Hotel Economique

6 Jan

Nachdem wir nach dem ersten Abend in Tanger das Gefühl hatten, dass wir uns Marokko „von oben“ nähern, können wir nun mit Fug und Recht behaupten, dass wir mal wie die „normalen Marokkaner“ übernachtet haben (hoffen wir zumindest)…

Also: gestern Morgen sind wir ja in Casablanca losgefahren und über die Autobahn ziemlich schnell bis Marrakesch vorangekommen. Dann weiter ins Gebirge, der Pass über den hohen Atlas war tatsächlich geöffnet. Wir entschließen uns allerdings, da wir um 17 Uhr gerade bei der „Barrage des Neige“ sind (also der Schneepflug-Station) und es langsam dunkel wird, uns an Ort und Stelle (auf 1600 m Höhe) ein Hotel zu suchen. Sehr groß ist die Auswahl allerdings nicht – es gibt nur eins – die „Auberge des Noyers“.

Unser Reiseführer-Buch hatte ja behauptet, dass das Hotel „für das gebotene zu teuer sein“ – Doppelzimmer ohne Frühstück pro Person 5 € 

Nach einer Nacht im Hotel würden wir dem Reiseführer tendenziell zustimmen – das war wirklich eine Absteige ohne Worte… Es gab zwar elektrisches Licht auf dem Zimmer, außerdem fließendes Wasser und sogar ein Bidet (!!!), aber der Zustand des Zimmers war doch unter aller Kanone. Außerdem war das Zimmer unbeheizt und deshalb wirklich schweinekalt – eigentlich konnte man es nur im Schlafsack aushalten, ohne zu zittern. Das Bett bog sich in der Mitte durch wie eine Hängematte und die Kopfkissen waren hart wie Stein.

Aber der Höhepunkt waren Klo und Dusche auf dem Flur: beim dem Anblick (und Geruch) habe ich mich wirklich gefragt, ob ich mich vor dem Urlaub eigentlich auch gegen die Krätze habe impfen lassen…

Na ja, irgendwie haben wir die Nacht dann doch überlebt (ich gehe jetzt hier nicht weiter ins Detail)… Morgens um 7 Uhr waren wir dann froh, endlich aufstehen zu dürfen. Schnell noch ein leckeres Frühstück im einzigen Cafe vor Ort (Kaffee, Omelette und leckeres frisch gebackenes Brot für 5€ für 2 Personen). Dagmar fragte doch im Ernst, ob wir das Frühstück nicht „auf der Terrasse“ einnehmen wollen – bei ca. 2 Grad Außentemperatur an der Durchgangsstrasse!!! Ich zog da den natürlich nicht geheizten Gästeraum vor, da ist der Kaffee wenigstens nicht gleich wieder eingefroren!

Die Fahrt über den Pass und runter in die Wüste hinter den Bergen war dann sehr unproblematisch und schön. Haben auf dem Weg zu einer sehr schönen alten Kasbah die ersten 6 km „Offroad“ hinter uns gebracht. Der Landy war da ganz in seinem Element und fährt abseits der Strasse einfach super.

Die ersten Kamele waren dann auch dabei und zwischendurch wurde es dann schon richtig warm – endlich! Allerdings sind wir dann gegen Abend wieder Richtung Berge abgebogen, weil wir uns morgen die Daades-Schlucht ansehen wollen. Spätestens als wir wieder Kinder sahen, die gerade eine Schneeballschlacht veranstalteten, haben ich meine Liebe dann nochmals gefragt, ob sie die nächste Nacht WIRKLICH auf dem Camping-Platz übernachten wolle? Sie wollte zwar eigentlich campen, aber ich konnte Sie davon überzeugen dass es im Hotel doch auch ganz nett sein könnte, trotz der apokalyptischen Erfahrungen in der Nacht zuvor.

Schlussendlich haben wir dann auch noch eine SEHR nette Herberge gefunden, in einem neuen Berberhaus, welches alt aussieht aber trotzdem sehr schöne Zimmer mit Ofenheizung und heißer Dusche zu bieten hat.

Da wir zurzeit die einzigen Gäste sind, hat der Chef du Cuisine heute Abend ganz lecker nur für uns gekocht (3 Gänge) und danach durften wir noch der „Hausmusik“ vor dem Kamin lauschen (Berber Free Jazz  ).

Liebe Grüße und As salâmu alekûm!

Dagmar & Thomas

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