Das Land der fliegenden Plastiktüten

2 Jan

Heute Tour von Tanger nach Fes. 300 km ohne Probleme. Sind nun auf dem Campingplatz bei Fes. Aber immer schön der Reihe nach…

Gestern Abend vom Hotel in Tanger aus vergeblich telefonisch versucht, ein Hotel oder Gästehaus (=Luxus-Pension) in Fes zu reservieren. War angeblich alles ausgebucht, außer das eine Gästehaus mit den Suiten zwischen 200 – 300 € pro Nacht und Person (!). Da dachten wir uns, das kann doch in der Nebensaison gar nicht sein, da fahren wir einfach mal hin und gucken selbst…

Also heute morgen ca. 11 Uhr der Versuch der Abfahrt in Tanger. Leider war unser Landy SO gut bewacht, dass wir selbst ihn nicht mehr raus gekriegt haben – da standen nämlich VIER andere PKW davor. Ich sagte dem Wächter dann, dass ich in 30 min noch mal vorbei kommen würde, bis dann sollte er unser Auto bitte freigeschaufelt haben. Er sagte natürlich: „No problem!“

Nach ca. 15 min bin ich dann mal den Arbeitsfortschritt kontrollieren gegangen. Zero, niente, gar nix – der hatte noch nicht mal angefangen  . Also habe ich mir erst mal in unseren Hotel Hilfe geholt. Unser Hotel-Boy hat dann ganz doll mit dem Park-Wächter geschimpft, und anschließend haben sie dann beide zusammen die anderen Autos weg geschoben, die unseren Landy zugeparkt hatten. Praktisch, dass die Autos alle weder einen Gang eingelegt hatten noch die Handbremse angezogen! Nur ein etwas neuerer Mercedes wurde mit Motorkraft ausgeparkt, allerdings offensichtlich von einem Fahrer, des das zum ersten Mal machte – es war deshalb wahrscheinlich so vorsichtig beim rangieren. Nach ca. 15 min war der Landy dann frei, unser Hotel-Boy hat noch mal ganz doll mit dem Wächter geschimpft und dann konnten wir abfahren!

Die ersten 150 km leider bei Sturm und Regen durch das Rif-Gebirge. Dabei festgestellt, dass die Marokkaner offensichtlich eine sehr lockere Beziehung zu ihrem Müll haben – der wird nämlich einfach rechts und links der Strasse entlang entsorgt. Besonders die ganz dünnen schwarzem oder weißen Plastiktüten, die man beim Einkaufen bekommt, wurden zumindest in der Nähe von Tanger ständig von Wind über die Strasse geblasen und verfingen sich dann zu hunderten (wirklich!) in den Bäumen und Sträuchern entlang der Strasse. Es sah teilweise so aus, als wären die Sträucher extra für uns mit Plastiktüten dekoriert worden…

Weitere Beobachtung auf dem Lande zwischen den größeren Städten: der Marokkaner an und für sich geht entweder zu Fuß, reitet auf einem Esel oder fährt Mercedes! Ca. 50% der Autos sind zwischen 20 und 30 Jahre alte Mercedes-Limosinen der 200er Reihe (die Taxis sowieso ALLE), und 99% der Lieferwagen sind Mercedes Sprinter Kastenwagen – kommen also aus Düsseldorf – unglaublich aber wahr!

Der zweite Teil der Fahrt (als wir aus dem Rif-Gebirge raus waren) dann wieder im Trockenen. Die Armut und der Dreck in den kleineren Städten entlang der Strasse sind nicht zu übersehen. Sieht fast so aus wie der Wilde Westen der USA Mitte des 19 Jahrhunderts, nur mit alten klapprigen Autos (und Eseln) anstatt Pferden.

In Fes sind wir dann direkt zu einem der beiden Camping-Plätze von Fes gefahren. Dagmar hat mich navigiert, und wir haben den gesuchten Platz direkt gefunden, ohne uns auch nur 1x zu verfahren. GROSSES LOB DER NAVIGATEUSE!!!

Der Campingplatz ist für Marokkanische Verhältnisse wahrscheinlich unglaublich luxuriös (mit sauberen Waschräumen und Duschen), wir uns Deutsche wahrscheinlich in die Kategorie „akzeptabel“ einzuordnen.

Leider wird es um diese Jahreszeit abends schon um ca. 18 Uhr dunkel. Da hat mein Liebe heute Abend im Landy hinten drin erst mal ein super Abendessen gezaubert, jetzt lesen wir noch ein bisschen und dann gehen wir heute abends früh ins Bett 

Morgen ist Stadtführung in Fes angesagt, der Campingplatzbesitzer sieht zwar aus wie ein Gotteskrieger, spricht aber zufällig perfekt Deutsch und ist in Personalunion auch noch Fremdenführer für Fes!

As salâmu alekûm!

Thomas

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