Pistentag – Erster Teil

13 Apr

Auf der Piste

Heute hatten wir unseren „Pistentag“, Teil 1. Wir sind die Piste (d.h. Offroad, also abseits aspaltierter Strasse) von Merzouga nach Zagora gefahren, bzw den 1. Teil davon (also ca. die Hälfte). Die Piste führt im südlichen Marokko ca. 20 – 30 km nördlich der algerischen Grenze entlang, mitten durch die Wüste.

Wir hatten gerade eben diese Strecke ausgesucht wegen der besonderen Hinweise in unserem Reiseführer: „Piste ca. 256 km. Keinerlei Treibstoff-Versorgung. Wüstenausrüstung und –kenntnisse sind für die Befahrung der Strecke ab Taouz unbedingte Voraussetzung. Nur mit Allradfahrzeug möglich. … Landschaftlich sehr schön und vielseitig – alle Varianten von Saharalandschaft auf kurzer Distanz.“

Und nun nach dem ersten Tag können wir wirklich sagen: stimmt! Die Strecke war schön, aber auch anstrengend und wir haben einiges über das Offroad-Fahrer gelernt.

Als erstes haben wir inzwischen gelernt, mit unserem GPS-Equipment umzugehen. Alleine die Routenplanung heute morgen hat (nach Vorlage der Route aus dem Reisehandbuch) ca. 1 h gedauert – es waren ca. 25 – 30 GPS Wegpunkte einzugeben, um die Route im PC bzw im Garmin abzubilden. Das hat sich aber sehr gelohnt, denn Orientierungs-Probleme hatten wir heute absolut gar keine.

Aber nun erst mal der Reihe nach: von unserem Ausgangspunkt in Merzouga nach Taouz geht es noch über eine ganz normale Teerstrasse, allerdings maximal mit Tempo 50. Wir hatten nämlich am Vortag den Luftdruck in unseren Reifen auf Pistenniveau abgesenkt (um ca. 1 Bar auf Vorne 3,5, hinten 4,5 bar), damit die Reifen auf der Piste mehr Aufstandfläche und damit auch mehr Traktion haben. Der Nachteil davon ist, dass man dann auf normaler Strasse nicht schneller als ca. 50 km/h fahren sollte, sonst riskiert man Reifenschäden.

Ab Taouz geht dann die Piste los. In Deutschland würde man das „Feldweg“ nennen. Nur hier in Marokko ist es halt eine Piste und d.h. es fängt ziemlich an zu schaukeln im Auto… Wem beim Auto- oder Busfahren schon mal schlecht wird, dem würde ich DAS wirklich nicht empfehlen  Gerade wenn man über Hubbel, durch Löcher oder über Steine fährt, schwankt die Fuhre schon ganz schön. Allerdings bestehen die ganzen 250 km eigentlich fast nur aus Hubbeln, Löchern, Steinen oder wenn es ganz besonders fies wird aus „Wellblech“. Na ja, man gewöhnt sich an alles mit der Zeit…

Die von Dag bzw. vom Reisehandbuch versprochenen Flussdurchquerungen sind mangels Wasser leider weniger spektalulär als erwartet. Es gab nämlich so wenig Wasser, da wurden nicht mal die Reifen nass.

Der Offroad-Höhepunkt dann hinter Hassi Remila – unser Reisehandbuch hatte uns gewarnt: „Zahlreiche Einheimische bieten sich als Führer an, die für die sandigen Passagen im Qued Rheins evt. hilfreich sein könnten.“ Führer?“ – so was brauchen wir natürlich nicht. Wozu haben wir ein 12-to Fahrzeug mit 200 PS unter dem Hintern? Unser Motto: Rein in den Sand und GIB IHM!

Allerdings sind die Spurrillen im sehr weichen Sand teilweise bis zu einem ½ Meter tief – da freut man sich doch tatsächlich über die bei uns reichlich vorhandene Bodenfreiheit… ! Und ich sach noch: fast wie in Deutschland im Offroad-Park – auch wenn ich da noch nie war! Aber Dank Allradantrieb, Mitten- und Heck-Differential sind wir auch mit unseren rudimantären Offroad-Kenntnissen nach ca. 20 min gut durch das Tiefsandfeld durchgekommen.

Einmal war es GAAAANZ knapp, weil da auch die 200 Pferde fast nicht mehr gereicht hätten, die Fuhre aud dem Tiefsand rauszukriegen, aber eben nur FAST… Bloß nicht schalten und VOLLGAS! Danach sind wir natürlich „stolz wie Oskar“ auf uns, unserem Mut und unsere Verwegenheit (oder unsere Ahnungslosigkeit?) und unsere Vertrauen in die Geländetauglichkeit unseres Rhino ist auch enorm gestiegen!

Im Inneren unserer Wohnkabine sind zwar ein paar Sachen runtergefallen, aber es ist nix kaputt gegangen, und das ist schließlich die Hauptsache.

Danach ist Fahrerwechsel und Dag ist an der Reihe. Sie fährt Dank Landy-Erfahrung auch im LKW Offroad wir ein Profi, nur einmal wurde ein Busch etwas gestreift, als es eng wurde – aber da lacht unser Rhino ja nur drüber!

Ab 17 Uhr halten wir nach einem Camp Ausschau, und um ca. 17:30 sehen wir ein Schild, welches auf eine „Auberge“ mit angeschlossenem Campingplatz hinweist – sogar mit GPS-Koordinaten! Als wir an der „Rezeption“ einchecken und das Melderegister ausfüllen, bemerken wir, das wir nicht nur die einzigen Gäste im Camp sind (das war ja schon bei der Einfahr ganz offensichtlich…), sondern das der letzte Gast VOR uns sich Mitte Feb 2010 eingetragen hat und DAVOR jemand im Nov 2009! Also nicht gerade eine „überlaufene“ Herberge, oder  ?

Die Wirtsleute sind aber (wie eigentlich immer in Marokko) trotz nur rudimentärer Französisch-Kenntnisse sehr nett und wir dürfen zusammen mit der Familie im Haus zu Abend essen. Danach noch schnell diesen Reisebericht geschrieben und dann geht es in die Heia – mal sehen, welche Offroad-Abenteuer uns morgen erwarten    !

Freude!

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