schreibend im Rhino verbracht haben, ohne die Türen allezu viel zu öffnen (damit es drinnen temperaturmäßig erträglich bleibt) haben wir die größte Mittagshitze wohl gar nicht so sehr wahrgenommen.

So ungefähr um 16 Uhr sind wir dann mal raus gegangen und es war schon ganz schön heiß. Und wenn jetzt jemand sagt „die trockene Hitze in der Wüste erträgt man ja besser“, dem können wir nur sagen: es war ECHT heiß! Um 17 Uhr haben wir gekocht (unser Essen), natürlich auf dem Spiritius-Kocher draußen, damit es drinnen nicht noch heisser wird als die 40 Grad, die es dann in der Wohnkabine ohnehin schon hatte. Um 18 Uhr habe ich dann draußen mal die Temperatur gemessen, da hatte es im Schatten noch 37 Grad, es kam uns aber schon ein bißchen kühler vor.

Ca. um 18:30 Uhr wollten wir dann mit unseren Fahrädern ins 6 km entfernte Dorf fahren, um dort im Internet-Cafe noch die Bilder zu den heutigen Reiseberichten dazuzuladen. Nach ca. einem Kilometer mit den Fahrrädern am See entlang zeigt sich auf der anderen Seite des Sees (ca. 3 – 4 km entfernt) eine ziemlich dunkle Wolke knapp über dem Boden.

Ich sage noch zu Dagmar: „Ist das ein Sandsturm?“ (Dagmar hatte ja früher in Tunesien schon mal einen Sandsturm erlebt)

Dagmar: „Keine Ahnung. Aber vielleicht sollten wir mal zurück fahren, um am Rhino die Fenster zuzumachen“. (Die hatten wir nämlich alle sperrangelweit aufstehen lassen, damit die Kiste abends, während wir in der Stadt sind, ein bißchen auskühlt…)

Darauf ich: „Quatsch, wenn wirklich ein Sandsturm kommt, fahren wir eben aus der Stadt schnell zurück und machen die Fenster zu“.

Dag: „Wenn das wirklich ein Sandsturm ist, dann fahren wir mit den Fahrrädern nirgendwo mehr hin, dann zerfetzt es uns nämlich die Haut“.

Das hat mir dann doch ein wenig zu denken gegeben und ich stimme zu, wir sollten wohl besser schnell zurückfahren. Inzwischen konnte man regelrecht zuschauen, wie sich die dunkle Wolke über den See hinweg auf unseren Rhino zu bewegte.

Da haben wir natürlich mal ein bißchen kräftiger in die Pedale getreten. Und sind auch GERADE rechtszeitig wieder zurück am Rhino, als der Sturm anfängt. Sozusagen wie angeknipst, als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte. Dag schließt erst mal drinnen alle Fenster (nur die Dachluke ist schon ein bißchen schwierig zuzumachen), während ich draußen Tisch, Stühle und Fahrräder hinter dem Auto festkette (im Ernst!) und versuche alles zu sichern, was sonst noch wegfliegen könnte. Das alles gelingt uns auch ganz gut, es sind bisher keine Verluste zu beklagen….

Anschließend setzen wir uns beim Rhino ins Fahrerhaus, das direkt in den Wind steht, und beobachten das Schauspiel. Ist aber wohl nur ein „kleiner“ Sandsturm, die Sicht beträgt immerhin noch ca. 100 m (vorher mindestens 5 km). Aber da wir hier in der Kiste alle Fenster zuhaben, erhöht wohl unserer eigener Schweiss die Luftfeuchtigkeit und es fühlt sich noch wärmer an. Wir werden sozusagen im eigenen Saft gedünstet…

Na ja, immerhin dürfen wir unsere Mitmenschen Dank modernster Technik (Datenübertragung über Satellit) an diesem tollen Abenteuer teilhaben lassen, und geteilte Freude ist je bekanntlich doppelte Freude 🙂

Machts gut (und macht Euch keine Sorgen), wir versuchen, uns morgen wieder zu melden.

Tom & Dag

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5 Antworten to “Live-Berichterstattung aus dem Sandsturm”

  1. gitjeshorst 30. September 2010 um 20:10 #

    Hier eine LIVE Antwort aus Meerbusch: hier peitscht der Regen gegen die Fenster. Wir trauen uns nicht raus zum Haxenessen und das Altbier muss auch warten. Meine Güte, so eine Koinzidenz der Ereignisse…

  2. Maike 30. September 2010 um 21:00 #

    Mensch, das klingt ja richtig abenteuerlich!
    Aber ihr wolltet ja ein bisschen Abenteuer! 🙂
    Ich hoffe, ihr werdet nicht zu lange gebraten und könnt später noch eine Nase Frischluft nehmen ohne Sandkörner in alle Eingänge zu bekommen!

    Liebe Grüße aus dem grauen und verregneten Bonn,

    Maike

  3. Micha 1. Oktober 2010 um 08:26 #

    Na da habt Ihr einen netten Einstieg in Eurer Abenteuer Afrika .Das wird bestimmt nicht der letzte Sandsturm sein den Ihr erlebt nur beim nächsten wisst Ihr was auf Euch zukommt .Beim lesen von Abfahrtsbericht mußte ich feststellen Ihr seit an meiner Haustür vorbei gefahren ( Memmingen )Schade man hätte sich treffen können ,ob nu übernachten am Fernpass oder hier wäre egal gewesen .

    Gruß Garfield
    aus dem LKW Allrad Forum

  4. blognovizin 1. Oktober 2010 um 09:07 #

    Heute um halb 6 in der Früh musste ich bei Nieselregen und gefühlten 4 Grad mit dem Hund raus – in München also ebenso mieses Wetter wie in Meerbusch. Trotzdem beneide ich Euch nicht um die Sandsturm-Erfahrung. Hoffe, Ihr habt heute wieder Sonne und klaren Himmel und könnt aus dem Rhino raus.
    Liebe Grüße, ein schönes Wochenende braucht man Euch ja nicht wünschen, gell? Habt ja jetzt 15 Monate quasi Dauer-Wochenende …
    Silke

  5. Rolf 1. Oktober 2010 um 11:23 #

    Ist Euch auch klar,dass Ihr neMenge Heizkosten spart?
    Machts weiterhin gut. Rolf

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