Bon annee!

1 Jan

Zuerst einmal möchten wir allen unseren Lesern und Freunden ein gutes neues Jahr wünschen. Auf dass sich ein Teil Eurer Wünsche und Ideen in 2008 erfüllen.

Und außerdem möchten wir uns bei Euch bedanken, dass Ihr so intensiv an unserem „Schicksal“ und unserer Reise teilnehmt. Eigentlich war das Reisetagebuch für mich so geplant, dass man sich dann abends noch einmal hinsetzt und den Tag ein wenig Revue passieren lässt und festhält. Es ist aber mehr geworden. Wir freuen uns jedes Mal darauf, den Laptop hochzufahren und nachzusehen, welche Kommentare oder Meldungen es von zu Hause gibt. Wir nehmen auch gerne Bestellungen für Seife und nette Frauen entgegen und freuen uns über die Lösung unseres Wissensquiz (and the winner is: Marion!). Und wenn Tom tagsüber einmal völlig grundlos grinst, dann weiß ich, er hat wieder einen netten, gehässigen Kommentar fürs Tagebuch ;-).

Nachdem wir gestern Mittag in Tanger angekommen sind (Uhrzeit habe ich vergessen, scheine schon im Urlaub zu sein) ging es erstmal zum Zoll. Auf dem Schiff hatten wir schon die Einfuhrpapiere fürs Auto und unsere Eintrittspapier ausgefüllt und abstempeln lassen. So etwas muss man wissen oder irgendwie mitbekommen, weil für so etwas es natürlich keine Durchsagen gibt. Irgendwann öffnet irgendwo ein Schalter in Form eines Tisches mit zwei wichtigen Herren. Dann muss man sich die richtigen Papiere angeln (einmal grün fürs Auto, zweimal weiß für uns). Ausfüllen und zusammen mit Fahrzeugpapieren (die man hoffentlich nicht im Auto gelassen hat, an welches man für 40 Stunden nicht kommt) in die Schlange stellen für eine Stunde. Und dann hoffen, dass man alle wichtigen Stempel bekommen hat.

An Land dann Zollabfertigung wie zu alten DDR-Zeiten, nur ein wenig unorganisierter. Da wir recht brav immer am Fahrzeug gewartet haben, keinen Bakschisch gezahlt haben (manche Touristen haben doch tatsächlich €50 bezahlt, nur um in 20 Minuten anstelle wie wir in 1 h durch den Zoll zu kommen), verlassen wir dann nach über einer Stunde den Zoll, fast als letztes Fahrzeug.

Für Tom, das erste Mal in Afrika scheint das Gewusel kein Problem zu sein. Wir hatten nur eine grobe Richtungsbeschreibung für das Hotel, er aber navigiert uns mit Kompass (!!) durch Gassen die im Stadtplan als Hauptstrasse eingezeichnet sind. Kurz vor dem Ziel macht er den Rest noch zu Fuß und trifft auf Yusuf (nein, nicht Cat Stevens, die heißen außer Mohammed und Hassan hier alle so). Der leitet uns erst einmal zu einem bewachten Parkplatz (echtes Kunststück in einer super eng bebauten Altstadt) und dann durch ein verwirrendes Netz von kleinen Gassen zum Hotel. Dieses unscheinbare Haus ohne Hotelschild hätten wir im Leben nicht gefunden. Innen dann so wie erwartet und gewünscht, ein Traum aus 1000 und einer Nacht: Springbrunnen im Haus, überall Kerzen und Lampen, ein Bett mit frischen Rosenblättern und als Krönung eine Dachterrasse mit Blick über die Medina (Altstadt) und den Hafen.

Fotos dauern hier in Afrika sehr lange bis sie über das Handy-Netz hoch geladen sind Aber vielleicht schaut ihr mal auf die Internetseite http://www.darsultan.com – das ist das Hotel, in dem wir zurzeit „residieren“ (GPS Koordinaten für Google Earth: 35,7885 Grad N; 5,8138 Grad W).

(Kommentar von Tom: es gibt hier in Marokko leider kein 3G Netz, geschweige denn 3,5G wie in Frankreich und Spanien – mit 3,5G geht das Hochladen von Fotos über das Handy Ratz-Fatz. Bis auf weiteres stellen wir deshalb leider nur noch 1 oder 2 Fotos pro Tag in niedrigerer Auflösung ins Netz)

Auf Empfehlung unseres Hausherren gehen wir dann abends ins Restaurant Riad Tanja (www.riadtanja.com). Ziemlich gut, 5 Gänge vom Feinsten was die marokkanische Küche zu bieten hat. Allerdings hat Tom auch Recht, dass wir uns Marokko sehr „von oben“ nähern. Super Hotel, super Essen im Restaurant und rund um uns nicht nur morbider Charme, sondern auch viel Dreck und Armut.

Danach wieder vollgefuttert ins Hotel, ne Stunde bis Mitternacht aufs Bett legen mit dem Effekt, dass wir eingeschlafen sind, an Silvester dann aber von den Schiffs-Sirenen wach geworden sind. Rauf aufs Dach um festzustellen: gar nichts! Außer den Sirenen und ein paar Mensch die pfeifen, kein Feuerwerk oder Geknalle. Na wir sind aber trotzdem gut ins neue Jahr gekommen.

LG DAG

Im Bett

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