In unseren Adern fliesst Nudelsuppe!

11 Apr

Montag, den 6. April:

Generalstreik-das heisst, es geht generell nichts. Also auch kein Bus in die Stadt. Dann müssen wir halt ein Alternativprogramm zur geplanten Tempelbesichtigung machen: wandern. Rund ums Hotel zum Hausberg. Bei fast jedem Haus werden wir von Kindern fröhlich mit Namaste begrüsst. Auf dem Hausberg gibt es auch einen Tempel nämlich für Fruchtbarkeit (keine Sorge wir haben nichts geopfert). Auf diesem kleinen Spaziergang lernt man dann auch schon mal die „Mitwanderer“, sprich die kennen, mit denen man in den nächsten Wochen fast alles teilen wird ausser Zahbürste, Schlafsack und Freund. Jeder ist übrigens mit einer Digi-Kamera ausgerüstet, einer analog. Gottseidank keiner mit Filmkamera. Das Fotoverhalten einiger lässt allerdings zu wünschen übrig. Da muss man nicht fragen, ob man fotografieren darf, bei besonders „tollen“ Objekten wie „alte Frau mit schwerer Last“ stellt man sich auch mal gerne in der Reihe auf und schiesst das Objekt ab. Mir hat das zwar „das eine oder andere tolle Bild gekostet“, ich mag das so aber nicht.

Dienstag, 7. April: Heute Fahrtag mit dem Kleinbus. 250 Km in 6 Stunden, so die Ansage von unserem Führer (ein Nepali namens Schumi). in der Tat haben wir dann allerdings noch 1,5 Stunden mehr gebraucht wegen Stau und Reifen- panne. Die Landschaft ist subtropisch und so sind dann auch die Temperaturen, heiss und ein wenig schwül. Bei bis zu 35 Grad im Bus zu sitzen ist jetzt zwar nicht spassig, aber wenn es demnächst am Thorong La Minusgrade hat, dann würde man sich über ein wenig Wärme freuen.

Hotel in Bensisahar eher so „na ja“, besonders die Toilette ist der Hit (Nähere Angaben spare ich mir… – Anmerkung von Thomas: akuter Brechreiz nur durch Zuhalten der Nase zu bekämfen…). Abendessen gut: Dhal Bat (Linsen mit Reis).

Mittwoch, 8. April: erster Wandertag. Wecken 6:45, da freut man sich ganz besonders, wenn man die Nacht wegen Hundegebell und schreiender Kinder so richtig gut geschlafen hat. Frühstück 3 Toasts mit Eier-Omlett – lecker! Entlang des Flusses Marsyandi zur ersten Hängebrücke. Wir schleppen uns langsam zu unserem nur 13,5 km entfernten Ziel, Ngadi. 4 Liter Wasser getrunken, die Hitze von 30 Grad verlangt ihren Tribut. Nette Mittagsrast in Bhulbule (Karte
folgt). Danach noch einmal gut 1 Stunde bis Ngadi. War heute mehr Materialtest als anstrengend (13,5 Km, Aufstieg 400 hm, Abstieg 250 hm).

Die Lodge ist sehr ursprünglich und einfach, hat uns sehr gut gefallen. Wände und Zimmerdecke aus rohem Holz. Die Dusche im Hof mit Warteschlange, das Klo zwar ohne Warteschlange, aber dafür auch nur eines für das Hotel mit 15 Zimmern.

Donnerstag, den 9. April – Bericht von Thomas:
Heute erster „richtiger“ Wandertag: 13,5 km, 900 hm Auf- und 500 hm Abstieg.
Start nach einem guten Frühstück um 7:30 Uhr bei schönstem Sonnenschein. Der sollte uns auch 98% unseres Weges begleiten. Ein toller Tag durch die nepalesischen Subtropen, immer hoch über dem rauschenden Bergfluss imTal (wo auch sonst?), über mehrere abenteuerlich schwankende Hängebrücken, vorbei an Wasserfällen über viele 100m und dazu immer wieder freundlich mit „Namaste“ grüßende Nepalesen! Die Gruppe wandert gut zusammen, es waren keine Ausfälle oder Streitereien zu verzeichnen.

In der Mittagspause durfte ich mich bei einem jungen Nepalesen als IT-Computer-Support-Person versuchen: er bekam sein (natürlich gecracktes) Microsoft Office nicht ans laufen. Irgendwie habe ich es dann aber geschafft, und er konnte an seiner PowerPoint-Präsentation „Education in Nepal“ weiterbasteln.

Gegen Ende des Wandertages legte unser Bergführer dann deutlich an Tempo zu, weil er bei unserer nächsten Lodge sein wollte, bevor das drohende Gewitter ausbrach. Und das haben wir dann auch gerade so geschafft – ca. 5 min nachdem wir unsere recht netten Zimmer bezogen hatten, brach das Unwetter los und die Welt drohte unterzugehen. Als mich Dag dann fragte „Und was machen wir bei einem Erdrutsch?“ fiel mir als erste Maßnahme nur „festhalten“ ein 🙂

Aber soweit wird es wohl nicht kommen – hoffe ich, den es regnet immer noch, inzwischen tropft es sogar in der Mitte unseres Raums ein wenig durch die Decke… Meistens dauern diese Bergunwetter ja nicht SO lange, oder???

Gepäck

Hängebrücke

Kulturland

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