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Zwei Naechte in Bhraka

15 Apr

Dienstag, den 11. April 2009, Bericht von Thomas:

Nach nun 7 Tagen Trekking sind wir nun wirklich in Zentrum des Himalaya (und unseres Treks) angekommen: im Tal des Marsyangdi Nadi (M. Fluss), der nördlich des Annapurna-Massivs fließt.

Die Berge, die wir hier hautnah erleben sind zwischen 7000 und 8000 m hoch (der höchste, den wir im Moment sehen ist der Annapurna II: 7937 m). Die Berge sind so nah und so gigantisch – wenn mir jemand sagen würde, dass dies die höchsten Berge der Erde sind, würde ich das sofort glauben…

Heute haben wir quasi als „Eingehtour“ für unsere Überschreitung des Thorong La (La = Pass, mit 5400 m höchster Pass der Welt) in 3 Tagen eine Tour von unserer Lodge in Bhraka (3500 m) zum „Ice Lake“ auf 4700 m unternommen (gleicher Ab- wie Aufstieg). Nach alpinen MASSSTÄBEN (d.h. in Europa) ENTSPRICHT DIES IN ETWA DEM AUFSTIEG VON DER Hütte unterhalb der AIGUILLE DE MIDI Seilbahn AUF DEN MONTBLANC!!!

Ich bin selbst überrascht, dass wir das alle (aus unserer Gruppe) geschafft haben! Außer den obligatorischen Kopfschmerzen und Übelkeit bei einigen (wegen der Höhe) gab es keine größeren Verluste. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wir alle durch unseren langsamen Aufstieg von anfangs 800 m auf nun 3500 m (über 6 Tage) so hervorragend akklimatisiert sind!

Die tägliche Routine (siehe Bericht von Dagmar) hat sich inzwischen gut eingespielt, das Wetter ist ganz hervorragend (morgens strahlend blauer Himmel und im Laufe des Nachmittags zieht es sich ein wenig zu), die Gruppe paßt recht gut zusammen und so sehen wir alle dem „Höhepunkt“ des Treks in 3 Tagen recht zuversichtlich entgegen.

Abschließend möchte ich hier meiner lieben Mutter Helga, die heute Geburtstag hat, ganz HERZLICH zum selbigen zu gratulieren. Dagmar und ich wünschen Dir viel Freude am heutigen Tag und hoffen, das unser Gemeinschaftsgeschenk gut bei Dir angekommen ist! Liebe Mutti, das hättest Du wohl auch nicht gedacht, dass Dein Thomas im Gebirge mal so „hoch hinaus“ kommt, oder?

Bis bald – Namaste!

Thomas & Dagmar

Panorama

Grosse Kulisse

Brillenspiele

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Ein Tag im Leben eines Trekkers

15 Apr

Bericht von Dagmar:

Wecken erfolgt durch das „Natural Wake-up-Light“ (das offen lassen der Vorhänge) so gegen 5:30 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen. Die ersten Hähne krähen. Wir dösen im gekoppelten Schlafsack noch weiter bis 6:30 Uhr, offizielles Wecken durch den nepalischen Führer.

Aufstehen. Es ist kalt in der ungeheizten Lodge. Zähne putzen im Hof am Brunnen, eventuell noch kleine Katzenwäsche. Anstellen am Hock-Plums-Klo. Tagesrucksack packen mit Regenjacke, Handschuhen, Mütze und Fleece. Das Trinksystem mit 2 Litern Wasser füllen, Müsliriegel und Traubenzucker einpacken. Danach die Tasche für den Träger packen und um 7:00 Uhr vor das Zimmer stellen. Frühstück im Gemeinschaftsraum mit Müsli, Pfannkuchen und Ei. Dazu Kaffee oder Tee.

Um 8:00 Uhr Aufbruch. Wandern ungefähr bis 10:00 Uhr, Coca Cola trinken und Toilettenpause. Weiter ungefähr bis 13:00 Uhr. Mittagessen „dhal bat“, Reis mit Bohnen. Ausruhen und weiter nach ungefähr einer Stunde. Vorher noch das Trinksystem mit weiteren 2 Litern auffüllen. Nächste Toilettenpause gegen 15:00 Uhr. Weiter laufen bis ca. 16.30 Uhr, dann kommen wir an der Lodge an.

Unser Träger hat unsere Tasche schon in unser Zimmer gestellt und erwartet uns mit dem Schlüssel vor dem Zimmer. Schlafsäcke auspacken, trockene und saubere Sachen rausnehmen. Wenn eine Dusche vorhanden ist, darauf hoffen dass noch nicht alles warme Wasser weg ist. Sonst holt man sich in der Küche eine Schüssel und wäscht sich im Zimmer. Meist legen wir uns noch für eine Stunde aufs Bett, schreiben Tagebuch oder lesen.

Um 19:00 Uhr trifft man sich dann wieder im Gemeinschaftsraum zum Abendessen. Immer gibt es zuerst eine Suppe, dann ein Hauptgericht und Nachtisch. Je nach Lodge ist auch das Essen mal gut und mal weniger gut, aber immer nahrhaft und frisch zubereitet. Nach dem Essen lesen wir mal Geschichten vor oder spielen Karten. Die anderen unterhalten sich oder gehen zwischen 8:30 – 9 Uhr ins Bett.

Seit rund einer Woche sind wir nun zusammen unterwegs und bisher hat es untereinander gut geklappt. Während des Tages geht man immer wieder mit einem anderen Partner den Weg und es entwickeln sich interessante Gespräche (wenn man die Puste dazu hat, je nach Höhe 🙂 .

Massenveranstaltung...

On the road again