Königsstadt Fes

3 Jan

Hatten wir eigentlich schon mal was über das Wetter geschrieben? Wahrscheinlich denkt ihr, wir leiden hier bei 30 Grad und haben jeden Tag blauen Himmel. Weit gefehlt. So nass und so kalt wie heute war mir schon lange nicht mehr.

Die erste Nacht im Dachzelt verbracht – mit Eskimo-Schlafsäcken auch kein Problem. Morgens hat mein E-Techniker sich dann erfolgreich an der Bordelektrik versucht, Kühlbox läuft wieder (warum eigentlich, sind draußen doch auch nur 7 Grad). Kaum waren alle Sachen wieder im Auto eingebaut (Batterie ist nämlich unter dem Sitz) fing es dann an zu regnen, so ein wenig wie Weltuntergang. Als wir dann gegen 14.30 Uhr unseren Führer für Fes abholen wollten, keine Batterie mehr. Also die Wüstenfrau ans Steuer und 3 Herren schieben an. Na läuft doch. Elouafi, Vermieter auf dem Campingplatz hat sich angeboten uns die Stadt zu zeigen. Also erst einmal Rundfahrt um die Stadt und dann auf den Stadtberg, der Aussicht wegen. Welche Aussicht? Mein Fotografenherz hatte heute ganz schön zu leiden. Da ist man einmal für einen Tag in Fes und dann kein Licht zum fotografieren. Dafür schüttet es wie aus Eimern. Ist echt zum Mäuse melken! Weiter durch engste Tore, die gerade mal eine Hand auf jeder Seite breiter als der Landy sind, aber Tom fährt wie ein alter Marokkaner (nur die Mulisperre übersieht er für sich, dazu später mehr).

Erste Besichtigung: eine Mosaikwerkstatt. Auf dem Boden hocken Arbeiter die 6 Tage die Woche je 8 Stunden, kleine Fliesen zu Sternen und Ornamenten bearbeiten. Danach werden die Mosaikstücke auf den Kopf gelegt und von hinten vergossen, für Tische und dergleichen.

Dann Landy abgestellt und zu Fuß durch die Altstadt. Noch größer und verwirrender als die von Tanger. Es regnet wie verrückt. Immer schmaler werden die Gassen, manchmal nur knapp einen Meter. In den Hauseingängen harren Verkäufer von Zigaretten, Süßigkeiten und allerlei Krimskrams. Wir kommen durch die Gasse der Schneider, der Schreiner, der Kupferer und biegen dann in eine besonders schmale Richtung Gerberviertel ab, als sich Tom den Kopf an einer ca. 170 Meter hohen Stange den Kopf stößt. „Ha, ha, Maultiersperre“ lacht unser Führer. Vom Dach eines Ledergeschäftes können wir dann in die noch schwach erleuchteten Färberbottiche der Ledergerber schauen und versichern dem Verkäufer, dass Tom keine Schlappen in gelb in Schuhgröße 46 braucht. Na und wo waren wir noch nicht? Richtig, im Teppichgeschäft! Auch dieses besuchen wir, war aber zweifelsohne auch sehr interessant. Auch wenn wir wissen, dass man Teppiche entweder gaaanz klein falten kann zum mitnehmen und auch verschicken in die ganze Welt, haben wir doch keinen gekauft. Tom meinte halt, rosa würde bei uns nicht reinpassen. Letzte Besichtigung, der Antiquitätenhändler in den Räumlichkeiten eines alten Riad (Stadthaus), seit 4 Generationen und jetzt von der UNESCO geschützt. Alles sehr imposant.

Mittlerweile sind wir wegen Dauerregen so nass, dass wir im Wagen uns erst einmal trocken legen. Elouafi zeigt uns dann noch ein Restaurant, in dem wir dann essen gehen. Er verabschiedet sich, nicht ohne uns noch seine Handynummer zu geben, falls wir im Land einmal Probleme hätten, sollten wir Ihn anrufen. Essen heiß und gut: Tanjine mit Huhn und Salzzitronen und Oliven. Danach zurück zum Campingplatz der zur Hälfte unter Wasser steht. Überall Bäume abgeknickt und Äste. Relativ trocknes Plätzchen gesucht, Dachbox auf und dann früh ins Bett.

Wollen morgen bei Sonnenaufgang starten um durch das Gebirge zu kommen. Sind zwar nur gut 200 km, aber wahrscheinlich wird Schnee liegen.

Gruss DAG

REgen in Fes

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