Jussuf

1 Jan

Also heute (Neujahr) Stadtführung mit Jussuf. Das ist der freundliche, nicht mehr ganz junge Mann, der uns gestern so nett unser Hotel und den bewachten Parkplatz für den Landy gezeigt hat. Er ist zwar kein „offizieller“ Führer, aber er ist sehr nett und spricht Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch, obwohl er nur 5 oder 6 Jahre auf der Schule war und Marokko noch nie verlassen hat.

Außerdem hat es den großen Vorteil, dass man nicht mehr von anderen potentiellen Führern angequatscht wird, wenn man schon einen hat! Nachdem wir gleich zu Anfang gesagt haben, dass wir KEINEN Teppich kaufen wollen, war es dann auch eine sehr schöne Führung.

Besonders interessant war der Besuch der „original marokkanischen Berber-Apotheke“, wo man uns „Haus-Mittel“ gegen Bronchitis, Asthma, Krampfadern, Ekzeme, Neurodermitis, Schnarchen (!!!) und alles mögliche andere im wahrsten Sinnes des Wortes vorgeführt hat – wir mussten überall mal dran riechen. Viel Riech = Gut Zeugs!

Nachdem ich dann dezent darauf hingewiesen habe, dass wir „so alt“ doch noch gar nicht seinen (sonst haben die in der Apotheke wohl meistens Touristen-Rentner als Kunden) wurde mir dann, natürlich erst als meine Liebe sich etwas entfernt hatte und unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, eine kleine Flasche mit „Berber-Viagra“ (braunes Pulver) angeboten.

Habe aber auch das Dankend abgelehnt und dann eine Tinktur gegen Hautprobleme gekauft. Einfach zum abends auftragen. Nach den Öffnen der Flasche im Hotel wurde mit dann auch klar, warum es die Kern-Seife zum morgens wieder abwaschen gleich mit dazu gab. Wenn das Zeug so wirkt wie es stinkt, dann ätzt es die betreffenden Hautpartien bestimmt einfach weg. Na ja, von nix kommt halt nix…

Während der Führung hat sich Dagmar auch gleich von einem der ansässigen Schuster Ihre Wüsten-Schuhe (bzw. einen Schuh) reparieren lassen, an dem sich gerade die Sohle löste. War sehr spannend, dem Schuster bei der Arbeit zuzuschauen. Besonders bei dem Teil, wo er die Schuhspitze über dem Bunsenbrenner erhitzte, und Dagmar ein bisschen Angst um Ihre guten Timberlands hatte….

Anschließend hat sich Jussuf noch sehr anerkennend über Dagmars Schule geäußert („SÄÄÄHR gut Schuh“) und gefragt, ob diese auch aus echtem Kamel-Leder seien (im Ernst!) 

Morgen fahren wir weiter nach Fes (ca. 300 km). Mal sehen wie es dort so klappt mit dem Handy-Netz und dem Hochladen der Reisebericht. Wenn wir uns ab morgen dann eine Weile nicht mehr melden, liegt es wahrscheinlich daran dass es nicht so gut klappt…

As salâmu alekûm!

Thomas

Über den Dächern von Tanger

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